Gestern, am 30.04.2021, kamen bei der Vorabend-Demonstration zum 1. Mai 200 Menschen zusammen, um für eine gerechtere Welt und ein Ende des Kapitalismus zu demonstrieren. Aufgerufen hatten die @antifa_wue, @kleinnizzawue und Schwarzlicht Würzburg. Die Versammlung begann um 19:30 Uhr am Hauptbahnhof mit einer Auftaktkundgebung. Nachdem die Auflagen verlesen wurden, las ein:e Redner:in der Antifa Würzburg den Aufruf für den 1. Mai in Schweinfurt vor, um Menschen gegen den III. Weg zu mobilisieren. Im Anschluss daran folgte ein Redebeitrag von der Gruppe Klein Nizza – Radikale Linke Würzburg.

Danach sprach eine Einzelperson. In ihrer polemisierenden Rede begann sie mit einem Verriss der Historie des 1. Mai, welcher heute völlig an Signifikanz verloren habe. Stattdessen habe sich eine Kontinuität etabliert, die den radikalen Umschwung trotz aller Not kaum mehr anstrebe. Als Kontrast zeigte sie die Absurdität der in der repräsentativen Demokratie einsetzbaren Maßnahmen der Bürger:innen und verglich im Zuge dessen das Verhalten, eine Petition nach der anderen zu unterzeichnen, mit dem Verhalten von Insass:innen eines auf eine Klippe fahrenden Autos, die im letzten Moment noch versuchen, die Sitzheizung nach ihren eigenen Befindlichkeiten anzupassen. Am Ende der Rede wurde dazu aufgerufen, es endlich selbst in die Hand zu nehmen, statt auf alle Ewigkeit abzuwarten, dass es andere für uns erledigen würden. Um kurz nach 20 Uhr zog die Demo los in Richtung Innenstadt. Die Teilnehmenden riefen Parolen wie „A-, anti-, anticapitalista“ und „Nur für Arbeit gibt es Lohn – Bullen in die Produktion“, um ihren Unmut über Ausbeutung und Unterdrückung zu signalisieren. Außerdem wurden Banner gezeigt, auf denen unter anderem Sprüche wie „Knockdown Capitalism - raus aus der Defensive“ und „Make the rich pay for Covid-19“ standen. Begleitet wurde die Demo von lauter Musik. Direkt am Beginn der Demonstration kam es vor dem C&A zu einem kleineren Zwischenfall. Drei Personen, unter ihnen der NPD-Kader Klaus Mathes, der in letzter Zeit öfter bei „Eltern Stehen Auf“ war, hielten es für eine vermeintlich gute Idee, ein Demonstration von Antifaschist:innen mit rechten Sprüche zu bepöbeln. Nachdem jene sich ihnen näherten und zur Rede stellen wollten, waren sie jedoch sehr kleinlaut und wurden dann von der Polizei vom Demozug abgeschirmt. Nachdem die Demonstrierenden um kurz vor 21 Uhr den Geschwister-Scholl-Platz vor dem Amtsgericht erreicht hatten, begann die Abschlusskundgebung. Eine Aktivistin von „Ende Gelände Würzburg“ hielt die Abschlussrede. Sie machte auf die Klimakatastrophe aufmerksam, die direkt mit den sozialen Problemen unserer Zeit zusammenhängt, da „die Klimakatastrophe mit dem Kapitalismus verschmolzen“ sei. Sie nannte unter anderem RWE als mitwirkenden Konzern am globalen Genozid an Menschen, die durch die Klimaerwärmung sterben. Außerdem prangerte sie die massive Polizeigewalt gegen Klimaaktivist:innen an. Zum Abschluss der Veranstaltung wurde noch etwas Musik gespielt, beendet wurde die Veranstaltung schlussendlich gegen 21:15 Uhr. Der Großteil der Demonstrierenden hatte sich während der Vorabenddemo an den Mindestabstand gehalten, alle Teilnehmenden trugen außerdem FFP2-Masken. Trotz des massiven Aufgebots an Polizei war die friedlichen Demonstration ein voller Erfolg für die Veranstaltenden und guter Einstieg zum Tag der Arbeit.

Die Redebeiträge zum 30.04.2021 findet ihr in Kürze auf unserer Website. Vielen Dank an @matwannilar für die Fotos!