Aufruhr, Widerstand, es gibt kein ruhiges Frauenland!

Über 150 Antifaschist:innen demonstrierten gestern um 18 Uhr gegen die Burschenschaft Prager #Teutonia zu Würzburg! Laut Nachbarschaftsinitiative „Frauenland Nazifrei“ @Nachbarschafts5 betönte diese die Nachbarschaft in letzter Zeit gehäuft mit Rechtsrock und „Sieg Heil“-Rufen. Die Gesinnung der Burschen äußerte sich aber auch schon vorher. Rund um das Haus fänden sich Aufkleber der Identitären Bewegung. Manche seien gestern noch abgepult worden – wohl, um dem Gegenprotest ein saubereres Image zu präsentieren. In der Umgebung kam es auch schon zu tätlichen Übergriffen. So wurden einem Auto mit „Refugees Welcome“-Aufkleber Reifen zerstochen. Der Gegenprotest direkt vor dem Burschenschaftshaus war bunt, viele Anwohner:innen bezogen sichtbar Stellung. Zwei Burschis zeigten sich kurz in szenetypischer Bekleidung (Alpha-Industries, etc.) und liefen provozierend ein Mal durch die gesamte Kundgebung. Nachdem die Polizei die Veranstaltung für „voll“ befand, wurden die Zugänge abgeriegelt, sodass keine weiteren Menschen von ihrem Recht auf Protest Gebrauch machen konnten. Das Schwarzlicht Kollektiv wurde von Einzelpersonen angeschrieben, welche davon berichteten, dass sie abgewiesen wurden und wieder nach Hause fahren mussten. Ein Sprecher der Nachbarschaftsinitiative ging in seiner Rede auf die Kontakte der Teutonia zu Neonazis aus der NPD sowie zur Neuen Rechten um #Kubitschek, #Compact und der Identitären Bewegung #noIB ein. Die Burschenschaft diene durch die Einladung der (neu-)rechten Akteure mehr als Kaderschmiede als zur unpolitischen Weiterbildung. Es mögen nicht alle Burschenschaftler Nazis sein. Doch wer dort wohnt und mit Nazis am gleichen Tisch sitzt, der ist entweder selber einer oder Naziapologist. Und das sei beides „gleich Scheiße“, so der Redner. Ein zweiter Redner berichtete von seinen Erkenntnissen, die er Undercover in einer Studentenverbindung erlangt hat. Über lange Zeit wohnte und trank er mit den Verbindungsleuten. Das erlaubte ihm, Fotos hinter sonst verschlossenen Türen zu machen. Sein Fazit: die Verbindungen mögen sich unpolitisch geben und auf dem Papier stimmt das auch. Doch die Realität sähe ganz anders aus. Zuletzt brachte die Antifa Würzburg einen Redebeitrag ein. Diese ging auf den Dachverband der Prager Teutonia, die Deutsche Burschenschaft sowie das darin herrschende völkische Netzwerk „Burschenschaftliche Gemeinschaft“ ein. Auch bei diesem Netzwerk sei die Teutonia Mitglied und könne es gut für Connections zur extrem Rechten Szene nutzen. Der Redner fragte darauf, was denn gegen die zunehmende Vernetzung unter den Rechten und rechte Umtriebe an der Hochschule und Nachbarschaft getan werden könne. Er beantwortete die Frage im Anschluss selbst: „Bildet euch, bildet andere, bildet Banden!“ Es sei „ein Fortschritt, dass genau das nun hier in der Nachbarschaft passiert. Bleibt zu hoffen, dass diese Dynamik auch die Uni erreicht und wir nicht nur dafür kämpfen, dass wir das Frauenland nazifrei bekommen, sondern ihnen zeigen, dass sie mit ihrer menschenverachtenden Ideologie allgemein in unserer Welt nicht willkommen sind. Und dass studentische Verbindungen endlich wieder verboten gehören, so wie sie es nach dem 2. Weltkrieg zu recht waren.“ Die Nachbarschaftsinitiative plant, einen offenen Brief an den Altherrenverein und den Hauseigentümer zu schicken. Das Ziel ist klar: die Vertreibung der Burschenschaft oder zumindest das Unterbinden der rechtsextremen Agitation. Der Brief kann bei @Change unterzeichnet werden:

change.org/p/ahv-b-prager…

Jede:r sollte sich aber vorher überlegen, ob die Unterschrift die richtige Entscheidung ist, da der Altherrenverein ebenfalls stark rechts ist.