#leavenoonebehind

Unter Einhaltung der #Corona-Maßnahmen demonstrierten am gestrigen Samstagmittag Dutzende am Unteren Markt.

Bei Dauerregen standen die Protestierenden auf einer abgesperrten Fläche am Würzburger Markt und hielten Reden, die die Aufmerksamkeit der Passant*innen erweckten. „Wir fordern ein Ende der Gewalt und Repression gegen Geflüchtete, wir fordern eine Einhaltung der Menschenrechte, wir fordern die sofortige Evakuierung aller Lager!“, sagte ein Redner der @SeebrueckeWue. Auf Transparenten forderten sie, das griechische Flüchtlingslager #Moria zu evakuieren. Auf Bannern war der #LeaveNoOneBehind zu lesen.

twitter.com/schwarzlichtwu…

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
#Moria? Gibt es gar nicht!

Wer in diesen Tagen einen Blick auf Lesbos wirft und dazu Google Maps verwendet, bekommt ein verpixeltes Fleckchen Land zu sehen. In der Mitte dieses Pixelhaufens erklärt eine Angabe, dass es sich um das Flüchtlingscamp bei Moria handelt.
Es wird versteckt, was nicht sein darf. Unter diesen 12 x 8 Meter großen, bunten Rechtecken befinden sich aktuell circa 20.000 Menschen, welche nach einer durch Flucht geprägten Vergangenheit endlich die Ufer Europas erreicht haben.
Länder wie Deutschland oder Luxemburg begannen vor wenigen Tagen mit der Aufnahme. Deutschland beschränkt sich vorerst auf 50 unbegleitete Kinder. Insgesamt sollen 1.600 Menschen auf EU-Staaten verteilt werden (1). Dennoch verschärft sich die Situation im Camp Tag für Tag.
Das bevorstehende Handeln der EU ist langsam, kommt viel zu spät und wird die Probleme nicht lösen.

Die Lage in den überfüllten Camps auf den griechischen Inseln ist schrecklich.
Warum wurden die Geflüchteten nicht viel früher und/oder von Griechenland selbst besser verteilt? Der Grund hierfür liegt im EU-Türkei-Deal: „Alle, die nach dem 20. März 2016 in Griechenland ankamen, dürfen gemäß dem Deal nicht aufs Festland verbracht werden“ (2).
Griechenland nimmt das Leid der Menschen in Kauf, um eine Abschiebung in die Türkei als Möglichkeit offen zu lassen. Auch Corona und die damit verbundene Kenntnis über das Zusteuern auf eine noch gravierendere Katastrophe sorgt nicht für ein Umdenken.
In der „Hölle von Moria“ kam es in der Vergangenheit zu vielen Aufständen, Bränden und gewaltsamen Todesfällen – zu viele, um sie alle aufzuzählen. Wir haben bereits im März von der Lage vor Ort berichtet:

twitter.com/schwarzlichtwu…

twitter.com/schwarzlichtwu…

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
„Die Situation in Moria ist heftig“ - Lagebericht aus Lesbos und Solidarität aus #Würzburg!

Erstmal die gute Nachricht. H., die bereits seit mehreren Monaten auf Lesbos in der Geflüchtetenhilfe arbeitet, geht es soweit „ganz gut“.
Mittlerweile ist die Insel „für Nicht-Inselbewohner*innen dicht, wahrscheinlich streicht Griechenland ab morgen die Flüge“.

Die @tazgezwitscher schreibt heute über den „Ausnahmezustand de luxe“ in Deutschland und blickt auf Lesbos:
„Während hier leere Hallen und Hotels als Notfallkrankenhäuser aufgebaut werden, betreibt das Gesundheitsministerium von Griechenland im Lager von Moria auf Lesbos eine Krankenstation mit zwei Ärzten und einem Psychologen pro Schicht – für über 20.000 Menschen“. ¹
Im Lager von #Moria gelten nun Ausgangbeschränkungen. „Die Leute dürfen nur noch von 7 – 19 Uhr raus und nur eine Person pro Familie am Tag und nicht mehr als 100 Menschen in der Stunde“, berichtet H. Zusätzlich werde ein Zaun um das Geflüchtetenlager gezogen.
Die Situation in Moria ist heftig“, H. sorgt sich, „dass Moria nicht wieder zu der Offenheit zurückkommt“.

Die Schule „Wave of Hope“ zieht gerade um. „Nun wurde beschlossen, anstatt der Schule ein notdürftiges Krankenhaus zu bauen.
Das ganze wird natürlich alles selbstorganisiert und wird von NGOs unterstützt“, schreibt uns H.. Sie sorgt sich um eine weitere Zuspitzung der Lage im Camp Moria: „Ich denke, dass es die Tage vermehrt zu Spannungen kommen wird, weil die Leute einfach nicht raus können, die kleinen Obst/Gemüse/Falafelstände in Moria jetzt auch vorerst schließen mussten, d.h. dass alle wieder vermehrt auf das Essen von Moria selbst angewiesen sind“. Sie sorge sich vor „längeren Essensschlangen, mehr Rangeleien und Stress“
Während wir uns die Hände waschen können, leben die Menschen in Moria unter katastrophalen hygienischen Bedingungen: „In den Lagern in Griechenland gibt es oft nicht einmal genug Wasser zum Trinken“, schreibt Christian Jakob in der taz.
In einem lesenswerten Artikel der @zeitonline fordert Allgemeinmediziner George Makris: „Die vorerkrankten Menschen müssen jetzt dringend und zuallererst evakuiert werden. Schlussendlich müssen alle hier raus.“ ² Wir haben bereits zwei mal über die Situation in #Lesbos berichtet³ und halten euch auch in Zukunft auf dem Laufenden. Um die totale Katastrophe in Moria zu verhindern, wurde der #LeaveNoOneBehind ins Leben gerufen und eine Petition gestartet, die bereits mehr als 160.000 Menschen unterzeichnet haben. ⁴
In Würzburg hätte gestern eine Demonstration unter dem Motto „Wir haben Platz“ stattfinden sollen.

Aus bekannten Gründen musste sie abgesagt werden, deshalb ruft die @SeebrueckeWue auf, Banner aus den Häusern zu hängen, um Solidarität mit den Menschen an den europäischen Außengrenzen zu zeigen.

Die Fotos zeigen solidarische Banner in Würzburg (heute, 21.03.2020, Internationaler Tag gegen Rassismus).
¹taz.de/In-der-Corona-…

² zeit.de/politik/auslan…

³ Erster Bericht aus Lesbos (13.03.2020):

twitter.com/schwarzlichtwu…

Zweiter Bericht aus Lesbos (18.03.2020):

twitter.com/schwarzlichtwu…

⁴ Petition #LeaveNoOneBehind:

change.org/p/alle-mensche…

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
Die Bundesregierung kündigte heute an das Resettlement Verfahren mit der #Türkei und die Resettlement-Verfahren des Bundes für Menschen in humanitären Notlagen „bis auf Weiteres auszusetzen“. Begründet werden die Maßnahmen mit der Ausbreitung der #Covid19-Pandemie.
Konkret bedeutet dies, die Menschen in absoluter humanitärer Notlage werden alleine gelassen. Anstatt jetzt freigewordene Hotelkapazitäten zu nutzen, um einreisende Geflüchtete quarantieren zu können, werden die Menschen an der Ägäis im Stich gelassen.
„Moria (Anmerkung: Das völlig überfüllte Flüchtlingslager auf #Lesbos) hat gestern gebrannt, schrecklich!“, schreibt uns am gestrigen Dienstag unser Kontakt (H.) auf der griechischen Insel Lesbos.
Drei Container hätten gebrannt. „Ich habe mitbekommen, dass zwei Kinder gestorben sind“, so H..

„Mittlerweile ist auch #Corona hier ein großes Thema und wir sind halb in Quarantäne“, berichtet H.
Sie berichtet von dramatischen Zuständen: „Alle haben richtig Angst, dass der Virus in #Moria ausbricht – Es gibt keine Möglichkeiten sich ordentlich die Hände zu waschen und nicht einmal Zugang zu ausreichender Gesundheitsversorgung“, schreibt sie uns.
Gestern schrieb die @taz pessimistisch: „Die anderen EU-Länder streiten sich immer noch darüber, wer wie viele unbegleitete Kinder aufnehmen soll und was das für Konsequenzen haben könnte.
Als würden nur Kinder ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben in Sicherheit haben. Für allein reisende Geflüchtete und die vielen Familien in Moria ist anscheinend nirgendwo Platz.“
Unter dem #LeaveNoOneBehind haben in wenigen Tagen bereits über 40.000 Menschen unterschrieben, die Corona-Katastrophe auch an den Außengrenzen endlich ernst zu nehmen.
Die Petition fordert die Evakuierung der überfüllten Lager, notwendige Schutzmaßnahmen vor Corona (auch in Flüchtlingslagern), den Zugang zu medizinischer Versorgung für Obdachlose und Geflüchtete und den Zugang zum Asylverfahren.
Unterzeichnen könnt ihr hier:

change.org/p/alle-mensche…

Mit dieser Dokumentation wollen wir die Entwicklung des Flüchtlingscamps über die letzten fünf Jahre festhalten. Unsere Analysen beruhen zu großen Teilen auf Satellitenaufnahmen des Camps.
Ursprünglich als Militärbasis konzipiert, hat Moria eine Kapazität von 3.000 Personen (3). Seit Ende 2015 wird die Basis als Flüchtlingslager genutzt.
Wo früher Militärfahrzeuge standen (siehe Aufn. vom 13.06.2007), dokumentieren Satellitenaufnahmen vom Oktober 2015 die Errichtung neuer Gebäude (siehe Aufn. vom 02.10.2015). Ab 29. Oktober entstehen innerhalb von 5 Tagen 15 neue Gebäude (siehe Aufn. vom 29.10.2015 & 02.11.2015).
Bis Juni 2016 kommen nochmal über 50 Gebäude hinzu (siehe Aufn. vom 03.06.2016). Eine Karte des UNHCR vom Februar 2016 erklärt die Infrastruktur vor Ort. Das Camp scheint vorbereitet!
Seit Frühjahr 2016 dient #Moria hauptsächlich als Abschiebezentrum zur Umsetzung des EU-Türkei-Deals (4). Im April 2016 leben bereits 4.000 geflüchtete Menschen in Moria (5).
Als der griechische Migrationsminister in diesem Monat das Camp besucht, kommt es zu Ausschreitungen; Steine fliegen. (5)
Eigentlich ist ein Lager mit 133% Auslastung als Überfüllt zu deklarieren. Das heißt: keine weiteren Aufnahmen! Doch viel geringer wird diese Prozentzahl erstmal nicht.
Sie ist starker Fluktuation unterworfen: hin und wieder werden besonders schutzbedürftige Geflüchtete ans Festland gebracht (6), doch es gibt stets mindestens genauso viele Neuankömmlinge: Ende 2019 wird von bis zu 450 Menschen in nur einer Nacht berichtet (7).
Nach der sogenannten Flüchtlingskrise 2015 hat sich die Lage im Jahr 2017 relativ beruhigt. Zum ersten Mal fällt die Zahl der Menschen in Moria wieder unter 6.000 (8). Auf Satellitenbildern vom April 2017 sind plötzlich weniger (!) Gebäude zu zählen (siehe Aufn. vom 29.04.2017).
Einen Monat darauf stehen dort, wo vorher eingeschossige Gebäude waren, zweistöckige, containerartige Gebäude (siehe Aufn. vom 26.05.2017). Bis Januar 2018 kommen viele dieser mehrstöckigen Gebäude hinzu (siehe Aufn. vom 31.01.2018).
Die Camp-Betreiber bereiten sich auf weitere Ankömmlinge vor. Doch diese Maßnahmen reichen nicht aus. Das bestehende Camp ist überfüllt und so etabliert sich Anfang 2018 ein Baracken-Cluster auf der gegenüberliegenden Straßenseite, nordöstlich des Camps.
Dort befindet sich ein privater Olivenhain, welcher von nun an mehr und mehr beansprucht wird (siehe Aufn. vom 31.01.2018 bis 02.04.2019).

