#KaraTepe – Neuer Ort, Neues Unglück!

CN Flucht, Feuer, (sexualisierte) Gewalt (gegen Kinder)

Teil 2 von „Moria? Gibt es gar nicht!“

Im April des Jahres 2020 veröffentlichten wir unsere satellitengestützte Analyse des Flüchtlingslagers #Moria (twitter.com/schwarzlichtwu… / schwarzlicht.org/p/blog/2020-04…).

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
#Moria? Gibt es gar nicht!

Wer in diesen Tagen einen Blick auf Lesbos wirft und dazu Google Maps verwendet, bekommt ein verpixeltes Fleckchen Land zu sehen. In der Mitte dieses Pixelhaufens erklärt eine Angabe, dass es sich um das Flüchtlingscamp bei Moria handelt.
Es wird versteckt, was nicht sein darf. Unter diesen 12 x 8 Meter großen, bunten Rechtecken befinden sich aktuell circa 20.000 Menschen, welche nach einer durch Flucht geprägten Vergangenheit endlich die Ufer Europas erreicht haben.
Länder wie Deutschland oder Luxemburg begannen vor wenigen Tagen mit der Aufnahme. Deutschland beschränkt sich vorerst auf 50 unbegleitete Kinder. Insgesamt sollen 1.600 Menschen auf EU-Staaten verteilt werden (1). Dennoch verschärft sich die Situation im Camp Tag für Tag.
Das bevorstehende Handeln der EU ist langsam, kommt viel zu spät und wird die Probleme nicht lösen.

Die Lage in den überfüllten Camps auf den griechischen Inseln ist schrecklich.
Warum wurden die Geflüchteten nicht viel früher und/oder von Griechenland selbst besser verteilt? Der Grund hierfür liegt im EU-Türkei-Deal: „Alle, die nach dem 20. März 2016 in Griechenland ankamen, dürfen gemäß dem Deal nicht aufs Festland verbracht werden“ (2).
Griechenland nimmt das Leid der Menschen in Kauf, um eine Abschiebung in die Türkei als Möglichkeit offen zu lassen. Auch Corona und die damit verbundene Kenntnis über das Zusteuern auf eine noch gravierendere Katastrophe sorgt nicht für ein Umdenken.
In der „Hölle von Moria“ kam es in der Vergangenheit zu vielen Aufständen, Bränden und gewaltsamen Todesfällen – zu viele, um sie alle aufzuzählen. Wir haben bereits im März von der Lage vor Ort berichtet:

twitter.com/schwarzlichtwu…

twitter.com/schwarzlichtwu…

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
„Die Situation in Moria ist heftig“ - Lagebericht aus Lesbos und Solidarität aus #Würzburg!

Erstmal die gute Nachricht. H., die bereits seit mehreren Monaten auf Lesbos in der Geflüchtetenhilfe arbeitet, geht es soweit „ganz gut“.
Mittlerweile ist die Insel „für Nicht-Inselbewohner*innen dicht, wahrscheinlich streicht Griechenland ab morgen die Flüge“.

Die @tazgezwitscher schreibt heute über den „Ausnahmezustand de luxe“ in Deutschland und blickt auf Lesbos:
„Während hier leere Hallen und Hotels als Notfallkrankenhäuser aufgebaut werden, betreibt das Gesundheitsministerium von Griechenland im Lager von Moria auf Lesbos eine Krankenstation mit zwei Ärzten und einem Psychologen pro Schicht – für über 20.000 Menschen“. ¹
Im Lager von #Moria gelten nun Ausgangbeschränkungen. „Die Leute dürfen nur noch von 7 – 19 Uhr raus und nur eine Person pro Familie am Tag und nicht mehr als 100 Menschen in der Stunde“, berichtet H. Zusätzlich werde ein Zaun um das Geflüchtetenlager gezogen.
Die Situation in Moria ist heftig“, H. sorgt sich, „dass Moria nicht wieder zu der Offenheit zurückkommt“.

