#georgefloyd

Gestern fand – neben dem Christopher Street Day – auch eine Kundgebung von „stopracismwue“ statt. Etwa 350 vorwiegend sehr junge Personen versammelten sich auf den Mainwiesen um gegen Rassismus zu demonstrieren. Neben zahlreichen Redebeiträgen, die v.a. von persönlich Rassismuserfahrungen und Solidarität handelten, gab es am Ende ein Open Mic. Eine Rednerin betonte, dass es nicht reiche, sich nur auf Instagram zu engagieren. #BlackLivesMatter sei mehr als ein Hashtag und man müsse sich auch außerhalb der online Community engagieren. Eine andere Person betonte “staying silent and not saying anything ist also harmful”. Ähnlich der letzten Demo gab es eine coronagerechte Polonaise, bei der “I can’t breathe” skandiert wurde. Dies gab der Veranstaltung und dem Ausruf einen unangebrachten Partycharakter und verharmloste die Situation. Auch gab es wieder 8 Minuten und 43 Sekunden Schweigen in Gedenken an #GeorgeFloyd. Unterstützt wurde das - teils minderjährige - Orga-Team von Mitarbeiter:innen einer Securityfirma, die ehrenamtlich zusätzlich zu den Ordner:innen agierten und sich solidarisch mit den Protesten zeigten.

Heute wieder raus auf die Mainwiesen zur #BlackLivesMatter Kundgebung!

#BLM twitter.com/schwarzlichtwu…

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
Am Freitag 12. Juni um 18:00 auf den Mainwiesen (zwischen Friedensbrücke und Brücke der dt. Einheit) gegen Rassistische Polizeigewalt!
[English below]

Wir bitten ausdrücklich darum mit Mund- und Nasenschutz zu kommen und auf der Veranstaltung einen Mindestabstand von 1,5 m zu bewahren. Die Akkustik wird diesmal besser, so dass auch ganz hinten noch was zu hören ist.
Es ist auch jetzt noch wichtig während der Pandemie solidarisch mit den Gefährdetsten unter uns zu sein und auch so zu handeln. Es wird auch voraussichtlich von Anfang an einen Livestream auf dem Instagram Kanal von Schwarzlicht geben.
We won’t be silenced ever again – #BlackLivesMatter!

Der Kampf um Gerechtigkeit für Opfer rassistischer Polizeigewalt hat erst begonnen, weswegen wir uns am Freitag Abend um 18:00 Uhr wieder auf der Straße sehen.
In mehreren Städten in der BRD hat die Polizei die friedlichen Demos mit massiver Gewalt und stundenlanger Verhörung von Schwarzen Jugendlichen und Jugendlichen of Color beantwortet.
Black Lives Matter ist keine Bewegung, die von Rassismus betroffene Menschen nach einer Demo auf dem Nachhauseweg in die Tonne werfen können. Die Bewegung hat mit der geplanten Auflösung der Polizeibehörde in Minneapolis, als Konsequenz der Ermordung George Floyds, und dem neuen verabschiedeten Antidiskriminierungsgesetz in Berlin erste Erfolge erreicht. Doch wo bleibt die Gerechtigkeit für Breonna Taylor und Tony McDade? Wo bleibt die Aufklärung von den Fällen Matiullah Jabarkhil, Amad Ahmad und Rooble Muße Warsame?
Wir hören nicht auf, bis wir Gerechtigkeit haben! Wir sind nicht frei, bis alle von uns frei sind. #Blacklivesmatter
Das Antirassismusreferat der Uni Würzburg, die @antifa_wue, die BI_PoC Hochschulgruppe, KulturS e.V. und Schwarzlicht Würzburg rufen für nächsten Freitag auf zur Demonstration gegen Polizeigewalt und jede Form von Rassimus – Wir lassen uns nicht mehr zum Schweigen bringen.
Es wird diesmal ein offenes Mikro geben. Ihr könnt also gerne Redebeiträge vorbereiten und mitbringen (BI_PoC to the front!).
Hier noch paar Leitlinien für weiße Verbündete zu Protesten, die von BI_PoC geführt werden:

  1. Schreie Parolen nur nach: Fange nicht selbst an, Parolen zu schreien oder sie anzugeben.

  2. Mach keine Selfies: Frage nach Bildern oder Videos von Einzelpersonen.

  3. Bleib
    jederzeit ruhig: Die Sicherheit von BI_PoC ist höchste Priorität. Ein unnötiges Agitieren kann für diese Lebensgefährlich sein.