Im Oktober 2019 leben 13.000 Menschen in und um dem Camp (6).
Auf einem letzten Satellitenbild vom Oktober 2019 umfasst die Größe des Olivenhain-Camps 41.397m². Das sind 75% des eigentlichen Camps (siehe Aufn. vom 24.10.2019). Zwei Menschen sterben in diesem Monat, als ein Feuer im Lager ausbricht (6).
In den Baracken kann sich, wenn überhaupt, nur mäßig gegen den anstehenden Winter geschützt werden. Nicht überall gibt es Strom, nicht überall ist es trocken, vieles versinkt im Schlamm. Die hygienische Situation ist katastrophal und im Lager herrscht Gewalt.
So trauen sich Frauen nachts nicht mehr zur Toilette (9). In diesem Winter befinden sich 17.000 Menschen in Moria (10). In Anbetracht der ursprünglichen Kapazität von 3.000 Personen ist dies eine 567 prozentige Auslastung.
Das Europa, welches diesen Menschen keinen Eintritt gewährt, schickt Decken und Kissen (10).

Nach Überstehen der Kälteperiode hat sich die Situation nicht verbessert. Januar 2020 befinden sich 19.000 Menschen, davon 40% Minderjährige, im Camp (11).
Im Februar protestieren 2.000 Geflüchtete gegen die Zustände im Camp in der Inselhauptstadt (12). Die Polizei setzt Tränengas ein. Daraufhin formt sich im März ein faschistischer Mob, welcher Flüchtlinge, Helfer*innen und Journalist*innen brutal attackiert (13).
Währenddessen rückt ein Thema immer weiter in den Vordergrund: Corona. Die Menschen im Camp haben Angst, dass sich das Virus dort ausbreitet. Die Versorgung jeglicher Art ist bereits jetzt katastrophal. Auch Hygienemängel werden mit zunehmender Wasserknappheit verstärkt.
Es gibt keine Konzepte, alle sind auf sich alleine gestellt.

Doch zurück zum Anfang: Moria? Gibt es nicht! Überzeugt euch selbst, indem ihr diesen Link anklickt: goo.gl/maps/yPyr3uD7D….
Seit Oktober 2019, wo 13.000 Menschen das Camp bewohnten, gibt es keine aktuelleren Satellitenbilder, welche in dieser Auflösung öffentlich zugänglich sind. Heute leben dort 20.0000 Menschen. Wie hat sich das Lager verändert? Wir wissen es nicht.
Statt dem neuesten Satellitenbild wird Usern eine Aufnahme von 2014 mit nachträglicher Verpixelung angezeigt.
Diese Art der Problemlösung erinnert stark an das Vorgehen der EU: Moria? Wenn wir nicht hinsehen, ist es nicht unser Problem!

Wir sagen: #LeaveNoOneBehind und #WirHabenPlatz! Evakuiert die Lager und wartet keine Durchseuchung ab! change.org/p/alle-mensche…
Quellen:

  1. focus.de/politik/auslan…

  2. proasyl.de/thema/eu-tuerk…

  3. tagesschau.de/ausland/moria-…

  4. de.wikipedia.org/wiki/Moria_(Le…

  5. tagesschau.de/ausland/lesbos…

  6. tagesspiegel.de/themen/reporta…

  7. evangelicalfocus.com/europe/4784/Le…

  8. theguardian.com/world/2017/dec…

  9. avicenna-hilfswerk.de/moria-im-winte…

  10. zeit.de/2019/53/camp-m…
  11. theguardian.com/global-develop…

  12. orf.at/stories/315306…

  13. n-tv.de/politik/Faschi…

Die erste Rednerin von @F4F_wuerzburg thematisierte die symbolische Aktion der Bundesregierung: „Im Februar und März wurde davon gesprochen, dass Deutschland bis zu 1600 Geflüchtete aus den überfüllten Lagern in Griechenland holen möchte. Daraus wurden 47 Kinder und Jugendliche, um das Thema danach wieder in der Versenkung verschwinden zu lassen“. Weiter kritisierte sie Seehofer, der Mitte April einen Stopp der Seenotrettung forderte. Abschließend bekräftigte sie: „Die Evakuierung der Geflüchtetenlager war schon vorher überfällig und wäre momentan der einzig humane Weg.“

Der nächste Redner ging auf die Demos der sog. #CoronaRebellen ein. Diese verbreiteten Verschwörungstheorien, leugneten wissenschaftliche Fakten und duldeten Mitglieder aus #noAfD und rechten Strukturen. „Dabei sollte die Aufmerksamkeit, denen gelten, deren Sorgen ganz real sind“. Denn aktuell sehe man, wie sehr die Unterbringung von Geflüchteten in Massenunterkünften die Gesundheit von Menschen bedrohe. Er ging auf den Polizeieinsatz vergangene Woche im Schweinfurter #ANKER-Zentrum ein. Wir berichteten (twitter.com/schwarzlichtwu…).

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
Im #ANKER-Zentrum Schweinfurt ist es zu einem heftigen Polizeieinsatz bekommen. Eine Demonstration von Lagerbewohner*innen wurde mit einem Großaufgebot der Polizei beantwortet.

Bildquelle: BR
Im #ANKER-Zentrum in der ehemaligen Schweinfurt US-Kaserne war es bereits Ende März zu einem Ausbruch des #Corona-Virus gekommen.

Die Bewohner*innen stehen seitdem unter Quarantäne. Lediglich bereits Genesene dürfen das Lager verlassen.
Erst wenn es 14 Tage lang keine neuen Corona-Fälle im Lager gibt, will die Regierung von Unterfranken die strenge Quarantäne aufheben. Bisher wurde bei 137 Menschen in der Unterkunft eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen.
Am 20. April verstarb im ANKER-Zentrum ein 60-jähriger Armenier an den Folgen der Viruserkrankung.

Bei der Demonstration am Montagmorgen gegen 6.30 Uhr versammelten sich die Bewohner*innen am Eingangstor der ehemaligen Kaserne.
Friedlich und lautstark protestierten sie gegen die harten Ausgangssperren. Seit mittlerweile 8 Wochen dürfen sie das Lager nicht verlassen.

Mit Sitzblockaden versuchten sie den Lagerbetrieb zu stören. Die Polizei reagierte mit einem enormen Aufgebot & räumte die Blockade.
Laut Polizeiberichten hatte sich die Lage zunächst entspannt, ehe sie am Nachmittag wieder eskalierte. Die Bewohner*innen im Schweinfurter ANKER-Zentrum versuchen seit längerem mit friedlichen Demonstrationen Aufmerksamkeit für ihre Lage zu erhalten.
Doch aus der Bevölkerung hagelt es Anfeindungen, wenn sich die Schweinfurter Asylbewerber*innen für eine bessere Unterbringung und faire Asylverfahren einsetzen. Von staatlicher Seite gab es bisher auch keine wesentlichen Verbesserungen für die Geflüchteten.
Als die Cops am Nachmittag anrückten, wurden sie nach eigenen Angaben mit Gegenständen beworfen. Achtung: Wir wissen nicht exakt was passiert ist, aber es ist ratsam nicht den Polizeimeldungen blind zu vetrauen.
Polizeigewalt kommt in ihren Schilderungen nämlich nie vor. Wie sich die Lage hochgeschaukelt hat, ist derzeit unklar. Pressevertreter*innen waren nicht zugelassen. Mehrere hundert Cops aus Schweinfurt und von der Nürnberger Bereitschaftspolizei waren im Einsatz.
Zwei Polizeihubschrauber kreisten über dem Gelände. Erst gegen 19 Uhr hatte sich angeblich die Lage beruhigt.

Die Ausschreitungen sind kein Zufall. Die ANKER-Zentren wurden schon bei ihrer Einführung massiv kritisiert.
Die Perspektivlosigkeit der Bewohner*innen sowie die Enge im Lager & die Separation von der Schweinfurter Bevölkerung führen zu krasser Frustration unter den Bewohner*innen. Deswegen ist die Forderung des @BFR_089 nach wie vor wichtig: Alle Lager auflösen!

youtu.be/fLYsNQPWjQE

„Ein Viertel der Bewohner*innen sind dort bereits an #Corona erkrankt, eine viel höhere Quote als im Bevölkerungsschnitt“, sagte der Redner. Zusätzlich seien die Bewohner*innen weiter auf engstem Raum eingesperrt. „Von Moria bis zur Lindenstraße in Bremen protestieren Geflüchtete aus Angst um ihre Gesundheit für eine menschliche Form der Unterbringung in der sog. Social Distancing auch möglich ist“, fuhr er fort. Abschließend sagte er: „Die durch die Pandemie ausgelöste Krise darf nicht auf dem Rücken der Marginalisierten und Schwachen unserer Gesellschaft ausgetragen werden, sondern bedarf der Solidarität“. Der Anmelder verlas den Aufruf und ging auf die Situation in #Moria ein, über die wir euch auch in Zukunft auf dem Laufenden halten möchten. Unsere Informantin Henni, die derzeit auf Lesbos als Helferin arbeitet, berichtet diese Woche: „Während hier in der Stadt alles so langsam zum normalen Alltag übergeht, ist es in Moria weiterhin katastrophal“. Im Flüchtlingslager leben aktuell ca. 22.000 Menschen „Es wird gerade richtig heiß, dies betrifft besonders die Menschen in Moria“, sagt uns die Helferin. Bei Sonne und um die 30 Grad ist es in überhitzten Zelten mit unregelmäßiger Wasserversorgung noch schwerer auszuhalten. Für die Bewohner*innen des Camps ist es nach wie vor sehr schwierig, nach Mytilini (nahegelegene Hafenstadt mit ca. 38.000 Einwohner*innen) und damit an Geld zu kommen. Für die 22.000 Bewohner*innen von Moria soll nun ein (!) Geldautomat installiert werden. „Menschen, die gerade auf der Insel ankommen werden gar nicht mehr nach Moria gebracht und registriert – als ‚Corona-Maßnahme‘“, erklärt uns Henni. Die Menschen müssten „in irgendwelchen UNHCR-Zelten in der Nähe ihrer Ankunftsorte ausharren und warten. „Manchmal bekommen sie nicht einmal ein Zelt und schlafen unter Bootsbaracken“. Informationen, wann sie nach Moria können, bekämen sie nicht. Weiter ging der Abschlussredner auf die GU Würzburg ein, die auch unter Quarantäne stehe und er erklärte: „Die Unterbringung in Lagern ist nicht akzeptabel“. Zum Abschluss riefen die Demonstrant*innen: „Hoch die Internationale Solidarität“, „Um Europa keine Mauer, Bleiberecht für alle und auf Dauer“, „No Border! No Nation! Stop Deportation!“ und „Grenzen auf! Überall! Stacheldraht zu Altmetall!“

Auf die Straße! Die @SeebrueckeWue wird diesen Samstag ab 13:30 Uhr in Würzburg gegen die Bedingungen in den zahlreichen Geflüchtetenlagern demonstrieren. #LeaveNoOneBehind

Der genaue Ort wird noch bekanntgegeben. twitter.com/SeebrueckeWue/…

Seebrücke Würzburg (@SeebrueckeWue):
Samstag gehts auf die Straße - mit #Abstand und #Mundschutz. Wir sagen: #Lager evakuieren, Lager abschaffen! Das Recht auf Schutz von Gesundheit und Leben gilt für alle Menschen.

Zeit? 13:30. Ort? Wird noch Bekannt gegeben. #Würzburg

#LeaveNoOneBehind #EvacuateNow

“No one is illegal! Open all Borders!” ist von der Würzburger Grombühlbrücke aus zu lesen. #LeaveNoOneBehind #Bannertage

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
Vergangenen Freitag stellte @F4F_wuerzburg an mehreren Orten Schilder auf, um trotz #Corona auf die akute Bedrohung des Klimawandels aufmerksam zu machen.

