Hanau-Gedenkdemonstration 19.02.2022

Am 19.02.2022, dem zweiten Jahrestag des rassistischen Anschlags von #Hanau, kamen in zahlreichen Städten Menschen zusammen um den Opfern zu gedenken. Auch in #Würzburg versammelten sich ab 16:00 Uhr 400 Demonstrierende auf den Mainwiesen nahe der Talavera zur Auftaktkundgebung der Gedenkdemonstration.

Die Veranstaltung wurde mit einer gemeinsamen Rede des Bündnisses über den Tathergang eröffnet. Die Rednerin warf den Behörden Versagen vor, insbesondere weil der Täter legal Waffen besaß, obwohl er in psychiatrischer Behandlung war und gegen ihn Straf- und Ermittlungsverfahren liefen.

Danach hielt der Verein KulturS e.V. eine Rede, in der es darum ging, was sich in zwei Jahren nach Hanau verändert hat. Der Redner betonte, dass das Erinnern an den rassistischen Anschlag die Verantwortung aller ist und nicht nur der Menschen, die von Rassismus betroffen sind. Anschließend verlas er ein selbstgeschriebenes Gedicht.

Im Anschluss an diese Rede wurde ein Gedicht von einer Rednerin der BI_PoC-Gruppe vorgetragen. In diesem hatte die Verfasserin ihre ganz persönlichen Gedanken und Gefühle verarbeitet und prangerte an, dass sich auch zwei Jahre nach dem Anschlag nichts verändert hat.

Nach einem weiteren Gedicht der BI_PoC-Gruppe sowie zwei weiteren Redebeiträgen, in denen es u.a. um Rassismuserfahrungen ging, lief die Demonstration los. Über die Friedensbrücke ging es unter der alten Mainbrücke durch und am Mainkai entlang, über den Vierröhrenbrunnen und die Juliuspromenade zurück zu den Mainwiesen. Währenddessen schlossen sich immer wieder Menschen an und auch von Passant*innen gab es viel Zuspruch. Bis zu 400 Menschen liefen so Parolen wie „Hanau war kein Einzelfall“ und „Alerta antifascista“ rufend durch die Würzburger Innenstadt.

Zurück auf den Mainwiesen begann die Abschlusskundgebung mit dem Entzünden der Kerzen für die Opfer des Anschlags. Danach beleuchtete eine Rednerin der @antifa_wue die faschistische Ideologie des Täters und zog Parallelen zwischen der Tat von Hanau und anderen rechtsterroristischen Anschlägen, begangen von sog. lone-wolf-attackers. Im Anschluss daran wurden die Opfer durch Aktivist*innen der @SeebrueckeWue einzeln vorgestellt. Hierfür wurden Texte und Zitate der Angehörigen vorgelesen, die diese im Gedenken über die Persönlichkeiten der Toten geschrieben hatten. Zum Abschluss der Veranstaltung bestand die Möglichkeit einen eigenen Beitrag beim offenen Mikro vorzutragen. Diese Möglichkeit wurde von vielen genutzt, um ihre Trauer aber auch ihre Wut auszudrücken.

Die Veranstaltung endete gegen 19:00 Uhr. Trotz Dunkelheit und Kälte blieben viele Menschen bis zu Schluss, um der Opfer zu gedenken.

Hanau war kein Einzelfall. Rassismus muss endlich als strukturelles Problem begriffen werden, sowohl in den Behörden als auch in der Zivilgesellschaft. Die Namen der Opfer sollen uns immer wieder daran erinnern.

Ferhat Unvar

Hamza Kurtović

Said Nesar Hashemi

Vili Viorel Păun

Mercedes Kierpacz

Kaloyan Velkov

Fatih Saraçoğlu

Sedat Gürbüz

Gökhan Gültekin

Gabriele R.

#saytheirnames

#hanau1902