  4. Die Black Power Faust als weiße Person heben?: Da uns einige gefragt haben, wollten wir unsere Perspektive teilen.
    Die Black community, die in unseren Gruppen organisiert ist, empfindet es als solidarisches Zeichen wenn auch weiße Leute sich in dieser Form des Protests beteiligen.
    Wir können natürlich nicht für andere Schwarze Personen und ihre Empfindungen sprechen. Achtet auf eure Umgebung. Wenn dich eine Schwarze Person bitten sollte, die Faust runter zu nehmen, ist es angebracht dem Wunsch zu folgen.
    Falls das vorkommen sollte, sei nicht beleidigt. Es ist nicht böse gemeint und auch nicht weiter schlimm. Letztendlich ist es ein Zeichen des Schwarzen Widerstandes.
    Generelle Leitlinien:

Auf dieser Demo, wie auf allen anderen Veranstaltungen von uns, werden Mysogynie, Sexismus,Homo- und Transfeindlichkeit, Lookismus und Body Shaming nicht toleriert. Lasst deswegen bitte Schilder wie “Racism is small dick energy” zuhause.
English:

Call for Demonstration: On Friday, June 12th, at 6pm on the Mainwiesen (between Friedensbrücke and Brücke der dt. Einheit) against racist police violence.

We explicitly ask you to wear a mask that covers your nose and mouth and to keep a minimum distance of 1.5 m.
The sound will be better this time, so that people in the back rows can hear everything. It is still important to act in solidarity with people who are most vulnerable during this pandemic.
There will hopefully also be a livestream right from the beginning on the Instagram channel of Schwarzlicht.
We won’t be silenced ever again – #BlackLivesMatter

The fight for justice for victims of racial police brutality has just started. Save the date to join us on this Friday, June 12, at 6pm to continue our protest. In many cities across Germany the police responded to the peaceful demonstrations with violence and unjustified interrogations of young BI_PoC. This once again shows that the Black Lives Matter movement is nothing racialised People can throw in the bin on their way home from the demonstration.
The movement has already achieved great success with the intended disbandment of the Minneapolis police departement as a reaction to the murder of #GeorgeFloyd, as well as the new anti-discrimination law in Berlin. But where is justice for #BreonnaTaylor and #TonyMcDade?
How long do we have to wait for the cases of Matiullah Jabarkhil, Amad Ahmad, and Rooble Muße Warsame to be dismantled? We won’t stop until justice is served! None of us is free until all of us are. #Blacklivesmatter
The Anti-racism Unit of the University of Würzburg, the @antifa_wue, the Bi_PoC students group, Würzburg KUlturS e.V., and Schwarzlicht Würzburg are calling for a demonstration against police violence and any form of racism on next friday – We won’t be silenced ever again.
This time, there will be an open mic. Therefore, we invite you to prepare a speech. Speeches in English are welcome (BIPoC to the front!).
Here are some guidelines for white people who participate in demonstrations lead by BI_PoC

  1. Only follow slogans: Do not start with slogans on your own.

  2. Don‘t take selfies: Ask first if you want to take a picture or video of an individual.

  3. Stay calm: The
    safety of BI_PoC is our priority. Unnecessary agitating can risk their lives.

  4. Raising the Black Power fist as a white person?: Since many have asked us, we want to share our perspective.
    The Black community organised in our groups think it is an expression of solidarity when white people, too, raise the Black Power fist. Nevertheless, this is not representative for all Black people at the demonstration. Pay attention to your environment.
    If a Black person asks you not to participate in this expression it is appropriate to follow their wish. If this occurs don’t be upset. It doesn’t mean that you have done anything utterly wrong. After all, it is a sign of Black resistance.
    General Guidelines:

We will not tolerate mysogyny, sexism, anti-gay and -trans hostilities, lookism, and body shaming at this demonstration or at any event organised by us. Therefore, do not bring signs that say anything like “racism is small dick energy”.

