In Würzburg eröffnete am Samstag ein Mahnmal, das an die Opfer des rassistischen Anschlags von #Hanau erinnert. Am 19. Februar 2020 starben im 80km entfernten Hanau Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov.

Das Mahnmal zeigt die Porträts der neun Menschen, die aufgrund des Rassismus Opfer wurden. Zudem knüpft das Mahnmal an die Kampagne #SayTheirNames an und fordert „Aufklärung, Erinnerung, Gerechtigkeit und Konsequenzen“. Entstanden ist das Mahnmal durch eine Vielzahl von Würzburger Einzelpersonen und Gruppen, darunter u. a. der Würzburger Wagenplatz,

Aktivist:innen der BiPoc-Hochschulgruppe, Antifaschist:innen und sogar

Passant:innen malten spontan am Mahnmal mit. Finanziert wurde die Farbe und Materialien vom Bezirksverband der Gewerkschaft @IGBAUFranken. Erst am 19.02.2021 demonstrierten in Würzburg 600 Menschen in Erinnerung an den Anschlag von Hanau.

Begonnen haben die Arbeiten am Werk am 08. Mai 2021 und wurden mehrfach durch Polizeieinsätze gestört. Insgesamt fünf Mal stürmten Polizist:innen auf die Maler:innen zu und forderten die Ausweise. Nach kurzer Debatte und der Versicherung, die Aktion sei legal, verschwand die Polizei jedes Mal schnell.

Positiv fielen die Reaktionen der Passant:innen aus. Viele blieben stehen und gingen ins Gespräch mit den Maler:innen. Einige erzählten, sie bemerkten, wie der Rassismus in den vergangenen Jahren wieder offener artikuliert wurde. Es kam während der Malerarbeiten, die über hundert Stunden dauerten zu keiner Pöbelei von Rechten oder Rassist:innen.

Seit Samstag 16:30 Uhr ist das Mahnmal an der Straßenbahnhaltestelle Dallenbergbad offiziell eröffnet und will seinen Teil dazu beitragen, dass Rassismus endlich effektiv bekämpft wird und dass Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov unvergessen bleiben.