Die Schule „Wave of Hope“ zieht gerade um. „Nun wurde beschlossen, anstatt der Schule ein notdürftiges Krankenhaus zu bauen.
Das ganze wird natürlich alles selbstorganisiert und wird von NGOs unterstützt“, schreibt uns H.. Sie sorgt sich um eine weitere Zuspitzung der Lage im Camp Moria: „Ich denke, dass es die Tage vermehrt zu Spannungen kommen wird, weil die Leute einfach nicht raus können, die kleinen Obst/Gemüse/Falafelstände in Moria jetzt auch vorerst schließen mussten, d.h. dass alle wieder vermehrt auf das Essen von Moria selbst angewiesen sind“. Sie sorge sich vor „längeren Essensschlangen, mehr Rangeleien und Stress“
Während wir uns die Hände waschen können, leben die Menschen in Moria unter katastrophalen hygienischen Bedingungen: „In den Lagern in Griechenland gibt es oft nicht einmal genug Wasser zum Trinken“, schreibt Christian Jakob in der taz.
In einem lesenswerten Artikel der @zeitonline fordert Allgemeinmediziner George Makris: „Die vorerkrankten Menschen müssen jetzt dringend und zuallererst evakuiert werden. Schlussendlich müssen alle hier raus.“ ² Wir haben bereits zwei mal über die Situation in #Lesbos berichtet³ und halten euch auch in Zukunft auf dem Laufenden. Um die totale Katastrophe in Moria zu verhindern, wurde der #LeaveNoOneBehind ins Leben gerufen und eine Petition gestartet, die bereits mehr als 160.000 Menschen unterzeichnet haben. ⁴
In Würzburg hätte gestern eine Demonstration unter dem Motto „Wir haben Platz“ stattfinden sollen.

Aus bekannten Gründen musste sie abgesagt werden, deshalb ruft die @SeebrueckeWue auf, Banner aus den Häusern zu hängen, um Solidarität mit den Menschen an den europäischen Außengrenzen zu zeigen.

Die Fotos zeigen solidarische Banner in Würzburg (heute, 21.03.2020, Internationaler Tag gegen Rassismus).
¹taz.de/In-der-Corona-…

² zeit.de/politik/auslan…

³ Erster Bericht aus Lesbos (13.03.2020):

twitter.com/schwarzlichtwu…

Zweiter Bericht aus Lesbos (18.03.2020):

twitter.com/schwarzlichtwu…

⁴ Petition #LeaveNoOneBehind:

change.org/p/alle-mensche…

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
Die Bundesregierung kündigte heute an das Resettlement Verfahren mit der #Türkei und die Resettlement-Verfahren des Bundes für Menschen in humanitären Notlagen „bis auf Weiteres auszusetzen“. Begründet werden die Maßnahmen mit der Ausbreitung der #Covid19-Pandemie.
Konkret bedeutet dies, die Menschen in absoluter humanitärer Notlage werden alleine gelassen. Anstatt jetzt freigewordene Hotelkapazitäten zu nutzen, um einreisende Geflüchtete quarantieren zu können, werden die Menschen an der Ägäis im Stich gelassen.
„Moria (Anmerkung: Das völlig überfüllte Flüchtlingslager auf #Lesbos) hat gestern gebrannt, schrecklich!“, schreibt uns am gestrigen Dienstag unser Kontakt (H.) auf der griechischen Insel Lesbos.
Drei Container hätten gebrannt. „Ich habe mitbekommen, dass zwei Kinder gestorben sind“, so H..

„Mittlerweile ist auch #Corona hier ein großes Thema und wir sind halb in Quarantäne“, berichtet H.
Sie berichtet von dramatischen Zuständen: „Alle haben richtig Angst, dass der Virus in #Moria ausbricht – Es gibt keine Möglichkeiten sich ordentlich die Hände zu waschen und nicht einmal Zugang zu ausreichender Gesundheitsversorgung“, schreibt sie uns.
Gestern schrieb die @taz pessimistisch: „Die anderen EU-Länder streiten sich immer noch darüber, wer wie viele unbegleitete Kinder aufnehmen soll und was das für Konsequenzen haben könnte.
Als würden nur Kinder ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben in Sicherheit haben. Für allein reisende Geflüchtete und die vielen Familien in Moria ist anscheinend nirgendwo Platz.“
Unter dem #LeaveNoOneBehind haben in wenigen Tagen bereits über 40.000 Menschen unterschrieben, die Corona-Katastrophe auch an den Außengrenzen endlich ernst zu nehmen.
Die Petition fordert die Evakuierung der überfüllten Lager, notwendige Schutzmaßnahmen vor Corona (auch in Flüchtlingslagern), den Zugang zu medizinischer Versorgung für Obdachlose und Geflüchtete und den Zugang zum Asylverfahren.
Unterzeichnen könnt ihr hier:

change.org/p/alle-mensche…

Mit dieser Dokumentation wollen wir die Entwicklung des Flüchtlingscamps über die letzten fünf Jahre festhalten. Unsere Analysen beruhen zu großen Teilen auf Satellitenaufnahmen des Camps.
Ursprünglich als Militärbasis konzipiert, hat Moria eine Kapazität von 3.000 Personen (3). Seit Ende 2015 wird die Basis als Flüchtlingslager genutzt.
Wo früher Militärfahrzeuge standen (siehe Aufn. vom 13.06.2007), dokumentieren Satellitenaufnahmen vom Oktober 2015 die Errichtung neuer Gebäude (siehe Aufn. vom 02.10.2015). Ab 29. Oktober entstehen innerhalb von 5 Tagen 15 neue Gebäude (siehe Aufn. vom 29.10.2015 & 02.11.2015).
Bis Juni 2016 kommen nochmal über 50 Gebäude hinzu (siehe Aufn. vom 03.06.2016). Eine Karte des UNHCR vom Februar 2016 erklärt die Infrastruktur vor Ort. Das Camp scheint vorbereitet!
Seit Frühjahr 2016 dient #Moria hauptsächlich als Abschiebezentrum zur Umsetzung des EU-Türkei-Deals (4). Im April 2016 leben bereits 4.000 geflüchtete Menschen in Moria (5).
Als der griechische Migrationsminister in diesem Monat das Camp besucht, kommt es zu Ausschreitungen; Steine fliegen. (5)
Eigentlich ist ein Lager mit 133% Auslastung als Überfüllt zu deklarieren. Das heißt: keine weiteren Aufnahmen! Doch viel geringer wird diese Prozentzahl erstmal nicht.
Sie ist starker Fluktuation unterworfen: hin und wieder werden besonders schutzbedürftige Geflüchtete ans Festland gebracht (6), doch es gibt stets mindestens genauso viele Neuankömmlinge: Ende 2019 wird von bis zu 450 Menschen in nur einer Nacht berichtet (7).
Nach der sogenannten Flüchtlingskrise 2015 hat sich die Lage im Jahr 2017 relativ beruhigt. Zum ersten Mal fällt die Zahl der Menschen in Moria wieder unter 6.000 (8). Auf Satellitenbildern vom April 2017 sind plötzlich weniger (!) Gebäude zu zählen (siehe Aufn. vom 29.04.2017).
Einen Monat darauf stehen dort, wo vorher eingeschossige Gebäude waren, zweistöckige, containerartige Gebäude (siehe Aufn. vom 26.05.2017). Bis Januar 2018 kommen viele dieser mehrstöckigen Gebäude hinzu (siehe Aufn. vom 31.01.2018).
Die Camp-Betreiber bereiten sich auf weitere Ankömmlinge vor. Doch diese Maßnahmen reichen nicht aus. Das bestehende Camp ist überfüllt und so etabliert sich Anfang 2018 ein Baracken-Cluster auf der gegenüberliegenden Straßenseite, nordöstlich des Camps.
Dort befindet sich ein privater Olivenhain, welcher von nun an mehr und mehr beansprucht wird (siehe Aufn. vom 31.01.2018 bis 02.04.2019).