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
Im Rahmen der #Bannertage haben viele Menschen Würzburg erneut verschönert. Wir haben wieder ein paar Impressionen gesammelt. #LeaveNoOneBehind

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
In den vergangenen Tagen und Wochen sind immer wieder Transparente mit verschiedensten Solidaritätsbekundungen und Forderungen aufgetaucht, auf die wir auch bereits aufmerksam gemacht haben.

twitter.com/schwarzlichtwu…

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
Würzburg in #Corona-Zeiten – Eine Bildergalerie

Würzburg im Frühjahr 2020. Die Ausbreitung des Corona-Virus ist noch lange nicht gestoppt. Demonstrationen sind verboten. Die Menschen genießen die warmen Sonnenstrahlen. Die soziale Not verschärft sich weiter.
Doch viele Würzburger*innen zeigen trotz Versammlungsverbot Solidarität. Sie hängen Banner aus den Fenstern, bieten via Social Media oder Plakat ihre Hilfe an und schmücken den öffentlichen Raum mit politischen Botschaften.
Auf zahlreichen Spaziergängen haben wir Würzburg in #Corona-Zeiten für euch dokumentiert. Wir wünschen viel Spaß bei unserer Bildergalerie. #StayHome
#LeaveNoOneBehind #StayHome

Hilfsangebote vom B-Block (0151/50348387) und Malteser (0700/62583737)

  • Neue Bilder in unserer Gallerie -

Traditionell findet an Ostern auch in Würzburg der #Ostermarsch statt. Die Proteste richten sich gegen Militarismus und Krieg.
Wegen Corona wurden die Demonstrationen ins Internet verlegt. Infos: wuerzburg.igmetall.de/37-wuerzburger…

Aufgerufen zum Ostermarsch hatten u. a. @F4F_wuerzburg, der DGB Unterfranken, @CampusLinke, SDAJ Würzburg und der Florakreis.
Militaristische Propaganda hat ebenfalls Hochkonjuktur. Die #Bundeswehr sucht verzweifelt Nachwuchs. Würzburger*innen wehren sich mit Farbe und Kreativität.

Gesehen an der Löwenbrücke.

Da wir solche Aktionen gerade aufgrund der aktuellen Umstände für besonders wichtig halten, wollten wir mit diesem Post auf die nächste Woche anstehenden #Bannertage verweisen: wuerzburg.demosphere.net/event/2438
Die Initiator*innen rufen ab dem 13.04 dazu auf, diese Aktionsform noch zu steigern und möglichst viele Transparente aufzuhängen. Zum einen soll damit Platz für die zahlreichen Emotionen und Gefühle geschaffen werden, die uns in Zeiten der #Corona-Krise umtreiben.
Zum anderen hat diese Aktion aber auch zum Ziel, gerade trotz der anhaltenden massivem Einschnitte in die Demonstrations- und Versammlungsfreiheit, Sichtbarkeit für drängende Probleme zu schaffen und die Formulierung klarer Positionen und Haltungen zu ermöglichen.

„Was H&M kann, können wir schon lange: #Mietstreik jetzt!“
Auf vielen Bannern steht „Refugees Welcome“ und „#LeaveNoOneBehind“
Mit Regenbögen machen sich die Menschen überall in der Stadt Mut.
“Ich passe auf Ihren Hund auf!”

Auch 12-Jährige zeigen Solidarität. In der Äußeren Pleich bietet ein junger Anwohner seine Hilfe beim Gassi gehen an.
Gleich drei schöne Banner gab es Anfang der Woche auf einem Balkon in der Sanderau zu sehen. Auf diesen bedanken sich Anwohner*innen bei den „Menschen, die den Laden am Laufen halten“ und fordern eine Evakuierung der Flüchtlingslager („Menschenleben retten“).
Typisch Deutsch!

Am nächsten Tag wurden zwei Banner ausgetauscht. „Aufgrund einer Beschwerde eines Nachbarn müssen wir leider bis zum 17.4.20 unsere ‘Lappen’ entfernen - Wir hoffen, dass unsere Botschaften trotzdem einige Menschen erreichen können #EsLebeDasSpießbürgertum
“Bleibt gesund und solidarisch” und “Think global - act local” steht auf Bannern in Hauptbahnhofsnähe.
“Wir fordern: Grenzen jetzt für alle öffnen #LEAVENOONEBEHIND”, steht auf einem Banner im Zellerauer Dencklerblock.
Auch im Dencklerblock: „Denckler bleibt politisch“

“Leave No One Behind” ist in Grombühl zu lesen. Unter dem Hashtag #LeaveNoOneBehind fordern Menschen in der Krise, niemanden im Stich zu lassen. Dies gilt auch für die Menschen an Europas Außengrenzen, die teils in Massenlagern ausharren.
In der Annastraße fordern Anwohner*innen das völlig überfüllte Flüchtlingslager #Moria auf der griechischen Insel Lesbos zu evakuieren.
Immer mehr Banner fallen im Stadtbild auf, die eine „Luftbrücke für Geflüchtete“ fordern. Dieses Banner in der Sanderau ist Teil der Kampagne #LeaveNoOneBehind.
„#LeaveNoOneBehind - Evakuiert Moria!“ steht auf einem Laken in der Sanderau. Daneben hängen Regenbogenflagge und „Hambi bleibt!“-Fahne.
In Zell am Main steht „#LeaveNoOneBehind“ in einer Unterführung.

Am Sanderring wird gefordert: “Keine Festung Europa!” “Lager evakuieren jetzt”, fordern Anwohner*innen in Grombühl. “Grenzenlose Solidarität” fordern Anwohner*innen in der Sanderau. Würzburg hatte sich zum “sicheren Hafen erklärt” ohne konkrete Taten folgen zu lassen. Anwohner*innen in der Sanderau positionieren sich für “häuslichen Frieden, Zivilcourage, Geflüchtete”. Kurzum für Solidarität!

Die Striche stehen wohl für die Tage in Quarantäne.

Wie ist die Lage auf #Lesbos?

„Die Lage in Moria ist weiterhin prekär”“ berichtet uns Henni, die derzeit auf Lesbos ist, um ankommenden Geflüchteten zu helfen. „Vergangene Woche wurden zwei Menschen von Faschos angeschossen“, erzählt sie uns. Wegen #Corona wirke die Lage etwas ruhiger, aber „sobald es hier gelockert wird, knallt es wieder“, befürchtet Henni. Die Faschos seien nicht weg, wie der Angriff vergangene Woche bewiesen hat. „In Moria versuchen sie derzeit, ein provisorisches Krankenhaus zu errichten“, sagt Henni. Es gebe allerdings viel zu wenig medizinisches Personal für die 20.000 Menschen im Lager. Henni selbst gehe es „soweit gut“. Sie selbst komme derzeit nicht nach Moria, da das Lager wegen Corona hermetisch abgeriegelt ist.

Das One Happy Family, über dessen Brand wir bereits berichteten, fasst die aktuelle Situation auf Lesbos in einem Facebook-Beitrag zusammen. Bisher wurden lediglich 50 Menschen von Deutschland aufgenommen, dabei haben sich über hundert Kommunen zum „Sicheren Hafen“ erklärt. Auch die Stadt Würzburg sagte zu, sich um die Aufnahme von notleidenden Menschen zu kümmern.

Auch in der Corona-Krise gilt: #SolidarityForAll! Moria evakuieren, Geflüchteten eine sichere Bleibe bieten! #LeaveNoOneBehind Bericht über die Schüsse auf Geflüchtete (CN: Bild zeigt die Verletzungen) m.facebook.com/story.php?stor…

Hier die gute Zusammenfassung des One Happy Family: facebook.com/28692323175157…

Vergangenen Freitag stellte @F4F_wuerzburg an mehreren Orten Schilder auf, um trotz #Corona auf die akute Bedrohung des Klimawandels aufmerksam zu machen.

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
Im Rahmen der #Bannertage haben viele Menschen Würzburg erneut verschönert. Wir haben wieder ein paar Impressionen gesammelt. #LeaveNoOneBehind

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
In den vergangenen Tagen und Wochen sind immer wieder Transparente mit verschiedensten Solidaritätsbekundungen und Forderungen aufgetaucht, auf die wir auch bereits aufmerksam gemacht haben.

twitter.com/schwarzlichtwu…

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
Würzburg in #Corona-Zeiten – Eine Bildergalerie

Würzburg im Frühjahr 2020. Die Ausbreitung des Corona-Virus ist noch lange nicht gestoppt. Demonstrationen sind verboten. Die Menschen genießen die warmen Sonnenstrahlen. Die soziale Not verschärft sich weiter.
Doch viele Würzburger*innen zeigen trotz Versammlungsverbot Solidarität. Sie hängen Banner aus den Fenstern, bieten via Social Media oder Plakat ihre Hilfe an und schmücken den öffentlichen Raum mit politischen Botschaften.
Auf zahlreichen Spaziergängen haben wir Würzburg in #Corona-Zeiten für euch dokumentiert. Wir wünschen viel Spaß bei unserer Bildergalerie. #StayHome
#LeaveNoOneBehind #StayHome

Hilfsangebote vom B-Block (0151/50348387) und Malteser (0700/62583737)

  • Neue Bilder in unserer Gallerie -

Traditionell findet an Ostern auch in Würzburg der #Ostermarsch statt. Die Proteste richten sich gegen Militarismus und Krieg.
Wegen Corona wurden die Demonstrationen ins Internet verlegt. Infos: wuerzburg.igmetall.de/37-wuerzburger…

Aufgerufen zum Ostermarsch hatten u. a. @F4F_wuerzburg, der DGB Unterfranken, @CampusLinke, SDAJ Würzburg und der Florakreis.
Militaristische Propaganda hat ebenfalls Hochkonjuktur. Die #Bundeswehr sucht verzweifelt Nachwuchs. Würzburger*innen wehren sich mit Farbe und Kreativität.

Gesehen an der Löwenbrücke.

Da wir solche Aktionen gerade aufgrund der aktuellen Umstände für besonders wichtig halten, wollten wir mit diesem Post auf die nächste Woche anstehenden #Bannertage verweisen: wuerzburg.demosphere.net/event/2438
Die Initiator*innen rufen ab dem 13.04 dazu auf, diese Aktionsform noch zu steigern und möglichst viele Transparente aufzuhängen. Zum einen soll damit Platz für die zahlreichen Emotionen und Gefühle geschaffen werden, die uns in Zeiten der #Corona-Krise umtreiben.
Zum anderen hat diese Aktion aber auch zum Ziel, gerade trotz der anhaltenden massivem Einschnitte in die Demonstrations- und Versammlungsfreiheit, Sichtbarkeit für drängende Probleme zu schaffen und die Formulierung klarer Positionen und Haltungen zu ermöglichen.

„Was H&M kann, können wir schon lange: #Mietstreik jetzt!“
Auf vielen Bannern steht „Refugees Welcome“ und „#LeaveNoOneBehind“
Mit Regenbögen machen sich die Menschen überall in der Stadt Mut.
“Ich passe auf Ihren Hund auf!”

Auch 12-Jährige zeigen Solidarität. In der Äußeren Pleich bietet ein junger Anwohner seine Hilfe beim Gassi gehen an.
Gleich drei schöne Banner gab es Anfang der Woche auf einem Balkon in der Sanderau zu sehen. Auf diesen bedanken sich Anwohner*innen bei den „Menschen, die den Laden am Laufen halten“ und fordern eine Evakuierung der Flüchtlingslager („Menschenleben retten“).
Typisch Deutsch!