Am Freitag 12. Juni um 18:00 auf den Mainwiesen (zwischen Friedensbrücke und Brücke der dt. Einheit) gegen Rassistische Polizeigewalt! [English below]

Wir bitten ausdrücklich darum mit Mund- und Nasenschutz zu kommen und auf der Veranstaltung einen Mindestabstand von 1,5 m zu bewahren. Die Akkustik wird diesmal besser, so dass auch ganz hinten noch was zu hören ist. Es ist auch jetzt noch wichtig während der Pandemie solidarisch mit den Gefährdetsten unter uns zu sein und auch so zu handeln. Es wird auch voraussichtlich von Anfang an einen Livestream auf dem Instagram Kanal von Schwarzlicht geben. We won’t be silenced ever again – #BlackLivesMatter!

Der Kampf um Gerechtigkeit für Opfer rassistischer Polizeigewalt hat erst begonnen, weswegen wir uns am Freitag Abend um 18:00 Uhr wieder auf der Straße sehen. In mehreren Städten in der BRD hat die Polizei die friedlichen Demos mit massiver Gewalt und stundenlanger Verhörung von Schwarzen Jugendlichen und Jugendlichen of Color beantwortet. Black Lives Matter ist keine Bewegung, die von Rassismus betroffene Menschen nach einer Demo auf dem Nachhauseweg in die Tonne werfen können. Die Bewegung hat mit der geplanten Auflösung der Polizeibehörde in Minneapolis, als Konsequenz der Ermordung George Floyds, und dem neuen verabschiedeten Antidiskriminierungsgesetz in Berlin erste Erfolge erreicht. Doch wo bleibt die Gerechtigkeit für Breonna Taylor und Tony McDade? Wo bleibt die Aufklärung von den Fällen Matiullah Jabarkhil, Amad Ahmad und Rooble Muße Warsame? Wir hören nicht auf, bis wir Gerechtigkeit haben! Wir sind nicht frei, bis alle von uns frei sind. #Blacklivesmatter Das Antirassismusreferat der Uni Würzburg, die @antifa_wue, die BI_PoC Hochschulgruppe, KulturS e.V. und Schwarzlicht Würzburg rufen für nächsten Freitag auf zur Demonstration gegen Polizeigewalt und jede Form von Rassimus – Wir lassen uns nicht mehr zum Schweigen bringen. Es wird diesmal ein offenes Mikro geben. Ihr könnt also gerne Redebeiträge vorbereiten und mitbringen (BI_PoC to the front!). Hier noch paar Leitlinien für weiße Verbündete zu Protesten, die von BI_PoC geführt werden:

  1. Schreie Parolen nur nach: Fange nicht selbst an, Parolen zu schreien oder sie anzugeben.

  2. Mach keine Selfies: Frage nach Bildern oder Videos von Einzelpersonen.

  3. Bleib jederzeit ruhig: Die Sicherheit von BI_PoC ist höchste Priorität. Ein unnötiges Agitieren kann für diese Lebensgefährlich sein.

  4. Die Black Power Faust als weiße Person heben?: Da uns einige gefragt haben, wollten wir unsere Perspektive teilen. Die Black community, die in unseren Gruppen organisiert ist, empfindet es als solidarisches Zeichen wenn auch weiße Leute sich in dieser Form des Protests beteiligen. Wir können natürlich nicht für andere Schwarze Personen und ihre Empfindungen sprechen. Achtet auf eure Umgebung. Wenn dich eine Schwarze Person bitten sollte, die Faust runter zu nehmen, ist es angebracht dem Wunsch zu folgen. Falls das vorkommen sollte, sei nicht beleidigt. Es ist nicht böse gemeint und auch nicht weiter schlimm. Letztendlich ist es ein Zeichen des Schwarzen Widerstandes. Generelle Leitlinien:

Auf dieser Demo, wie auf allen anderen Veranstaltungen von uns, werden Mysogynie, Sexismus,Homo- und Transfeindlichkeit, Lookismus und Body Shaming nicht toleriert. Lasst deswegen bitte Schilder wie “Racism is small dick energy” zuhause. English:

Call for Demonstration: On Friday, June 12th, at 6pm on the Mainwiesen (between Friedensbrücke and Brücke der dt. Einheit) against racist police violence.

We explicitly ask you to wear a mask that covers your nose and mouth and to keep a minimum distance of 1.5 m. The sound will be better this time, so that people in the back rows can hear everything. It is still important to act in solidarity with people who are most vulnerable during this pandemic. There will hopefully also be a livestream right from the beginning on the Instagram channel of Schwarzlicht. We won’t be silenced ever again – #BlackLivesMatter

The fight for justice for victims of racial police brutality has just started. Save the date to join us on this Friday, June 12, at 6pm to continue our protest. In many cities across Germany the police responded to the peaceful demonstrations with violence and unjustified interrogations of young BI_PoC. This once again shows that the Black Lives Matter movement is nothing racialised People can throw in the bin on their way home from the demonstration. The movement has already achieved great success with the intended disbandment of the Minneapolis police departement as a reaction to the murder of #GeorgeFloyd, as well as the new anti-discrimination law in Berlin. But where is justice for #BreonnaTaylor and #TonyMcDade? How long do we have to wait for the cases of Matiullah Jabarkhil, Amad Ahmad, and Rooble Muße Warsame to be dismantled? We won’t stop until justice is served! None of us is free until all of us are. #Blacklivesmatter The Anti-racism Unit of the University of Würzburg, the @antifa_wue, the Bi_PoC students group, Würzburg KUlturS e.V., and Schwarzlicht Würzburg are calling for a demonstration against police violence and any form of racism on next friday – We won’t be silenced ever again. This time, there will be an open mic. Therefore, we invite you to prepare a speech. Speeches in English are welcome (BIPoC to the front!). Here are some guidelines for white people who participate in demonstrations lead by BI_PoC

  1. Only follow slogans: Do not start with slogans on your own.

  2. Don‘t take selfies: Ask first if you want to take a picture or video of an individual.

  3. Stay calm: The safety of BI_PoC is our priority. Unnecessary agitating can risk their lives.

  4. Raising the Black Power fist as a white person?: Since many have asked us, we want to share our perspective. The Black community organised in our groups think it is an expression of solidarity when white people, too, raise the Black Power fist. Nevertheless, this is not representative for all Black people at the demonstration. Pay attention to your environment. If a Black person asks you not to participate in this expression it is appropriate to follow their wish. If this occurs don’t be upset. It doesn’t mean that you have done anything utterly wrong. After all, it is a sign of Black resistance. General Guidelines:

We will not tolerate mysogyny, sexism, anti-gay and -trans hostilities, lookism, and body shaming at this demonstration or at any event organised by us. Therefore, do not bring signs that say anything like “racism is small dick energy”.

Am Freitag fand auf den Würzburger Mainwiesen eine Kundgebung gegen #Rassismus und #Polizeigewalt statt. Wir haben die Redebeiträge der beteiligten Gruppen und Einzelpersonen zusammengetragen und veröffentlicht:

schwarzlicht.org/p/2020-06-05-b… Unser Bericht zur Kundgebung: twitter.com/schwarzlichtwu…

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
„#BlackLivesMatter“ #Würzburg mobilisiert über 1500 Menschen

