#solidaritywithrojava

#RiseUp4Rojava

#SolidarityWithRojava

Bei regnerischem Wetter haben sich gestern ca. 150 Menschen am Hauptbahnhof versammelt, um ihre Solidarität mit #Rojava auszudrücken.

Von dort zog die Demonstration über die Juliuspromenade und die Domstraße zum Vierröhrenbrunnen. Im Anschluss wurde dort eine Mahnwache für die gefallenen kurdischen Freiheitskämpfer*innen abgehalten. „Rojava, die autonome kurdische Region im Nahen Osten, hat innerhalb eines Jahrzehnts eine Gesellschaft aufgebaut, … die mit Nähe zur Natur, Akzeptanz und Unterstützung jeder Religion und Nationalität und mit Einbindung von Frauen im öffentlichen und politischen Leben etwas Einzigartiges bewirkt hat“, so eine Rednerin des Würzburger Solidaritätsbündnisses für Rojava. Sie beklagt Deutschlands Beteiligung und das fehlende Interesse der Bevölkerung: „Unsere Verantwortung wird nicht wahrgenommen. Noch nicht einmal wenn es um Waffenexporte geht Wobei 80% der deutschen Bevökerung Waffenexporte kritisch sehen, haben diese in diesem Jahr ein neues Maximum erreicht.“ Mit einer großen Polizeipräsenz bewegte sich die Demonstration unter Rufen wie „Deutschland finanziert, Türkei bombardiert“, „Freiheit für Kurdistan“ und „Biji Berxwedana YPJ“ (es lebe der Kampf der YPJ) in die Innenstadt. Die Demonstration fand im Rahmen eines bundesweiten Protests statt. In Berlin fanden ca. 10.000 Menschen zusammen, ebenso reisten viele aus dem Würzburger Raum nach Regensburg. Nicht zuletzt aus diesem Grund fiel die Würzburger Demo mit 150 Demonstrierenden eher überschaubar aus. Mit dem Ende der Demonstration ging es direkt zu der Mahnwache über. Dort wurden fünf Reden, davon zwei auf Kurdisch, gehalten, um Passant*innen und Demonstrant*innen über die aktuelle Lage in Rojava zu informieren und Solidarität mit den dort lebenden Kurd*innen auszudrücken. Eine Rednerin des AKJ (Arbeitskreis kritischer Jurist*innen) führte argumentativ auf, weshalb der Angriff Erdogans auf Rojava gegen das Gewaltverbot der UN-Charta verstößt. So gebe es nur drei Möglichkeiten, welche einen Einfall in Rojava rechtfertigen. So müsste entweder ein Beschluss des UN-Sicherheitsrates vorliegen, die syrische Regierung zustimmen, oder die Türkei vom Recht auf Selbstverteidigung Gebrauch machen dürfen. Allerdings seien keine dieser Möglichkeiten erfüllt, „der Angriff Erdogans […] somit nicht gerechtfertigt und verstößt [deshalb] gegen das Gewaltverbot“. Während der Demonstration und der Mahnwache wurden Flyer zur Lage in Nordsyrien verteilt. Unter anderem schlussfolgern diese, dass türkische Produkte boykottiert werden sollten. Diese Forderung sorgte für heftige Diskussion zwischen den Teilnehmer*innen. So wurde auf der einen Seite die konsequente (wirtschaftliche) Bestrafung gefordert. Auf der anderen wurde angemerkt, dass mit einem generellen Boykott auch Oppositionelle und in der Türkei lebende Kurd*innen getroffen werden, das Ziel, türkische Faschisten zu schwächen damit also verfehlt werde. Um 18 Uhr wurde die mit roten, gelben und grünen Kerzen geschmückte Mahnwache abgebaut.