Am nächsten Tag wurden zwei Banner ausgetauscht. „Aufgrund einer Beschwerde eines Nachbarn müssen wir leider bis zum 17.4.20 unsere ‘Lappen’ entfernen - Wir hoffen, dass unsere Botschaften trotzdem einige Menschen erreichen können #EsLebeDasSpießbürgertum
“Bleibt gesund und solidarisch” und “Think global - act local” steht auf Bannern in Hauptbahnhofsnähe.
“Wir fordern: Grenzen jetzt für alle öffnen #LEAVENOONEBEHIND”, steht auf einem Banner im Zellerauer Dencklerblock.
Auch im Dencklerblock: „Denckler bleibt politisch“

“Leave No One Behind” ist in Grombühl zu lesen. Unter dem Hashtag #LeaveNoOneBehind fordern Menschen in der Krise, niemanden im Stich zu lassen. Dies gilt auch für die Menschen an Europas Außengrenzen, die teils in Massenlagern ausharren. In der Annastraße fordern Anwohner*innen das völlig überfüllte Flüchtlingslager #Moria auf der griechischen Insel Lesbos zu evakuieren. Immer mehr Banner fallen im Stadtbild auf, die eine „Luftbrücke für Geflüchtete“ fordern. Dieses Banner in der Sanderau ist Teil der Kampagne #LeaveNoOneBehind. „#LeaveNoOneBehind - Evakuiert Moria!“ steht auf einem Laken in der Sanderau. Daneben hängen Regenbogenflagge und „Hambi bleibt!“-Fahne. In Zell am Main steht „#LeaveNoOneBehind“ in einer Unterführung.

Mehrere Dutzend Menschen versammeln sich gerade am Würzburger Mainkai. Sie fordern unter anderem die Evakuierung des Flüchtlingslagers Moria auf Lesbos. #LeaveNoOneBehind

#LeaveNoOneBehind twitter.com/schwarzlichtwu…

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
Mahnwache in Würzburg: Leave No One Behind!

Am frühen Abend versammelten sich mehrere dutzend Menschen zu einer Demonstration der @SeebrueckeWue. Sie fordern die Aufnahme von Geflüchteten, die aktuell unter katastrophalen Bedingungen auf den griechischen Inseln ausharren.
Die Stadt hatte die Kundgebung unter scharfen Auflagen erlaubt. Unter anderem trugen die Teilnehmenden Mundschutz, die Zahl der Protestierenden wurde auf 20 festgesetzt und die Abstände von etwa zwei Metern eingehalten.
„Say it loud, say it clear, refugees are welcome here“ schallte es etwas leiser als bei „normalen“ Demonstrationen über die Mainpromenade. Viele Spaziergehende blieben interessiert stehen.
Um die etwa 20-25 Demonstrant*innen, die direkt am Mainufer standen, versammelte sich zeitweise eine ähnliche Anzahl an Unterstützer*innen. Die Polizei sperrte den Gehweg direkt am Main ab und verhielt sich überraschenderweise sehr zurückhaltend.
So konnten hunderte Menschen, die am Mainufer flanierten, erreicht werden.

„Wir möchten mit der Demonstration darauf aufmerksam machen, dass etwa 40.000 Menschen derzeit unter katastrophalen Bedingungen in Elendslagern auf den griechischen Inseln leben“, sagte der Anmelder.
Er fordert: „Würzburg hat sich zusammen mit 140 anderen Kommunen bereit erklärt, Geflüchtete aufzunehmen. Pro Jahr gibt es ca. eine Millionen Übernachtungen in Würzburg. Derzeit stehen alle Hotels leer.
Würzburg hat die Kapazität und Verantwortung, die notleidenden Menschen nicht alleine zu lassen.“

Der Versammlungsleiter zeigte sich zufrieden mit dem Ablauf der Kundgebung. Es seien deutlich mehr Menschen gekommen, als man mobilisiert hatte.
Es wurden kurze Reden via Megaphon vorgelesen, die über die Situation im Lager #Moria berichten. Leider waren diese nicht für alle Teilnehmer*innen gut zu verstehen. So einigte man sich auf gemeinsame Rufe: „Brick by brick! Wall by wall! Make the Fortress Europe fall!“
Begleitet wurde die Mahnwache durch ein Kamerateam von TV Mainfranken und einer Journalistin des BR. Auch @Resistance2O20 war anwesend & twitterte live: twitter.com/Resistance2O20…

Würzburg ist „sicherer Hafen“. Nun müssen den Worten Taten folgen!

#LeaveNoOneBehind

#WirHabenPlatz

Rési (@Resistance2O20):
17:00 In Würzburg startet aktuell eine Seebrücke Kundgebung mit Vermummungspflicht. Auflage: max 20 Menschen

Evakuiert die Lager! @SeebrueckeWue hält morgen ab 17 Uhr eine Mahnwache am Oberen Mainkai ab. Sie findet unter strengsten Bedingungen statt. So ist u.a. die Teilnehmendenzahl auf 20 Personen beschränkt. #LeaveNoOneBehind #WirHabenPlatz twitter.com/SeebrueckeWue/…

Seebrücke Würzburg (@SeebrueckeWue):
Am Donnerstag, 23.04. 17 - 19 Uhr, halten wir die erste Mahnwache am Oberen Mainkai von 17 - 19 Uhr ab, um auf die Katastrophale lage in #Moria hinzuweisen und die Sofortige Evakuierung der Lager zu fordern! #LeaveNoOneBehind!

Nichtsdestotrotz wollen die Aktivist*innen auf das Leid an den Grenzen aufmerksam machen.

Wir haben kürzlich über eines der schlimmsten Lager an den EU Grenzen berichtet: #Moria.

twitter.com/schwarzlichtwu…

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
#Moria? Gibt es gar nicht!

Wer in diesen Tagen einen Blick auf Lesbos wirft und dazu Google Maps verwendet, bekommt ein verpixeltes Fleckchen Land zu sehen. In der Mitte dieses Pixelhaufens erklärt eine Angabe, dass es sich um das Flüchtlingscamp bei Moria handelt.
Es wird versteckt, was nicht sein darf. Unter diesen 12 x 8 Meter großen, bunten Rechtecken befinden sich aktuell circa 20.000 Menschen, welche nach einer durch Flucht geprägten Vergangenheit endlich die Ufer Europas erreicht haben.
Länder wie Deutschland oder Luxemburg begannen vor wenigen Tagen mit der Aufnahme. Deutschland beschränkt sich vorerst auf 50 unbegleitete Kinder. Insgesamt sollen 1.600 Menschen auf EU-Staaten verteilt werden (1). Dennoch verschärft sich die Situation im Camp Tag für Tag.
Das bevorstehende Handeln der EU ist langsam, kommt viel zu spät und wird die Probleme nicht lösen.

Die Lage in den überfüllten Camps auf den griechischen Inseln ist schrecklich.
Warum wurden die Geflüchteten nicht viel früher und/oder von Griechenland selbst besser verteilt? Der Grund hierfür liegt im EU-Türkei-Deal: „Alle, die nach dem 20. März 2016 in Griechenland ankamen, dürfen gemäß dem Deal nicht aufs Festland verbracht werden“ (2).
Griechenland nimmt das Leid der Menschen in Kauf, um eine Abschiebung in die Türkei als Möglichkeit offen zu lassen. Auch Corona und die damit verbundene Kenntnis über das Zusteuern auf eine noch gravierendere Katastrophe sorgt nicht für ein Umdenken.
In der „Hölle von Moria“ kam es in der Vergangenheit zu vielen Aufständen, Bränden und gewaltsamen Todesfällen – zu viele, um sie alle aufzuzählen. Wir haben bereits im März von der Lage vor Ort berichtet:

twitter.com/schwarzlichtwu…

twitter.com/schwarzlichtwu…

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
„Die Situation in Moria ist heftig“ - Lagebericht aus Lesbos und Solidarität aus #Würzburg!

Erstmal die gute Nachricht. H., die bereits seit mehreren Monaten auf Lesbos in der Geflüchtetenhilfe arbeitet, geht es soweit „ganz gut“.
Mittlerweile ist die Insel „für Nicht-Inselbewohner*innen dicht, wahrscheinlich streicht Griechenland ab morgen die Flüge“.

Die @tazgezwitscher schreibt heute über den „Ausnahmezustand de luxe“ in Deutschland und blickt auf Lesbos:
„Während hier leere Hallen und Hotels als Notfallkrankenhäuser aufgebaut werden, betreibt das Gesundheitsministerium von Griechenland im Lager von Moria auf Lesbos eine Krankenstation mit zwei Ärzten und einem Psychologen pro Schicht – für über 20.000 Menschen“. ¹
Im Lager von #Moria gelten nun Ausgangbeschränkungen. „Die Leute dürfen nur noch von 7 – 19 Uhr raus und nur eine Person pro Familie am Tag und nicht mehr als 100 Menschen in der Stunde“, berichtet H. Zusätzlich werde ein Zaun um das Geflüchtetenlager gezogen.
Die Situation in Moria ist heftig“, H. sorgt sich, „dass Moria nicht wieder zu der Offenheit zurückkommt“.

Die Schule „Wave of Hope“ zieht gerade um. „Nun wurde beschlossen, anstatt der Schule ein notdürftiges Krankenhaus zu bauen.
Das ganze wird natürlich alles selbstorganisiert und wird von NGOs unterstützt“, schreibt uns H.. Sie sorgt sich um eine weitere Zuspitzung der Lage im Camp Moria: „Ich denke, dass es die Tage vermehrt zu Spannungen kommen wird, weil die Leute einfach nicht raus können, die kleinen Obst/Gemüse/Falafelstände in Moria jetzt auch vorerst schließen mussten, d.h. dass alle wieder vermehrt auf das Essen von Moria selbst angewiesen sind“. Sie sorge sich vor „längeren Essensschlangen, mehr Rangeleien und Stress“
Während wir uns die Hände waschen können, leben die Menschen in Moria unter katastrophalen hygienischen Bedingungen: „In den Lagern in Griechenland gibt es oft nicht einmal genug Wasser zum Trinken“, schreibt Christian Jakob in der taz.
In einem lesenswerten Artikel der @zeitonline fordert Allgemeinmediziner George Makris: „Die vorerkrankten Menschen müssen jetzt dringend und zuallererst evakuiert werden. Schlussendlich müssen alle hier raus.“ ² Wir haben bereits zwei mal über die Situation in #Lesbos berichtet³ und halten euch auch in Zukunft auf dem Laufenden. Um die totale Katastrophe in Moria zu verhindern, wurde der #LeaveNoOneBehind ins Leben gerufen und eine Petition gestartet, die bereits mehr als 160.000 Menschen unterzeichnet haben. ⁴
In Würzburg hätte gestern eine Demonstration unter dem Motto „Wir haben Platz“ stattfinden sollen.

Aus bekannten Gründen musste sie abgesagt werden, deshalb ruft die @SeebrueckeWue auf, Banner aus den Häusern zu hängen, um Solidarität mit den Menschen an den europäischen Außengrenzen zu zeigen.

Die Fotos zeigen solidarische Banner in Würzburg (heute, 21.03.2020, Internationaler Tag gegen Rassismus).
¹taz.de/In-der-Corona-…

² zeit.de/politik/auslan…

³ Erster Bericht aus Lesbos (13.03.2020):

twitter.com/schwarzlichtwu…

Zweiter Bericht aus Lesbos (18.03.2020):

twitter.com/schwarzlichtwu…

⁴ Petition #LeaveNoOneBehind:

change.org/p/alle-mensche…

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
Die Bundesregierung kündigte heute an das Resettlement Verfahren mit der #Türkei und die Resettlement-Verfahren des Bundes für Menschen in humanitären Notlagen „bis auf Weiteres auszusetzen“. Begründet werden die Maßnahmen mit der Ausbreitung der #Covid19-Pandemie.
Konkret bedeutet dies, die Menschen in absoluter humanitärer Notlage werden alleine gelassen. Anstatt jetzt freigewordene Hotelkapazitäten zu nutzen, um einreisende Geflüchtete quarantieren zu können, werden die Menschen an der Ägäis im Stich gelassen.
„Moria (Anmerkung: Das völlig überfüllte Flüchtlingslager auf #Lesbos) hat gestern gebrannt, schrecklich!“, schreibt uns am gestrigen Dienstag unser Kontakt (H.) auf der griechischen Insel Lesbos.
Drei Container hätten gebrannt. „Ich habe mitbekommen, dass zwei Kinder gestorben sind“, so H..

