#wuerzburgtrauert

Eine Woche nach der schrecklichen Gewalttat kamen vergangenen Freitag, dem 02.07.2021, fast 250 Menschen bei einer Gedenkveranstaltung zusammen, um ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen. Aufgerufen hatte ein Bündnis verschiedener Würzburger Gruppen, unter anderem auch Schwarzlicht Würzburg.

Das gemeinsame Statement, das direkt am Anfang verlesen wurde, setzte gezielt die Opfer des Anschlags und nicht den Täter in den Mittelpunkt. In Anlehnung an die #saytheirnames Kampagne nach dem Anschlag in #Hanau wurden die Namen der Toten Christiane H., Johanna H., und Steffi W. vorgelesen. Eine zentrale Forderung war des Weiteren Aufklärung über das Versagen der Behörden, die den Täter engmaschiger hätten betreuen müssen. Am Schluss wurde noch einmal klargestellt, dass Rassismus bzw. rassistische Instrumentalisierung, wie sie unter anderem die Alternative für Deutschland betreibt, nicht die Antwort auf Islamismus ist und den mutigen Menschen gedankt, die den Täter davon abhielten noch mehr Menschen zu ermorden. Nach dem gemeinsamen Statement wurde eine Schweigeminute gehalten.

Anschließend hielt Schwarzlicht Würzburg eine Rede. Diese thematisierte die psychischen Folgen des Anschlags und wie wichtig es ist, der Trauer und der Wut Raum zu geben. Es wurde auch die Zufälligkeit der Tat angesprochen, dass es theoretisch jede:n hätte treffen können, was die Verarbeitung des Geschehenen noch schwieriger und schmerzhafter macht.

Danach kam ein Redebeitrag der @antifa_wue. Die Rednerin machte darauf aufmerksam, dass die Attentäter von #Halle, #Hanau, #Christchurch, #Toronto und höchstwahrscheinlich auch #Würzburg ein zutiefst misogynes Frauenbild hatten, das sowohl dem Islamismus als auch dem Faschismus inhärent ist.

Außerdem erwähnte sie das Statement von Christian Schuchardt, der Deutsche nach der NS-Zeit mit geflüchteten Somalier:innen gleichgesetzt hatte. Sie wies auf die Geschmacklosigkeit dieser Aussage hin.

Im Anschluss hielt Hermine e.V. eine Rede. Die Rednerin rief zu Zusammenhalt auf und erwähnte noch einmal das couragierte Verhalten vieler Mitbürger:innen, deren Einsatz schlimmeres verhindert hat.

Die letzte Rede hielt das Bündnis für Zivilcourage. Die Redner:innen bedankten sich noch einmal ausdrücklich bei den Rettungskräften, psychologischen Begleiter:innen und Seelsorger:innen. Sie forderten außerdem alle Würzburger:innen dazu auf, wachsam zu sein und Hass und Diskriminierung dem Ombudsrat über „Würzburg schaut hin“ zu melden.

Im Anschluss der Veranstaltung konnten die Teilnehmenden sich Blumen und Kerzen nehmen und diese an der Gedenkstätte am Barbarossaplatz niederlegen.

Die Resonanz auf die Veranstaltung letzten Freitag zeigte, wie wichtig es war und ist auch jungen Menschen einen Raum zum Trauern zu geben. Die Ereignisse des 25.06.2021 werden Würzburg noch über lange Zeit beschäftigen.

Mögen Christiane H., Johanna H. und Steffi W. in Frieden ruhen. Nachtrag: der Großteil der Bilder wurde uns freundlicherweise von @matwannilar zur Verfügung gestellt