Schon weit vor Demonstrationsbeginn wurde klar: Die Kundgebung wird ein großer Erfolg. Nach dem Mord an #GeorgeFloyd gehen weltweit Menschen gehen #Rassismus und #Polizeigewalt auf die Straße. So auch in Würzburg.
Die Stadt hatte die Demonstration an das Mainufer an der Talavera verlegt. Die Polizei hielt sich an den Mainwiesen weitgehend zurück und war mit vielen Polizeibussen im ganzen Innenstadtgebiet präsent. Als um 17 Uhr die Reden beginnen sollten, lichtete sich das Wetter leicht.
Trotz Nieselregen waren es wohl über 1500 Menschen, die dem Aufruf von BI_PoC-Hochschulgruppe, @antifa_wue, ANTI RA WÜ-Referat gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit Uni Würzburg, Würzburg KUlturS e.V. und Schwarzlicht Würzburg gefolgt sind.
Viele Gruppen mobilisierten im Vorfeld zu der Kundgebung „Gegen Polizeigewalt und jede Form von Rassismus #JusticeforGeorgeFloyd“, darunter u. a. AKJ Würzburg, MissMutig, @F4F_wuerzburg, @SeebrueckeWue und @EGwuerzburg.
Gekommen waren v. a. junge Menschen. Auf selbst gebastelten Schildern stand „Black Lives Matter“ oder „I can‘t breathe“. Die Stimmung war sehr emotional. Viele Menschen weinten vor Ergriffenheit. Gleichzeitig war eine riesige Wut zu spüren.
Nicht nur über den Mord an George Floyd, sondern auch über rassistische Morde in Deutschland. #Hanau, #Halle, der NSU und der Mord an Walter Lübcke waren ebenso Thema, wie Tötungen von PoC und von Schwarzen Menschen durch die deutsche Polizei.
„Oury Jalloh (2005), Laye-Alama Condé (2005), Christy Schwundeck(2011), Hussam Fadl (2016), Amad Ahmad (2018), Matiullah Jabarkhil (2018) und Rooble Muße Warsame (2019) wurden durch die deutsche Polizei getötet oder starben durch fragwürdige Umstände in ihren Räumlichkeiten“, hieß es im Aufruf.

Nach guten zwei Stunden waren immer noch mehr als tausend Menschen trotz schlechten Wetters auf der Kundgebung.
Die Reden kamen bei denen, die sie verstehen konnten, gut an. Geplant war die Demo für 300 Menschen und dementsprechend auch die Akustik. Wir werden in den nächsten Tagen alle Reden auf Schwarzlicht Würzburg (schwarzlicht.org) hochladen.
Immer wieder erhoben alle Anwesenden ihre Fäuste, riefen „Black Lives Matter“ oder „No Justice! No Peace!“. Abschließend sagte ein Redner: „Dies ist nicht das Ende des Widerstandes. Dies ist erst der Anfang!“.

„#BlackLivesMatter“ #Würzburg mobilisiert über 1500 Menschen

Schon weit vor Demonstrationsbeginn wurde klar: Die Kundgebung wird ein großer Erfolg. Nach dem Mord an #GeorgeFloyd gehen weltweit Menschen gehen #Rassismus und #Polizeigewalt auf die Straße. So auch in Würzburg. Die Stadt hatte die Demonstration an das Mainufer an der Talavera verlegt. Die Polizei hielt sich an den Mainwiesen weitgehend zurück und war mit vielen Polizeibussen im ganzen Innenstadtgebiet präsent. Als um 17 Uhr die Reden beginnen sollten, lichtete sich das Wetter leicht. Trotz Nieselregen waren es wohl über 1500 Menschen, die dem Aufruf von BI_PoC-Hochschulgruppe, @antifa_wue, ANTI RA WÜ-Referat gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit Uni Würzburg, Würzburg KUlturS e.V. und Schwarzlicht Würzburg gefolgt sind. Viele Gruppen mobilisierten im Vorfeld zu der Kundgebung „Gegen Polizeigewalt und jede Form von Rassismus #JusticeforGeorgeFloyd“, darunter u. a. AKJ Würzburg, MissMutig, @F4F_wuerzburg, @SeebrueckeWue und @EGwuerzburg. Gekommen waren v. a. junge Menschen. Auf selbst gebastelten Schildern stand „Black Lives Matter“ oder „I can‘t breathe“. Die Stimmung war sehr emotional. Viele Menschen weinten vor Ergriffenheit. Gleichzeitig war eine riesige Wut zu spüren. Nicht nur über den Mord an George Floyd, sondern auch über rassistische Morde in Deutschland. #Hanau, #Halle, der NSU und der Mord an Walter Lübcke waren ebenso Thema, wie Tötungen von PoC und von Schwarzen Menschen durch die deutsche Polizei. „Oury Jalloh (2005), Laye-Alama Condé (2005), Christy Schwundeck(2011), Hussam Fadl (2016), Amad Ahmad (2018), Matiullah Jabarkhil (2018) und Rooble Muße Warsame (2019) wurden durch die deutsche Polizei getötet oder starben durch fragwürdige Umstände in ihren Räumlichkeiten“, hieß es im Aufruf.