„Mittlerweile ist auch #Corona hier ein großes Thema und wir sind halb in Quarantäne“, berichtet H.
Sie berichtet von dramatischen Zuständen: „Alle haben richtig Angst, dass der Virus in #Moria ausbricht – Es gibt keine Möglichkeiten sich ordentlich die Hände zu waschen und nicht einmal Zugang zu ausreichender Gesundheitsversorgung“, schreibt sie uns.
Gestern schrieb die @taz pessimistisch: „Die anderen EU-Länder streiten sich immer noch darüber, wer wie viele unbegleitete Kinder aufnehmen soll und was das für Konsequenzen haben könnte.
Als würden nur Kinder ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben in Sicherheit haben. Für allein reisende Geflüchtete und die vielen Familien in Moria ist anscheinend nirgendwo Platz.“
Unter dem #LeaveNoOneBehind haben in wenigen Tagen bereits über 40.000 Menschen unterschrieben, die Corona-Katastrophe auch an den Außengrenzen endlich ernst zu nehmen.
Die Petition fordert die Evakuierung der überfüllten Lager, notwendige Schutzmaßnahmen vor Corona (auch in Flüchtlingslagern), den Zugang zu medizinischer Versorgung für Obdachlose und Geflüchtete und den Zugang zum Asylverfahren.
Unterzeichnen könnt ihr hier:

change.org/p/alle-mensche…

Mit dieser Dokumentation wollen wir die Entwicklung des Flüchtlingscamps über die letzten fünf Jahre festhalten. Unsere Analysen beruhen zu großen Teilen auf Satellitenaufnahmen des Camps.
Ursprünglich als Militärbasis konzipiert, hat Moria eine Kapazität von 3.000 Personen (3). Seit Ende 2015 wird die Basis als Flüchtlingslager genutzt.
Wo früher Militärfahrzeuge standen (siehe Aufn. vom 13.06.2007), dokumentieren Satellitenaufnahmen vom Oktober 2015 die Errichtung neuer Gebäude (siehe Aufn. vom 02.10.2015). Ab 29. Oktober entstehen innerhalb von 5 Tagen 15 neue Gebäude (siehe Aufn. vom 29.10.2015 & 02.11.2015).
Bis Juni 2016 kommen nochmal über 50 Gebäude hinzu (siehe Aufn. vom 03.06.2016). Eine Karte des UNHCR vom Februar 2016 erklärt die Infrastruktur vor Ort. Das Camp scheint vorbereitet!
Seit Frühjahr 2016 dient #Moria hauptsächlich als Abschiebezentrum zur Umsetzung des EU-Türkei-Deals (4). Im April 2016 leben bereits 4.000 geflüchtete Menschen in Moria (5).
Als der griechische Migrationsminister in diesem Monat das Camp besucht, kommt es zu Ausschreitungen; Steine fliegen. (5)
Eigentlich ist ein Lager mit 133% Auslastung als Überfüllt zu deklarieren. Das heißt: keine weiteren Aufnahmen! Doch viel geringer wird diese Prozentzahl erstmal nicht.
Sie ist starker Fluktuation unterworfen: hin und wieder werden besonders schutzbedürftige Geflüchtete ans Festland gebracht (6), doch es gibt stets mindestens genauso viele Neuankömmlinge: Ende 2019 wird von bis zu 450 Menschen in nur einer Nacht berichtet (7).
Nach der sogenannten Flüchtlingskrise 2015 hat sich die Lage im Jahr 2017 relativ beruhigt. Zum ersten Mal fällt die Zahl der Menschen in Moria wieder unter 6.000 (8). Auf Satellitenbildern vom April 2017 sind plötzlich weniger (!) Gebäude zu zählen (siehe Aufn. vom 29.04.2017).
Einen Monat darauf stehen dort, wo vorher eingeschossige Gebäude waren, zweistöckige, containerartige Gebäude (siehe Aufn. vom 26.05.2017). Bis Januar 2018 kommen viele dieser mehrstöckigen Gebäude hinzu (siehe Aufn. vom 31.01.2018).
Die Camp-Betreiber bereiten sich auf weitere Ankömmlinge vor. Doch diese Maßnahmen reichen nicht aus. Das bestehende Camp ist überfüllt und so etabliert sich Anfang 2018 ein Baracken-Cluster auf der gegenüberliegenden Straßenseite, nordöstlich des Camps.
Dort befindet sich ein privater Olivenhain, welcher von nun an mehr und mehr beansprucht wird (siehe Aufn. vom 31.01.2018 bis 02.04.2019).

Im Oktober 2019 leben 13.000 Menschen in und um dem Camp (6).
Auf einem letzten Satellitenbild vom Oktober 2019 umfasst die Größe des Olivenhain-Camps 41.397m². Das sind 75% des eigentlichen Camps (siehe Aufn. vom 24.10.2019). Zwei Menschen sterben in diesem Monat, als ein Feuer im Lager ausbricht (6).
In den Baracken kann sich, wenn überhaupt, nur mäßig gegen den anstehenden Winter geschützt werden. Nicht überall gibt es Strom, nicht überall ist es trocken, vieles versinkt im Schlamm. Die hygienische Situation ist katastrophal und im Lager herrscht Gewalt.
So trauen sich Frauen nachts nicht mehr zur Toilette (9). In diesem Winter befinden sich 17.000 Menschen in Moria (10). In Anbetracht der ursprünglichen Kapazität von 3.000 Personen ist dies eine 567 prozentige Auslastung.
Das Europa, welches diesen Menschen keinen Eintritt gewährt, schickt Decken und Kissen (10).

Nach Überstehen der Kälteperiode hat sich die Situation nicht verbessert. Januar 2020 befinden sich 19.000 Menschen, davon 40% Minderjährige, im Camp (11).
Im Februar protestieren 2.000 Geflüchtete gegen die Zustände im Camp in der Inselhauptstadt (12). Die Polizei setzt Tränengas ein. Daraufhin formt sich im März ein faschistischer Mob, welcher Flüchtlinge, Helfer*innen und Journalist*innen brutal attackiert (13).
Währenddessen rückt ein Thema immer weiter in den Vordergrund: Corona. Die Menschen im Camp haben Angst, dass sich das Virus dort ausbreitet. Die Versorgung jeglicher Art ist bereits jetzt katastrophal. Auch Hygienemängel werden mit zunehmender Wasserknappheit verstärkt.
Es gibt keine Konzepte, alle sind auf sich alleine gestellt.

Doch zurück zum Anfang: Moria? Gibt es nicht! Überzeugt euch selbst, indem ihr diesen Link anklickt: goo.gl/maps/yPyr3uD7D….
Seit Oktober 2019, wo 13.000 Menschen das Camp bewohnten, gibt es keine aktuelleren Satellitenbilder, welche in dieser Auflösung öffentlich zugänglich sind. Heute leben dort 20.0000 Menschen. Wie hat sich das Lager verändert? Wir wissen es nicht.
Statt dem neuesten Satellitenbild wird Usern eine Aufnahme von 2014 mit nachträglicher Verpixelung angezeigt.
Diese Art der Problemlösung erinnert stark an das Vorgehen der EU: Moria? Wenn wir nicht hinsehen, ist es nicht unser Problem!

Wir sagen: #LeaveNoOneBehind und #WirHabenPlatz! Evakuiert die Lager und wartet keine Durchseuchung ab! change.org/p/alle-mensche…
Quellen:

  1. focus.de/politik/auslan…

  2. proasyl.de/thema/eu-tuerk…

  3. tagesschau.de/ausland/moria-…

  4. de.wikipedia.org/wiki/Moria_(Le…

  5. tagesschau.de/ausland/lesbos…

  6. tagesspiegel.de/themen/reporta…

  7. evangelicalfocus.com/europe/4784/Le…

  8. theguardian.com/world/2017/dec…

  9. avicenna-hilfswerk.de/moria-im-winte…

  10. zeit.de/2019/53/camp-m…
  11. theguardian.com/global-develop…

  12. orf.at/stories/315306…

  13. n-tv.de/politik/Faschi…

#Moria? Gibt es gar nicht!

Wer in diesen Tagen einen Blick auf Lesbos wirft und dazu Google Maps verwendet, bekommt ein verpixeltes Fleckchen Land zu sehen. In der Mitte dieses Pixelhaufens erklärt eine Angabe, dass es sich um das Flüchtlingscamp bei Moria handelt. Es wird versteckt, was nicht sein darf. Unter diesen 12 x 8 Meter großen, bunten Rechtecken befinden sich aktuell circa 20.000 Menschen, welche nach einer durch Flucht geprägten Vergangenheit endlich die Ufer Europas erreicht haben. Länder wie Deutschland oder Luxemburg begannen vor wenigen Tagen mit der Aufnahme. Deutschland beschränkt sich vorerst auf 50 unbegleitete Kinder. Insgesamt sollen 1.600 Menschen auf EU-Staaten verteilt werden (1). Dennoch verschärft sich die Situation im Camp Tag für Tag. Das bevorstehende Handeln der EU ist langsam, kommt viel zu spät und wird die Probleme nicht lösen.

Die Lage in den überfüllten Camps auf den griechischen Inseln ist schrecklich. Warum wurden die Geflüchteten nicht viel früher und/oder von Griechenland selbst besser verteilt? Der Grund hierfür liegt im EU-Türkei-Deal: „Alle, die nach dem 20. März 2016 in Griechenland ankamen, dürfen gemäß dem Deal nicht aufs Festland verbracht werden“ (2). Griechenland nimmt das Leid der Menschen in Kauf, um eine Abschiebung in die Türkei als Möglichkeit offen zu lassen. Auch Corona und die damit verbundene Kenntnis über das Zusteuern auf eine noch gravierendere Katastrophe sorgt nicht für ein Umdenken. In der „Hölle von Moria“ kam es in der Vergangenheit zu vielen Aufständen, Bränden und gewaltsamen Todesfällen – zu viele, um sie alle aufzuzählen. Wir haben bereits im März von der Lage vor Ort berichtet:

twitter.com/schwarzlichtwu…

twitter.com/schwarzlichtwu…

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
„Die Situation in Moria ist heftig“ - Lagebericht aus Lesbos und Solidarität aus #Würzburg!

Erstmal die gute Nachricht. H., die bereits seit mehreren Monaten auf Lesbos in der Geflüchtetenhilfe arbeitet, geht es soweit „ganz gut“.
Mittlerweile ist die Insel „für Nicht-Inselbewohner*innen dicht, wahrscheinlich streicht Griechenland ab morgen die Flüge“.

Die @tazgezwitscher schreibt heute über den „Ausnahmezustand de luxe“ in Deutschland und blickt auf Lesbos:
„Während hier leere Hallen und Hotels als Notfallkrankenhäuser aufgebaut werden, betreibt das Gesundheitsministerium von Griechenland im Lager von Moria auf Lesbos eine Krankenstation mit zwei Ärzten und einem Psychologen pro Schicht – für über 20.000 Menschen“. ¹
Im Lager von #Moria gelten nun Ausgangbeschränkungen. „Die Leute dürfen nur noch von 7 – 19 Uhr raus und nur eine Person pro Familie am Tag und nicht mehr als 100 Menschen in der Stunde“, berichtet H. Zusätzlich werde ein Zaun um das Geflüchtetenlager gezogen.
Die Situation in Moria ist heftig“, H. sorgt sich, „dass Moria nicht wieder zu der Offenheit zurückkommt“.