Im Oktober 2019 leben 13.000 Menschen in und um dem Camp (6).
Auf einem letzten Satellitenbild vom Oktober 2019 umfasst die Größe des Olivenhain-Camps 41.397m². Das sind 75% des eigentlichen Camps (siehe Aufn. vom 24.10.2019). Zwei Menschen sterben in diesem Monat, als ein Feuer im Lager ausbricht (6).
In den Baracken kann sich, wenn überhaupt, nur mäßig gegen den anstehenden Winter geschützt werden. Nicht überall gibt es Strom, nicht überall ist es trocken, vieles versinkt im Schlamm. Die hygienische Situation ist katastrophal und im Lager herrscht Gewalt.
So trauen sich Frauen nachts nicht mehr zur Toilette (9). In diesem Winter befinden sich 17.000 Menschen in Moria (10). In Anbetracht der ursprünglichen Kapazität von 3.000 Personen ist dies eine 567 prozentige Auslastung.
Das Europa, welches diesen Menschen keinen Eintritt gewährt, schickt Decken und Kissen (10).

Nach Überstehen der Kälteperiode hat sich die Situation nicht verbessert. Januar 2020 befinden sich 19.000 Menschen, davon 40% Minderjährige, im Camp (11).
Im Februar protestieren 2.000 Geflüchtete gegen die Zustände im Camp in der Inselhauptstadt (12). Die Polizei setzt Tränengas ein. Daraufhin formt sich im März ein faschistischer Mob, welcher Flüchtlinge, Helfer*innen und Journalist*innen brutal attackiert (13).
Währenddessen rückt ein Thema immer weiter in den Vordergrund: Corona. Die Menschen im Camp haben Angst, dass sich das Virus dort ausbreitet. Die Versorgung jeglicher Art ist bereits jetzt katastrophal. Auch Hygienemängel werden mit zunehmender Wasserknappheit verstärkt.
Es gibt keine Konzepte, alle sind auf sich alleine gestellt.

Doch zurück zum Anfang: Moria? Gibt es nicht! Überzeugt euch selbst, indem ihr diesen Link anklickt: goo.gl/maps/yPyr3uD7D….
Seit Oktober 2019, wo 13.000 Menschen das Camp bewohnten, gibt es keine aktuelleren Satellitenbilder, welche in dieser Auflösung öffentlich zugänglich sind. Heute leben dort 20.0000 Menschen. Wie hat sich das Lager verändert? Wir wissen es nicht.
Statt dem neuesten Satellitenbild wird Usern eine Aufnahme von 2014 mit nachträglicher Verpixelung angezeigt.
Diese Art der Problemlösung erinnert stark an das Vorgehen der EU: Moria? Wenn wir nicht hinsehen, ist es nicht unser Problem!

Wir sagen: #LeaveNoOneBehind und #WirHabenPlatz! Evakuiert die Lager und wartet keine Durchseuchung ab! change.org/p/alle-mensche…
Quellen:

  1. focus.de/politik/auslan…

  2. proasyl.de/thema/eu-tuerk…

  3. tagesschau.de/ausland/moria-…

  4. de.wikipedia.org/wiki/Moria_(Le…

  5. tagesschau.de/ausland/lesbos…

  6. tagesspiegel.de/themen/reporta…

  7. evangelicalfocus.com/europe/4784/Le…

  8. theguardian.com/world/2017/dec…

  9. avicenna-hilfswerk.de/moria-im-winte…

  10. zeit.de/2019/53/camp-m…
    11. theguardian.com/global-develop…

  11. orf.at/stories/315306…

  12. n-tv.de/politik/Faschi…

Nachdem das Lager niederbrannte, öffnete im September ein Neues bei Kara Tepe, welches 3 Kilometer von Moria entfernt an der Küste von Lesbos liegt. Unsere damalige Analyse stützte sich auf Satellitenbildern von 2007 bis 24.10.2019. Nun führen wir sie mit neuem Bildmaterial fort. Zuerst zu Moria. In einem Bild vom 15.08.2020 sehen wir das überfüllte Lager in seiner finalen Größe, einen knappen Monat vor dem verheerenden Brand. Die hier zu erkennenden Expansionen über die Grenzen des urspr. Geländes hinweg sind genauer in unserem ersten Teil beschrieben. Die Aufnahme vom 11.09.2020, drei Tage nach dem Brand, zeigt das Ausmaß der Katastrophe: jedes Teilgebiet ist betroffen und auch die zentralen Container sind zerstört. Ebenso haben größere Gebäude gebrannt. Ein Wiederaufbau scheint sinnlos, das Camp existiert nicht mehr. NGOs wie StandByMeLesvos reagieren auf das plötzliche Chaos und versorgen die ~12.000 obdachlosen Menschen, die nun auf den Straßen und in den Olivenhainen wohnen. Auf späteren Aufnahmen lassen sich nur noch Aufräumarbeiten beobachten (siehe Bild vom 19.10.2020). Bereits drei Tage nach dem Brand, am 11.09.2020, lassen sich erste Expansionsarbeiten bei Kara Tepe beobachten. Innerhalb von höchstens 17 Tagen steht das neue Lager für die ehemaligen Bewohner:innen von Moria. Räumlich ist dieses allerdings abgeschnitten vom bestehenden Lager bei Kara Tepe, welches seit mindestens 2015 existiert. Statt den dort aufzufindenden, festeren Behausungen wohnen die Menschen aus Moria in einfachen Zelten. Im nördlichen wie im südöstlichen Bereich des Lagers stehen die Zelte nicht weiter als 10 Meter vom Mittelmeer entfernt. Die für viele Geflüchtete entbehrungsreiche Flucht über eben jenen Wasserweg ist somit allgegenwärtig.


CN für diesen Absatz: (sexualisierte) Gewalt gegen Kinder


Die Bedingungen für aktuell 7267 Bewohner sind an diesem Ort äußerst lebensfeindlich. Die Zelte sind regelmäßig überschwemmt, es gibt keinen Strom, nicht genug Decken, keine Trinkwasserleitungen. Anfang Oktober wurden 80 Zelte derart überflutet, dass sie unbewohnbar wurden (vgl. Bild vom 19.10.2020). Diese Zustände führen unweigerlich zu Gewalt. Anfang Dezember wurde ein dreijähriges Kind halb bewusstlos und blutend in den Toilettenräumen gefunden. Nach Einschätzung von Ärzten wurde das Kind vergewaltigt. Parallel findet die #Corona-Pandemie statt. Mit strengen Ausgangsbeschränkungen sind Tausende Menschen, viele davon auf Hilfe von Außen angewiesen, auf engem Raum eingesperrt. Gegen die Kälte wird an Lagerfeuern zusammengerückt. Pandemiebekämpfung ist unter diesen Umständen einfach nicht machbar. An vielen Orten kommt es zu Gedränge und damit zur Unterschreitung von Mindestabständen. Eine Aufnahme vom 28.09.2020 lässt eine Warenanlieferung erahnen. Dicht an dicht drängen sich zu diesem Anlass dutzende Menschen in einem schmalen Gang. Die EU-Kommission kündigt unterdessen ein „neues und dem Standard entsprechendes Aufnahmelager“ an, welches bis September 2021 auf Lesbos errichtet werden würde. Doch was die Menschen wirklich brauchen, ist kein weiteres Lager, kein Moria 3.0! Auf der Flucht vor inhumanen Bedingungen ersuchen sie Hilfe und wähnen, sie in Europa zu finden. Diese Festung überhaupt zu betreten ist kein Garant – das Mittelmeer ist ein Massengrab! Doch auch innerhalb dieser Festung werden diese Menschen nicht wie Menschen behandelt. In einem offenen Brief der Bewohner:innen von Kara Tepe bitten die Menschen um ihre rechtliche Gleichstellung mit Tieren – denn selbst diese, so die Bewohner:innen, haben mehr Freiheiten als sie. Bald ist es ein Jahrhundert, seit Menschengruppen mit Tieren, mit Ungeziefer verglichen wurden. Heute bitten Menschen, von Europäer:innen wenigstens als Tiere, nicht mehr, angesehen zu werden. Europa muss diese Lager sofort evakuieren und Möglichkeiten zur Flucht für Menschen in Not bereitstellen. Abschiebeknast und Abschiebeflüge müssen ein grausames Relikt der Vergangenheit werden. Die Grenzen müssen fallen! Nicht weniger. Einen weiteren Bericht zu Kara Tepe gibt es hier: twitter.com/schwarzlichtwu… / Alternativ als Blog-Post auf unserer Website: schwarzlicht.org/p/blog/2020-12…