Nach guten zwei Stunden waren immer noch mehr als tausend Menschen trotz schlechten Wetters auf der Kundgebung. Die Reden kamen bei denen, die sie verstehen konnten, gut an. Geplant war die Demo für 300 Menschen und dementsprechend auch die Akustik. Wir werden in den nächsten Tagen alle Reden auf Schwarzlicht Würzburg (schwarzlicht.org) hochladen. Immer wieder erhoben alle Anwesenden ihre Fäuste, riefen „Black Lives Matter“ oder „No Justice! No Peace!“. Abschließend sagte ein Redner: „Dies ist nicht das Ende des Widerstandes. Dies ist erst der Anfang!“.

„Kapitalismus überwinden“ - @F4F_wuerzburg wagt den Klassenkampf! „Kaka-Pipi-Kakapipitalismus“ - rufen die Protestierenden. Man merkt: Fridaysforfuture ist nach wie vor eine Bewegung aus jungen Menschen. Da gehört Fäkalhumor nun einmal dazu. Inhaltlich hat sich die Bewegung stark weiter entwickelt. Wo früher individueller Konsumverzicht gefordert wurde, geht es nun um kollektives Handeln. Schon der Aufruf von fridaysforfuture Würzburg hatte es in sich. Die Bewegung fordert: Systemwandel jetzt!. Zunächst hatte #FFF für den Oberen Markt mobilisiert. Aufgrund der Corona-Lage verlegt die Stadt derzeit alle größeren Kundgebungen auf die Talavera-Mainwiesen.

