„Lützerath lebt“-Demonstration in Würzburg

Am Samstag, dem 06.11.2021, veranstaltete ein Bündnis aus Einzelpersonen, @F4F_wuerzburg, @EGwuerzburg und @GJ_Wuerzburg eine Demonstration, um für den Erhalt des Ortes #Lützerath in Nordrhein-Westfalen zu protestieren. Der Energiekonzern RWE möchte das Dorf abreißen um die Kohle darunter abbauen zu können.

Um 15 Uhr versammelten sich die ersten Menschen auf dem Bahnhofsvorplatz. Mit zehnminütiger Verspätung begann dann die Auftaktkundgebung mit einer Rede eines der Veranstalter. Er bedankte sich bei den Klimaaktivist*innen für das zahlreiche Erscheinen trotz der kurzen Mobilisierungszeit. Dann formulierte er das Ziel des Protestes: „Wir wollen gemeinsam unsere, von unseren demokratischen Rechten und Pflichten gebrauch machen und an Öffentlichkeit und Politik zu appelieren, den Konflikt in Lützerath wahrzunehmen, zu diskutieren und zu lösen.“ Die Enteignung und geplante Zerstörung des Ortes sei für ihn juristisch illegitim und moralisch verwerflich.

Die zweite Rede hielt ein Chemiker, der erklärte, warum Lützerath als die „1,5-Grad Grenze“ gilt. Um die Erderwärmung mit fünfzigprozentiger Wahrscheinlichkeit auf 1,5 Grad zu begrenzen, dürften nur noch höchstens 200 Millionen Tonnen Braunkohle abgebaut werden. Allein in den Tagebauten Hambach und Garzweiler II könnten, ohne ein weiteres Dorf zu zerstören, noch 230 Millionen Tonnen abgebaut werden.

Er wies außerdem auf das große Engagement der Klimaaktivist*innen in Lützerath hin, diese hätten es geschafft eine vielfältige Infrastruktur im Ort zu schaffen und bekämen dabei viel Unterstützung der Einwohner*innen. Im Anschluss spielte die Band „Los Elementos“ zwei Lieder, danach zog der Demozug mit fast 150 Teilnehmenden Richtung Innenstadt los. Auf der gesamten Strecke wurden Parolen wie „Luetzi lebt“ gerufen, eine Rednerin teilte den umstehenden Passant*innen auch immer wieder den Anlass der Demo mit.

Nachdem der Zug bis zum Mainkai gelaufen war, zog er durch die Innenstadt wieder zurück zum Hauptbahnhof, wo die Abschlusskundgebung stattfand.

Dort wurde ein Grußwort der Initiative „Alle Dörfer bleiben“ vorgetragen. Der Redner wies auf die prekäre Lage der ehemaligen Einwohner*innen der bereits zerstörten Dörfer hin. Diese könnten sich mit der Entschädigung oftmals kein gleichwertiges Haus in einem anderen Ort kaufen und würden oft an den Schulden zu Grunde gehen. Danach gab es einen weiteren Musikbeitrag und ein offenes Mikrofon.

Die Demonstration kann als Erfolg für die Klimagerechzugkeitsbewegung in Würzburg gewertet werden. Leider wurde die Chance verpasst eine differenzierte Kritik an Polizeigewalt im Kontext der Bewegung zu liefern, es wurde explizit zur Wertschätzung gegenüber der Polizei aufgerufen. Dass die Proteste in Lützerath massiv durch die Polizei gestört wurden, wurde dabei außer Acht gelassen.

#Luetzerathbleibt