Über 100 Menschen begingen am 09.11.2021 Würzburger Hauptbahnhof eine Kundgebung in Gedenken an die #Novemberprogrome, die sich dieses Jahr zum 83. Mal jährten. In der Nacht vom 09. auf den 10. November 1938 und in den darauffolgenden Tagen wurden in ganz Deutschland Synagogen in Brand gesetzt, Scheiben von jüdischen Geschäften eingeworfen und jene geplündert und Jüdinnen und Juden ermordet. Hierbei fanden die Angriffe öffentlich und nicht nur im Verborgenen statt, was die Duldung der Gewalt gegen die jüdische Bevölkerung sowie ihre anschließende Vernichtung deutlich zeigte.

Die Gedenkkundgebung wurde von der @antifa_wue und der DGB Jugend Unterfranken organisiert. Ab 18:30 Uhr sammelten sich auf dem Bahnhofsvorplatz immer mehr Teilnehmende, manche von ihnen hatten Putzsachen zum anschließenden Stolpersteinputzen dabei.

Nach einer kurzen Ansprach des Veranstalters übernahm eine Rednerin der @antifa_wue das Wort. Nachdem sie einen kurzen Abriss der Geschehnisse der Tage vom 9. bis 13. November 1938 gegeben hatte, führte sie aus warum es auch heute noch wichtig ist, sich gegen #Antisemitismus zur Wehr zu setzen. Im Zuge der Corona-Pandemie waren Verschwörungstheorien zusehends populärer geworden, sie alle eint ein antisemitisches Weltbild, in dem Jüdinnen und Juden oder deren Handlanger die Geschicke der Welt lenken. Danach sprach ein Redner der DGB Jugend Unterfranken. Seine Rede beschäftigte sich hauptsächlich mit der Stadt #Würzburg in der NS-Zeit und dem Widerstand dagegen. Im Zuge dessen stellte er die Biografien von Karl Weller, Georg Friedrich Hornung und Felix Fechenbach vor, welche sich gegen das Regime stellten und teils auch im Kampf gegen den Faschismus ermordet wurden. Anschließend erzählte er von der Geschichte des Antisemitismus in Würzburg und den Verbrechen, die von der Würzburger Bevölkerung ausgingen, die teilweise bis heute nicht aufgearbeitet wurden. Der Redner beendete seinen Beitrag in Erinnerung an die verstorbene Esther Bejarano und appelliert an unsere Generation, weiterhin zu erinnern und gegen den Faschismus zu kämpfen. Die dritte und letzte Rede des Abends hielt ein Mitglied des Arbeitskreises Stolpersteine der Stadt Würzburg. Er bedankte sich bei den Teilnehmenden und erzählte ein wenig von der Arbeit des Arbeitskreises. Dieser arbeitet unter anderem mit jugendlichen Straftäter*innen zusammen, die rechtsextreme Straftaten begangen haben. Durch die Aufarbeitung der Einzelschicksale gelänge es, den Jugendlichen und Heranwachsenden die Shoa näher zu bringen und was rechtsextremes Gedankengut in einer Gesellschaft anrichten könne. Nach den Redebeiträgen zogen viele der Teilnehmer*innen in Kleingruppen durch die Stadt, um Stolpersteine zu putzen, Blumen und Kerzen niederzulegen und dadurch ein Zeichen des Gedenkens zu setzen.

#9November

#Reichspogromnacht

#NieWieder

#KeinVergessen