Bei grauem Himmel versammelten sich zunächst etwa 120 Menschen auf der Versammlungsfläche. @EGwuerzburg redete zu Beginn über Coronakrise, Klimakrise, Ausbeutung des globalen Südens, Krieg und Rassismus. Die derzeit katastrophalen globalen Zustände seien bedingt durch eine kapitalistische Ausbeutungslogik, die auf unendliches wirtschaftliches Wachstum abziele. Derzeit sehe man besonders, wie die herrschende Klasse den Status Quo mit autoritären Mitteln aufrecht erhalten möchte. Trotz Klimakrise gingen weiter Kohlekraftwerke ans Netz, die Flugbranche und Autobranche würden gerettet und die Interessen der Armen würden auch in der Corona-Krise massiv vernachlässigt, sagte die EG-Rednerin sinngemäß. Auch der Würzburger Politsumpf bleibt nicht unangetastet: „Auch in Würzburg wird der kapitalistischen Logik in der Politik streng gefolgt. Anstatt den Wandel wirklich voranzubringen, Kultur, Kollektivität, Basisdemokratie und Ökologie zu stärken, werden lieber durch Absprachen hochbezahlte Stellen im Rathaus geschaffen“. Dies ist wohl ein Seitenhieb auf Martin Heilig. Der unterlegene OB-Kandidat der Grünen paktiert nun mit der CSU, die seit Jahrzehnten Klimaschutz blockiert. Viele Menschen waren in weißen Kitteln gekommen. „Gesundheit braucht Klimaschutz“, stand auf einem ihrer mitgebrachten Transparente. Das Gesundheitspersonal und Mediziner*innen haben sich FFF angeschlossen, um die Kämpfe für eine gute medizinische Versorgung mit den Forderungen nach Klimaschutz zu vereinen. In der Rede betonte eine Medizinerin, die katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit der Menschen. Hitzetage nehmen zu, dies führe zu Leiden bei Gesundheitspersonal und Bevölkerung. Lungen- und Herzkrankheiten werden in Zukunft wohl zunehmen, meinte die Rednerin. Die folgende Rede hielt ein Aktivist der @SeebrueckeWue: „Während europäische Konzerne durch den Neokolonialismus Milliardenprofite mit den ärmsten Menschen der Welt erzielen, sterben zehntausende Menschen an der Europäischen Außengrenze. Entweder verdursten sie in der Wüste Entweder verdursten sie in der Wüste oder ertrinken im Mittelmeer“. Darum brauche man einen Systemwandel. „Wir müssen den Kapitalismus unbedingt überwinden – System Change not Climate Change“, sagte der Redner und rief anschließend zur Antirassismus-Demonstration um 17 Uhr an den Mainwiesen auf. Zwischendurch gab es eine starke Gesangseinlage eines Aktivisten. In sein „Power to the People“ stimmten die anderen anwesenden Demonstrant*innen lautstark ein. Zudem wurden auch die Rufe nach „Climate Justice“ laut. @F4F_wuerzburg unterstützt auch die Kampagne für den Nationalpark Steigerwald. Deswegen haben die Aktivist*innen Schilder gebastelt, um die Initiative für den Nationalpark bei der online-Demonstration zu unterstützen. In der Abschlussrede sagte ein Aktivist von FFF: „Konzernlobbyismus beeinflusst maßgeblich die öffentliche Debatte“. 100.000 Arbeitsplätze seien in Deutschland seit 2009 in der Windkraftbranche verloren gegangen. Das sei das Ergebnis von katastrophalen politischen Entscheidungen. „Es bringt wenig, wenn wir auf den eigenen CO2-Ausstoß achten. Wir müssen kollektiv die Strukturen verändern“, betonte er. Die Art zu wirtschaften, zerstöre die Lebensgrundlage der Menschen. Abschließend blieb er realpolitisch und forderte: „Besseren und günstigen ÖPNV, Bedingungsloses Grundeinkommen und Erneuerbare Energien“. Die Corona-Schutzmaßnahmen wurden bei der Demonstration eingehalten. Die Protestierenden trugen Mundschutz und hielten Abstand. Abschließend bildeten die mittlerweile 150 Demonstrant*innen einen großen Kreis und riefen „The sea ist rising and so are we!“ Ab 17 Uhr geht es heute auf den Mainwiesen weiter mit der Kundgebung: Justice for George Floyd! twitter.com/antifa_wue/sta…

Antifa Würzburg (@antifa_wue):
Gegen #Polizeigewalt und jede Form von #Rassimus - #JusticeforGeorgeFloyd!

Kundgebung am Freitag, den 5. Juni, ab 17 Uhr auf den Mainwiesen! #BlackLivesMatter #AntiRa

Auch @F4F_wuerzburg

weist ausdrücklich auf die folgende Kundgebung hin: twitter.com/F4F_wuerzburg/…

FridaysForFuture Würzburg (@F4F_wuerzburg):
Im Gedenken an #GeorgeFloyd ziehen wir heute ein zweites Mal auf die Straßen! Diesmal gegen #Polizeigewalt. Heute ab 17 Uhr sagen wir auf den Mainwiesen: #BlackLivesMatter

Mit dabei sind u.a.: @schwarzlichtwue, @SeebrueckeWue, @antifa_wue, @AntiRA_Netzwerk, Bi_PoC & @FFFStudis

Justice for George Floyd!

Auch in Würzburg ist der Name George Floyd an einigen Orten zu lesen. Floyd wurde durch Cops ermordet. Die darauffolgenden Proteste gegen Rassismus haben sich zu einem Flächenbrand entwickelt.

#GeorgeFloyd #icantbreathe