Die Schule „Wave of Hope“ zieht gerade um. „Nun wurde beschlossen, anstatt der Schule ein notdürftiges Krankenhaus zu bauen.
Das ganze wird natürlich alles selbstorganisiert und wird von NGOs unterstützt“, schreibt uns H.. Sie sorgt sich um eine weitere Zuspitzung der Lage im Camp Moria: „Ich denke, dass es die Tage vermehrt zu Spannungen kommen wird, weil die Leute einfach nicht raus können, die kleinen Obst/Gemüse/Falafelstände in Moria jetzt auch vorerst schließen mussten, d.h. dass alle wieder vermehrt auf das Essen von Moria selbst angewiesen sind“. Sie sorge sich vor „längeren Essensschlangen, mehr Rangeleien und Stress“
Während wir uns die Hände waschen können, leben die Menschen in Moria unter katastrophalen hygienischen Bedingungen: „In den Lagern in Griechenland gibt es oft nicht einmal genug Wasser zum Trinken“, schreibt Christian Jakob in der taz.
In einem lesenswerten Artikel der @zeitonline fordert Allgemeinmediziner George Makris: „Die vorerkrankten Menschen müssen jetzt dringend und zuallererst evakuiert werden. Schlussendlich müssen alle hier raus.“ ² Wir haben bereits zwei mal über die Situation in #Lesbos berichtet³ und halten euch auch in Zukunft auf dem Laufenden. Um die totale Katastrophe in Moria zu verhindern, wurde der #LeaveNoOneBehind ins Leben gerufen und eine Petition gestartet, die bereits mehr als 160.000 Menschen unterzeichnet haben. ⁴
In Würzburg hätte gestern eine Demonstration unter dem Motto „Wir haben Platz“ stattfinden sollen.

Aus bekannten Gründen musste sie abgesagt werden, deshalb ruft die @SeebrueckeWue auf, Banner aus den Häusern zu hängen, um Solidarität mit den Menschen an den europäischen Außengrenzen zu zeigen.

Die Fotos zeigen solidarische Banner in Würzburg (heute, 21.03.2020, Internationaler Tag gegen Rassismus).
¹taz.de/In-der-Corona-…

² zeit.de/politik/auslan…

³ Erster Bericht aus Lesbos (13.03.2020):

twitter.com/schwarzlichtwu…

Zweiter Bericht aus Lesbos (18.03.2020):

twitter.com/schwarzlichtwu…

⁴ Petition #LeaveNoOneBehind:

change.org/p/alle-mensche…

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
Die Bundesregierung kündigte heute an das Resettlement Verfahren mit der #Türkei und die Resettlement-Verfahren des Bundes für Menschen in humanitären Notlagen „bis auf Weiteres auszusetzen“. Begründet werden die Maßnahmen mit der Ausbreitung der #Covid19-Pandemie.
Konkret bedeutet dies, die Menschen in absoluter humanitärer Notlage werden alleine gelassen. Anstatt jetzt freigewordene Hotelkapazitäten zu nutzen, um einreisende Geflüchtete quarantieren zu können, werden die Menschen an der Ägäis im Stich gelassen.
„Moria (Anmerkung: Das völlig überfüllte Flüchtlingslager auf #Lesbos) hat gestern gebrannt, schrecklich!“, schreibt uns am gestrigen Dienstag unser Kontakt (H.) auf der griechischen Insel Lesbos.
Drei Container hätten gebrannt. „Ich habe mitbekommen, dass zwei Kinder gestorben sind“, so H..

„Mittlerweile ist auch #Corona hier ein großes Thema und wir sind halb in Quarantäne“, berichtet H.
Sie berichtet von dramatischen Zuständen: „Alle haben richtig Angst, dass der Virus in #Moria ausbricht – Es gibt keine Möglichkeiten sich ordentlich die Hände zu waschen und nicht einmal Zugang zu ausreichender Gesundheitsversorgung“, schreibt sie uns.
Gestern schrieb die @taz pessimistisch: „Die anderen EU-Länder streiten sich immer noch darüber, wer wie viele unbegleitete Kinder aufnehmen soll und was das für Konsequenzen haben könnte.
Als würden nur Kinder ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben in Sicherheit haben. Für allein reisende Geflüchtete und die vielen Familien in Moria ist anscheinend nirgendwo Platz.“
Unter dem #LeaveNoOneBehind haben in wenigen Tagen bereits über 40.000 Menschen unterschrieben, die Corona-Katastrophe auch an den Außengrenzen endlich ernst zu nehmen.
Die Petition fordert die Evakuierung der überfüllten Lager, notwendige Schutzmaßnahmen vor Corona (auch in Flüchtlingslagern), den Zugang zu medizinischer Versorgung für Obdachlose und Geflüchtete und den Zugang zum Asylverfahren.
Unterzeichnen könnt ihr hier:

change.org/p/alle-mensche…

Mit dieser Dokumentation wollen wir die Entwicklung des Flüchtlingscamps über die letzten fünf Jahre festhalten. Unsere Analysen beruhen zu großen Teilen auf Satellitenaufnahmen des Camps. Ursprünglich als Militärbasis konzipiert, hat Moria eine Kapazität von 3.000 Personen (3). Seit Ende 2015 wird die Basis als Flüchtlingslager genutzt. Wo früher Militärfahrzeuge standen (siehe Aufn. vom 13.06.2007), dokumentieren Satellitenaufnahmen vom Oktober 2015 die Errichtung neuer Gebäude (siehe Aufn. vom 02.10.2015). Ab 29. Oktober entstehen innerhalb von 5 Tagen 15 neue Gebäude (siehe Aufn. vom 29.10.2015 & 02.11.2015). Bis Juni 2016 kommen nochmal über 50 Gebäude hinzu (siehe Aufn. vom 03.06.2016). Eine Karte des UNHCR vom Februar 2016 erklärt die Infrastruktur vor Ort. Das Camp scheint vorbereitet! Seit Frühjahr 2016 dient #Moria hauptsächlich als Abschiebezentrum zur Umsetzung des EU-Türkei-Deals (4). Im April 2016 leben bereits 4.000 geflüchtete Menschen in Moria (5). Als der griechische Migrationsminister in diesem Monat das Camp besucht, kommt es zu Ausschreitungen; Steine fliegen. (5) Eigentlich ist ein Lager mit 133% Auslastung als Überfüllt zu deklarieren. Das heißt: keine weiteren Aufnahmen! Doch viel geringer wird diese Prozentzahl erstmal nicht. Sie ist starker Fluktuation unterworfen: hin und wieder werden besonders schutzbedürftige Geflüchtete ans Festland gebracht (6), doch es gibt stets mindestens genauso viele Neuankömmlinge: Ende 2019 wird von bis zu 450 Menschen in nur einer Nacht berichtet (7). Nach der sogenannten Flüchtlingskrise 2015 hat sich die Lage im Jahr 2017 relativ beruhigt. Zum ersten Mal fällt die Zahl der Menschen in Moria wieder unter 6.000 (8). Auf Satellitenbildern vom April 2017 sind plötzlich weniger (!) Gebäude zu zählen (siehe Aufn. vom 29.04.2017). Einen Monat darauf stehen dort, wo vorher eingeschossige Gebäude waren, zweistöckige, containerartige Gebäude (siehe Aufn. vom 26.05.2017). Bis Januar 2018 kommen viele dieser mehrstöckigen Gebäude hinzu (siehe Aufn. vom 31.01.2018). Die Camp-Betreiber bereiten sich auf weitere Ankömmlinge vor. Doch diese Maßnahmen reichen nicht aus. Das bestehende Camp ist überfüllt und so etabliert sich Anfang 2018 ein Baracken-Cluster auf der gegenüberliegenden Straßenseite, nordöstlich des Camps. Dort befindet sich ein privater Olivenhain, welcher von nun an mehr und mehr beansprucht wird (siehe Aufn. vom 31.01.2018 bis 02.04.2019).

Im Oktober 2019 leben 13.000 Menschen in und um dem Camp (6). Auf einem letzten Satellitenbild vom Oktober 2019 umfasst die Größe des Olivenhain-Camps 41.397m². Das sind 75% des eigentlichen Camps (siehe Aufn. vom 24.10.2019). Zwei Menschen sterben in diesem Monat, als ein Feuer im Lager ausbricht (6). In den Baracken kann sich, wenn überhaupt, nur mäßig gegen den anstehenden Winter geschützt werden. Nicht überall gibt es Strom, nicht überall ist es trocken, vieles versinkt im Schlamm. Die hygienische Situation ist katastrophal und im Lager herrscht Gewalt. So trauen sich Frauen nachts nicht mehr zur Toilette (9). In diesem Winter befinden sich 17.000 Menschen in Moria (10). In Anbetracht der ursprünglichen Kapazität von 3.000 Personen ist dies eine 567 prozentige Auslastung. Das Europa, welches diesen Menschen keinen Eintritt gewährt, schickt Decken und Kissen (10).

Nach Überstehen der Kälteperiode hat sich die Situation nicht verbessert. Januar 2020 befinden sich 19.000 Menschen, davon 40% Minderjährige, im Camp (11). Im Februar protestieren 2.000 Geflüchtete gegen die Zustände im Camp in der Inselhauptstadt (12). Die Polizei setzt Tränengas ein. Daraufhin formt sich im März ein faschistischer Mob, welcher Flüchtlinge, Helfer*innen und Journalist*innen brutal attackiert (13). Währenddessen rückt ein Thema immer weiter in den Vordergrund: Corona. Die Menschen im Camp haben Angst, dass sich das Virus dort ausbreitet. Die Versorgung jeglicher Art ist bereits jetzt katastrophal. Auch Hygienemängel werden mit zunehmender Wasserknappheit verstärkt. Es gibt keine Konzepte, alle sind auf sich alleine gestellt.

Doch zurück zum Anfang: Moria? Gibt es nicht! Überzeugt euch selbst, indem ihr diesen Link anklickt: goo.gl/maps/yPyr3uD7D…. Seit Oktober 2019, wo 13.000 Menschen das Camp bewohnten, gibt es keine aktuelleren Satellitenbilder, welche in dieser Auflösung öffentlich zugänglich sind. Heute leben dort 20.0000 Menschen. Wie hat sich das Lager verändert? Wir wissen es nicht. Statt dem neuesten Satellitenbild wird Usern eine Aufnahme von 2014 mit nachträglicher Verpixelung angezeigt. Diese Art der Problemlösung erinnert stark an das Vorgehen der EU: Moria? Wenn wir nicht hinsehen, ist es nicht unser Problem!

Wir sagen: #LeaveNoOneBehind und #WirHabenPlatz! Evakuiert die Lager und wartet keine Durchseuchung ab! change.org/p/alle-mensche… Quellen:

  1. focus.de/politik/auslan…

  2. proasyl.de/thema/eu-tuerk…

  3. tagesschau.de/ausland/moria-…

  4. de.wikipedia.org/wiki/Moria_(Le…

  5. tagesschau.de/ausland/lesbos…

  6. tagesspiegel.de/themen/reporta…

  7. evangelicalfocus.com/europe/4784/Le…

  8. theguardian.com/world/2017/dec…

  9. avicenna-hilfswerk.de/moria-im-winte…

  10. zeit.de/2019/53/camp-m…
  11. theguardian.com/global-develop…

  12. orf.at/stories/315306…

  13. n-tv.de/politik/Faschi…

Im Rahmen der #Bannertage haben viele Menschen Würzburg erneut verschönert. Wir haben wieder ein paar Impressionen gesammelt. #LeaveNoOneBehind

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
In den vergangenen Tagen und Wochen sind immer wieder Transparente mit verschiedensten Solidaritätsbekundungen und Forderungen aufgetaucht, auf die wir auch bereits aufmerksam gemacht haben.

twitter.com/schwarzlichtwu…

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
Würzburg in #Corona-Zeiten – Eine Bildergalerie

Würzburg im Frühjahr 2020. Die Ausbreitung des Corona-Virus ist noch lange nicht gestoppt. Demonstrationen sind verboten. Die Menschen genießen die warmen Sonnenstrahlen. Die soziale Not verschärft sich weiter.
Doch viele Würzburger*innen zeigen trotz Versammlungsverbot Solidarität. Sie hängen Banner aus den Fenstern, bieten via Social Media oder Plakat ihre Hilfe an und schmücken den öffentlichen Raum mit politischen Botschaften.
Auf zahlreichen Spaziergängen haben wir Würzburg in #Corona-Zeiten für euch dokumentiert. Wir wünschen viel Spaß bei unserer Bildergalerie. #StayHome
#LeaveNoOneBehind #StayHome

Hilfsangebote vom B-Block (0151/50348387) und Malteser (0700/62583737)

  • Neue Bilder in unserer Gallerie -

Traditionell findet an Ostern auch in Würzburg der #Ostermarsch statt. Die Proteste richten sich gegen Militarismus und Krieg.
Wegen Corona wurden die Demonstrationen ins Internet verlegt. Infos: wuerzburg.igmetall.de/37-wuerzburger…

Aufgerufen zum Ostermarsch hatten u. a. @F4F_wuerzburg, der DGB Unterfranken, @CampusLinke, SDAJ Würzburg und der Florakreis.
Militaristische Propaganda hat ebenfalls Hochkonjuktur. Die #Bundeswehr sucht verzweifelt Nachwuchs. Würzburger*innen wehren sich mit Farbe und Kreativität.

Gesehen an der Löwenbrücke.

Da wir solche Aktionen gerade aufgrund der aktuellen Umstände für besonders wichtig halten, wollten wir mit diesem Post auf die nächste Woche anstehenden #Bannertage verweisen: wuerzburg.demosphere.net/event/2438
Die Initiator*innen rufen ab dem 13.04 dazu auf, diese Aktionsform noch zu steigern und möglichst viele Transparente aufzuhängen. Zum einen soll damit Platz für die zahlreichen Emotionen und Gefühle geschaffen werden, die uns in Zeiten der #Corona-Krise umtreiben.
Zum anderen hat diese Aktion aber auch zum Ziel, gerade trotz der anhaltenden massivem Einschnitte in die Demonstrations- und Versammlungsfreiheit, Sichtbarkeit für drängende Probleme zu schaffen und die Formulierung klarer Positionen und Haltungen zu ermöglichen.

„Was H&M kann, können wir schon lange: #Mietstreik jetzt!“ Auf vielen Bannern steht „Refugees Welcome“ und „#LeaveNoOneBehind“ Mit Regenbögen machen sich die Menschen überall in der Stadt Mut. “Ich passe auf Ihren Hund auf!”

Auch 12-Jährige zeigen Solidarität. In der Äußeren Pleich bietet ein junger Anwohner seine Hilfe beim Gassi gehen an. Gleich drei schöne Banner gab es Anfang der Woche auf einem Balkon in der Sanderau zu sehen. Auf diesen bedanken sich Anwohner*innen bei den „Menschen, die den Laden am Laufen halten“ und fordern eine Evakuierung der Flüchtlingslager („Menschenleben retten“). Typisch Deutsch!

Am nächsten Tag wurden zwei Banner ausgetauscht. „Aufgrund einer Beschwerde eines Nachbarn müssen wir leider bis zum 17.4.20 unsere ‘Lappen’ entfernen - Wir hoffen, dass unsere Botschaften trotzdem einige Menschen erreichen können #EsLebeDasSpießbürgertum“ “Bleibt gesund und solidarisch” und “Think global - act local” steht auf Bannern in Hauptbahnhofsnähe. “Wir fordern: Grenzen jetzt für alle öffnen #LEAVENOONEBEHIND”, steht auf einem Banner im Zellerauer Dencklerblock. Auch im Dencklerblock: „Denckler bleibt politisch“

Solidarity-Art: Kunst spenden für #Lesbos!

Die Lage in den Flüchtlingslagern auf Lesbos ist weiterhin dramatisch. Wir freuen uns deshalb, euch solidarity-art ( vorstellen zu können. Die Aktivist*innen schreiben uns:

Die weltweite Corona Krise wirkt sich auf viele Menschen existenz- und lebensbedrohend aus. Doch außerhalb unseres direkten Umfeldes, befinden sich Menschen für die die Situation, durch das Fehlen von Grundversorgung, noch bedrohlicher ist als für uns.

Wie sollen z.B. die Geflüchteten in Griechenland, welche durch griechische & türkische Einheiten wie ein Spielball hin und her gestoßen werden und dabei schärfste Gewalt erfahren müssen, ohne jegliche medizinische Unterstützung, auf engstem Raum, eine Pandemie überstehen können? In den letzten Wochen wurden dort Menschen- & Grundrechte außer Kraft gesetzt. Auch ein wichtiges Versorgungs- & Verwaltungszentrum auf Lesbos ist niedergebrannt, ebenso wie ein Lagerhaus. So wurden die letzten Möglichkeiten genommen, sich medizinisch & anderweitig zu versorgen. Da durch #Corona Spenden-Veranstaltungen & Kundgebungen leider nicht stattfinden können, müssen wir nun kreativ werden & neue Wege finden, wie geholfen werden kann.

Solidarity-Art lädt Künstler*innen & Kunsthandwerker*innen in Ausbildung oder Studium dazu ein, Werke & Stücke aus ihrem Repertoire an uns zu spenden. Kunstliebhaber*innen können mit dem Erwerb dieser Kunstwerke über unsere Crowdfounding Seite die bereits bestehenden Projekte vor Ort („One Happy Family“, „Lesvos Solidarity“ und „Movement on the ground“) unterstützen. Die Einnahmen gehen direkt als Spende an die Organisationen. Die angebotenen Kunstwerke und weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite solidarity-art.de

Lasst uns gemeinsam grenzenlose Solidarität zeigen.

#leavenoonebehind #solidarityart

Würzburg in #Corona-Zeiten – Eine Bildergalerie

Würzburg im Frühjahr 2020. Die Ausbreitung des Corona-Virus ist noch lange nicht gestoppt. Demonstrationen sind verboten. Die Menschen genießen die warmen Sonnenstrahlen. Die soziale Not verschärft sich weiter. Doch viele Würzburger*innen zeigen trotz Versammlungsverbot Solidarität. Sie hängen Banner aus den Fenstern, bieten via Social Media oder Plakat ihre Hilfe an und schmücken den öffentlichen Raum mit politischen Botschaften. Auf zahlreichen Spaziergängen haben wir Würzburg in #Corona-Zeiten für euch dokumentiert. Wir wünschen viel Spaß bei unserer Bildergalerie. #StayHome #LeaveNoOneBehind #StayHome

Hilfsangebote vom B-Block (0151/50348387) und Malteser (0700/62583737)

  • Neue Bilder in unserer Gallerie -

Traditionell findet an Ostern auch in Würzburg der #Ostermarsch statt. Die Proteste richten sich gegen Militarismus und Krieg. Wegen Corona wurden die Demonstrationen ins Internet verlegt. Infos: wuerzburg.igmetall.de/37-wuerzburger…

Aufgerufen zum Ostermarsch hatten u. a. @F4F_wuerzburg, der DGB Unterfranken, @CampusLinke, SDAJ Würzburg und der Florakreis. Militaristische Propaganda hat ebenfalls Hochkonjuktur. Die #Bundeswehr sucht verzweifelt Nachwuchs. Würzburger*innen wehren sich mit Farbe und Kreativität.

Gesehen an der Löwenbrücke.

Die @Seebruecke hat heute an vielen Orten in Würzburg ein Zeichen für Solidarität mit den Menschen an Europas Außengrenzen gesetzt. Unter dem Motto #LeaveNoOneBehind wird eine Evakuierung der Lager (wie bspw. Moria auf #Lesbos) gefordert. twitter.com/SeebrueckeWue/…

Seebrücke Würzburg (@SeebrueckeWue):
#LeaveNoOneBehind in Würzburg #wirhabenplatz uns sagen klar #Evakuierungjetzt!

Bei den Aktionen wurde auf Abstand, Mundschutz und Kontaktbeschränkung geachtet.

Wir waren in Würzburg unterwegs und haben die folgenden Impressionen festgehalten.

#LeaveNoOneBehind #LeaveNoOneBehind Pressemitteilung der Kanzlei Bahner im Aushang in der Kaiserstraße

(Leseempfehlung) #MissMutig hat uns folgende Bilder aus Berlin zugesandt

#LeaveNoOneBehind

Solidarität mit den Menschen an Europas Außengrenzen - #LeaveNoOneBehind

Henni, die wir bisher in unseren Texten nur als H. abgekürzt haben, ist seit Herbst auf #Lesbos, um Geflüchteten zu helfen.

Videobotschaft von Henni: facebook.com/18896332817838… Schon mehrfach berichteten wir mit ihrer Hilfe über die Situation auf der griechischen Insel. Im Video seht ihr ihre Rede zur aktuellen Situation im Camp „#Moria“ auf Lesbos auf der Online-Demonstration der @Seebruecke vom vergangenen Sonntag. „Ansonsten ist es nun ziemlich still auf Lesbos“, sagt Henni. Allerdings wurden die minimalen finanziellen Mittel, die den Geflüchteten zu Verfügung stehen sollten, abgeschafft¹. „Die griechische Regierung hat in Zeiten von Corona, da die Leute Moria eh nicht verlassen können, die Geldzahlungen abgeschafft“, berichtet uns Henni. Die Geflüchteten bekämen pro Monat eigentlich 90 Euro und „diese sollen gestrichen werden mit der Begründung, dass derzeit sowieso niemand in die Stadt könne, um das Geld abzuheben“, so die Helferin. Unser Spendenaufruf und die News aus Lesbos: facebook.com/schwarzlicht.w…

Unser Bericht über Moria vom 21. März: facebook.com/permalink.php?…

¹ facebook.com/10410380453565…

Die @SeebrueckeWue ruft zur Demo am 5. April auf! Damit will die Gruppe auf die unmenschliche Situation in den griechischen Lagern aufmerksam machen. Wie die Demonstration trotz Ausgangssperre & Infektionsgefahr gelingt, erfahrt ihr in ihrem Aufruf.

#Lesbos twitter.com/SeebrueckeWue/…

Seebrücke Würzburg (@SeebrueckeWue):
Aktionstag 5.4.2020 - Wir hinterlassen Spuren!

Versammlungen von Menschenmengen sind zurzeit unverantwortlich. Genauso unverantwortlich wäre es aber, angesichts der sich weiter zuspitzenden humanitären Katastrophe, nicht zu protestieren. #LeaveNoOneBehind

Macht Solidarität zum triftigen Grund!

Die @Seebruecke geht am Sonntag ab 16 Uhr online! #LeaveNoOneBehind twitter.com/SeebrueckeWue/…

Seebrücke Würzburg (@SeebrueckeWue):
Wir gehen online! Am Sonntag um 16:00 Uhr gehen wir auf Facebook und Youtube Live! Aufgrund der aktuellen Situation wird die öffentlich sichtbare politische Meinungsäußerung extrem erschwert. #LeaveNoOneBehind

Es nicht mehr möglich, zu demonstrieren, obwohl die Situation an der EU-#Außengrenze, sowie den griechischen Lagern, einfach nicht mehr tragbar ist. „Wir müssen unsere politische Meinung sichtbar machen, auch wenn wir nicht mehr auf die Straße könnnen für Menschenrechte, wie das Asylrecht oder das Recht auf körperliche Unversehrtheit“, so der Sprecher der Seebrücke Ortsgruppe @SeebrueckeWue. Für ihre erste Online-Demo wird der Livestream neben Redebeiträgen und Musik zahlreiche Möglichkeiten enthalten, sich direkt zu beteiligen. Außerdem soll es eine virtuelle Demo-Route geben, die dafür sorgt, dass die Forderungen direkt bei den pol. Verantwortlichen ankommen. Dazu gehören die Öffnung der Grenzen für Schutzbedürftige und die Evakuierung der griechischen Lager wie Moria, in welchem sich die Situation zuspitzt und die Lage einfach nur noch als menschenunwürdig beschrieben werden kann. Also merkt euch den Termin und kommt am Sonntag dazu. Wir wollen gemeinsam sagen: #LeaveNoOneBehind! Wir lassen die Menschen auf den griechischen Inseln nicht zurück, wir lassen Geflüchtete und arme Menschen in Deutschland nicht zurück. Die Bundesregierung muss endlich handeln und tut sie das nicht, ist es an den Bundesländern und Kommunen, für Humanität und Solidarität einzustehen.

Das Flüchtlingscamp Moria auf Lesbos evakuieren! #leavenoonebehind

Verschiedene Nachrichtendienste, die sich auf den Tweet der Seenotrettung „Mission Lifeline“ beziehen, informieren über die dramatischen Zustände im Flüchtlingscamp Moria auf Lesbos. Zudem veröffentlicht der focus¹ Informationen aus einem Telefonat mit „Mission Lifeline“-Sprecher Axel Steiner:

Die Wasserversorgung ist zu großen Teilen eingestellt, an einigen Stellen funktioniert sie noch sporadisch. Das Trinkwasser wird beschräkt auf 6x 1,5 Liter Wasser am Tag pro Familie (unabhängig der Anzahl der Familienmitglieder). Die Essensversorgung ist auf 1000 Kalorien pro Kind reduziert. Außerdem herrscht keine Bewegungsfreiheit. Die Bewohner*innen werden abgehalten, das Camp zu verlassen. Nicht einmal das Verlassen des Camps zur Suche nach medizinischer Versorgung ist ihnen erlaubt.

Zusätzlich ist die Krätze ausgebrochen. Nachtwachen wurden abgezogen. Sie sollten vor allem unbegleitete Kinder und Jugendliche vor Gewalt und sexuellen Übergriffen schützen.

Die medizinische Versorgung ist kaum noch möglich. Auf 20.000 Bewohner*innen kommen ein Arzt und drei Krankenschwestern. „Ärzte ohne Grenzen“ ist noch vor Ort, andere Hilfeorganisationen wurden jedoch bereits dazu gedrängt, abzureisen.

Die Migrationsbehörde und die europäische Asylagentur sind nicht mehr vor Ort, wären aber zuständig für die Evakuierung. Die Menschen in Lesbos sind komplett auf sich alleine gestellt. Noch ist Corona nicht im Camp ausgebrochen – oder wir wissen es noch nicht. Wir können nicht erahnen, welche Informationen uns vielleicht in wenigen Tagen erreichen. Daher noch einmal der eindringliche Appell nach draußen: Diese Menschen dürfen nicht alleine gelassen werden und müssen schnellstmöglich evakuiert werden.

Bilder aufgenommen am Sonntag in Höchberg. #LeaveNoOneBehind

¹ focus.de/politik/auslan…

„Die Situation in Moria ist heftig“ - Lagebericht aus Lesbos und Solidarität aus #Würzburg!

Erstmal die gute Nachricht. H., die bereits seit mehreren Monaten auf Lesbos in der Geflüchtetenhilfe arbeitet, geht es soweit „ganz gut“. Mittlerweile ist die Insel „für Nicht-Inselbewohner*innen dicht, wahrscheinlich streicht Griechenland ab morgen die Flüge“.

Die @tazgezwitscher schreibt heute über den „Ausnahmezustand de luxe“ in Deutschland und blickt auf Lesbos: „Während hier leere Hallen und Hotels als Notfallkrankenhäuser aufgebaut werden, betreibt das Gesundheitsministerium von Griechenland im Lager von Moria auf Lesbos eine Krankenstation mit zwei Ärzten und einem Psychologen pro Schicht – für über 20.000 Menschen“. ¹ Im Lager von #Moria gelten nun Ausgangbeschränkungen. „Die Leute dürfen nur noch von 7 – 19 Uhr raus und nur eine Person pro Familie am Tag und nicht mehr als 100 Menschen in der Stunde“, berichtet H. Zusätzlich werde ein Zaun um das Geflüchtetenlager gezogen. Die Situation in Moria ist heftig“, H. sorgt sich, „dass Moria nicht wieder zu der Offenheit zurückkommt“.

Die Schule „Wave of Hope“ zieht gerade um. „Nun wurde beschlossen, anstatt der Schule ein notdürftiges Krankenhaus zu bauen. Das ganze wird natürlich alles selbstorganisiert und wird von NGOs unterstützt“, schreibt uns H.. Sie sorgt sich um eine weitere Zuspitzung der Lage im Camp Moria: „Ich denke, dass es die Tage vermehrt zu Spannungen kommen wird, weil die Leute einfach nicht raus können, die kleinen Obst/Gemüse/Falafelstände in Moria jetzt auch vorerst schließen mussten, d.h. dass alle wieder vermehrt auf das Essen von Moria selbst angewiesen sind“. Sie sorge sich vor „längeren Essensschlangen, mehr Rangeleien und Stress“ Während wir uns die Hände waschen können, leben die Menschen in Moria unter katastrophalen hygienischen Bedingungen: „In den Lagern in Griechenland gibt es oft nicht einmal genug Wasser zum Trinken“, schreibt Christian Jakob in der taz. In einem lesenswerten Artikel der @zeitonline fordert Allgemeinmediziner George Makris: „Die vorerkrankten Menschen müssen jetzt dringend und zuallererst evakuiert werden. Schlussendlich müssen alle hier raus.“ ² Wir haben bereits zwei mal über die Situation in #Lesbos berichtet³ und halten euch auch in Zukunft auf dem Laufenden. Um die totale Katastrophe in Moria zu verhindern, wurde der #LeaveNoOneBehind ins Leben gerufen und eine Petition gestartet, die bereits mehr als 160.000 Menschen unterzeichnet haben. ⁴ In Würzburg hätte gestern eine Demonstration unter dem Motto „Wir haben Platz“ stattfinden sollen.

Aus bekannten Gründen musste sie abgesagt werden, deshalb ruft die @SeebrueckeWue auf, Banner aus den Häusern zu hängen, um Solidarität mit den Menschen an den europäischen Außengrenzen zu zeigen.

Die Fotos zeigen solidarische Banner in Würzburg (heute, 21.03.2020, Internationaler Tag gegen Rassismus). ¹taz.de/In-der-Corona-…

² zeit.de/politik/auslan…

³ Erster Bericht aus Lesbos (13.03.2020):

twitter.com/schwarzlichtwu…

Zweiter Bericht aus Lesbos (18.03.2020):

twitter.com/schwarzlichtwu…

⁴ Petition #LeaveNoOneBehind:

change.org/p/alle-mensche…

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
Die Bundesregierung kündigte heute an das Resettlement Verfahren mit der #Türkei und die Resettlement-Verfahren des Bundes für Menschen in humanitären Notlagen „bis auf Weiteres auszusetzen“. Begründet werden die Maßnahmen mit der Ausbreitung der #Covid19-Pandemie.
Konkret bedeutet dies, die Menschen in absoluter humanitärer Notlage werden alleine gelassen. Anstatt jetzt freigewordene Hotelkapazitäten zu nutzen, um einreisende Geflüchtete quarantieren zu können, werden die Menschen an der Ägäis im Stich gelassen.
„Moria (Anmerkung: Das völlig überfüllte Flüchtlingslager auf #Lesbos) hat gestern gebrannt, schrecklich!“, schreibt uns am gestrigen Dienstag unser Kontakt (H.) auf der griechischen Insel Lesbos.
Drei Container hätten gebrannt. „Ich habe mitbekommen, dass zwei Kinder gestorben sind“, so H..

„Mittlerweile ist auch #Corona hier ein großes Thema und wir sind halb in Quarantäne“, berichtet H.
Sie berichtet von dramatischen Zuständen: „Alle haben richtig Angst, dass der Virus in #Moria ausbricht – Es gibt keine Möglichkeiten sich ordentlich die Hände zu waschen und nicht einmal Zugang zu ausreichender Gesundheitsversorgung“, schreibt sie uns.
Gestern schrieb die @taz pessimistisch: „Die anderen EU-Länder streiten sich immer noch darüber, wer wie viele unbegleitete Kinder aufnehmen soll und was das für Konsequenzen haben könnte.
Als würden nur Kinder ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben in Sicherheit haben. Für allein reisende Geflüchtete und die vielen Familien in Moria ist anscheinend nirgendwo Platz.“
Unter dem #LeaveNoOneBehind haben in wenigen Tagen bereits über 40.000 Menschen unterschrieben, die Corona-Katastrophe auch an den Außengrenzen endlich ernst zu nehmen.
Die Petition fordert die Evakuierung der überfüllten Lager, notwendige Schutzmaßnahmen vor Corona (auch in Flüchtlingslagern), den Zugang zu medizinischer Versorgung für Obdachlose und Geflüchtete und den Zugang zum Asylverfahren.
Unterzeichnen könnt ihr hier:

change.org/p/alle-mensche…

Die @SeebrueckeWue ruft auf, heute am internationalen Tag gegen #Rassismus mit Transparenten, Stoff, Kerzen oder anderen Symbolen unsere Solidarität zu zeigen und schließen uns damit einer bundesweiten Aktion an. Dekoriert eure Fassade, euren Balkon, euer Fenster. Zeigt eure #Solidarität mit allen, die kein Zuhause haben, mit allen, die von Rassismus betroffen sind. Lasst uns deutlich machen, dass wir auch in solch einer schweren Krise Empathie & Mitgefühl mit denen hochhalten, die der Virus am härtesten trifft. Aktiv gegen den Zustand der Lethargie und für die Solidarität: Schmückt eure Wohnung, euer Haus und postet Bilder davon unter: #LeaveNoOneBehind!

Ihr kennt andere Wege eure Solidarität kreativ zu zeigen? Kein Problem, jede Form des Protests ist gut und wichtig!

Die Bundesregierung kündigte heute an das Resettlement Verfahren mit der #Türkei und die Resettlement-Verfahren des Bundes für Menschen in humanitären Notlagen „bis auf Weiteres auszusetzen“. Begründet werden die Maßnahmen mit der Ausbreitung der #Covid19-Pandemie. Konkret bedeutet dies, die Menschen in absoluter humanitärer Notlage werden alleine gelassen. Anstatt jetzt freigewordene Hotelkapazitäten zu nutzen, um einreisende Geflüchtete quarantieren zu können, werden die Menschen an der Ägäis im Stich gelassen. „Moria (Anmerkung: Das völlig überfüllte Flüchtlingslager auf #Lesbos) hat gestern gebrannt, schrecklich!“, schreibt uns am gestrigen Dienstag unser Kontakt (H.) auf der griechischen Insel Lesbos. Drei Container hätten gebrannt. „Ich habe mitbekommen, dass zwei Kinder gestorben sind“, so H..

„Mittlerweile ist auch #Corona hier ein großes Thema und wir sind halb in Quarantäne“, berichtet H. Sie berichtet von dramatischen Zuständen: „Alle haben richtig Angst, dass der Virus in #Moria ausbricht – Es gibt keine Möglichkeiten sich ordentlich die Hände zu waschen und nicht einmal Zugang zu ausreichender Gesundheitsversorgung“, schreibt sie uns. Gestern schrieb die @taz pessimistisch: „Die anderen EU-Länder streiten sich immer noch darüber, wer wie viele unbegleitete Kinder aufnehmen soll und was das für Konsequenzen haben könnte. Als würden nur Kinder ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben in Sicherheit haben. Für allein reisende Geflüchtete und die vielen Familien in Moria ist anscheinend nirgendwo Platz.“ Unter dem #LeaveNoOneBehind haben in wenigen Tagen bereits über 40.000 Menschen unterschrieben, die Corona-Katastrophe auch an den Außengrenzen endlich ernst zu nehmen. Die Petition fordert die Evakuierung der überfüllten Lager, notwendige Schutzmaßnahmen vor Corona (auch in Flüchtlingslagern), den Zugang zu medizinischer Versorgung für Obdachlose und Geflüchtete und den Zugang zum Asylverfahren. Unterzeichnen könnt ihr hier:

change.org/p/alle-mensche…