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
„Das härteste Weihnachten der Nachkriegszeit“ - vom Leid auf #Lesbos, Abschiebungen, illegalen #Pushbacks und vor Europas Küsten ertrinkenden Menschen

CN: Flucht, Gewalt, Folter, Mord, Ertrinken, Suizid(gedanken)
Die Situation in #KaraTepe

  • „Wir haben beschlossen, Sie zu bitten, uns die Rechte zu gewähren, die Tiere haben. Nach einem schrecklichen Jahr ist dies unser Wunsch für Weihnachten.” -

(Offener Brief aus Kara Tepe an die EU-Kommission)
Nach dem Brand im Lager #Moria auf Lesbos wurden die Geflüchteten im provisorischen Lager Kara Tepe (Moria 2) untergebracht. Die Hoffnung auf eine bessere Unterbringung und ein menschenwürdiges Leben in #Europa wurde damit zunichte gemacht.
Vielmehr haben sich die Bedingungen massiv verschlechtert.

Fast 7500 Personen, davon Kinder, leben derzeit im Lager. Der Winter setzt ihnen enorm zu. Die Bewohner:innen berichten von undichten und nicht isolierten Zelten, in denen sie frieren.
Es gibt jedoch keine Heizungen, um sich aufzuwärmen. Hinzu kommen Starkregen und Stürme, die regelmäßig die Zelte überfluten. Zwischen Schlamm, Pfützen, Dreck und Müll, müssen die Geflüchteten auf Geröll schlafen.
Doch nicht nur Wetter und Kälte machen den Menschen zu schaffen. Es gibt zu wenig Nahrung im Lager, keine warmen Duschen, kein fließend Wasser und viel zu wenige Toiletten – Dixi-Klos ohne Klopapier oder Wasser.
Aus dem Lager Vathy auf Samos gibt es zahlreiche Berichte über Kinder und Babys, die von Ratten gebissen wurden. Ärzte ohne Grenzen starteten darauf eine „Tetanus-Impfaktion“.
In Moria gab es zumindest noch selbstorganisierte Schulen, eine Müllabfuhr und Aufklärung über das Coronavirus. In Kara Tepe gibt es keinerlei Mitbestimmung mehr.

Strom gibt es nur von einem Generator für zwei
Stunden am Tag, die Zelte sind überfüllt und durch die Corona-Auflagen dürfen die Bewohner:innen nur ein Mal pro Woche für vier Stunden das Camp verlassen. Durch die Abschottung gibt es seit Monaten kaum eine Möglichkeit für Journalist:innen ins Camp zu gelangen.
Die psychischen Folgen vom Leben in Geflüchtenlagern – sei es Kara Tepe, Vathy, Calais, … - sind enorm. Erwachsene wie Kinder sind schwer traumatisiert. Bei Kindern äußere sich dies v.a. durch Schlafwandeln, Panikattacken und Bettnässen. Laut Ärzte ohne Grenzen @msf_de wurden dieses Jahr Kinder 49 aus Moria/Kara Tepe mit Suizidgedanken oder nach Suizidversuch behandelt – Hundert stehen noch auf der Warteliste der städt. Kinderklinik.

Zu Weihnachten haben sich Geflüchtete mit einem offenen Brief an d. Öffentlichkeit und d. #EU-Kommission gewandt
„Noch immer warten wir auf genügend warme Duschen. Wenn es regnet, wird das Lager überflutet und Zelte werden nass. Wir haben keine Heizungen, die uns und unsere Kinder warm halten, keine Schulen oder Kindergärten. Wenn wir krank werden, warten wir stundenlang auf medizinische Behandlung und das Essen, das wir bekommen, ist zwar ausreichend, aber nicht gesund“. Nachts gäbe es kein Licht, es gäbe keine Schulen, keine Selbstverwaltung keine Mitbestimmung.

Weiter heißt es im offenen Brief: „Wie kommt es, dass wir nach drei Monaten und so vielen Millionen von Regierungsspenden und von NGOs gesammelten Geldern immer noch an einem Ort ohne fließendes Wasser, heiße Duschen und ohne ein funktionierendes Abwassersystem sitzen?“, fragen die Geflüchteten in dem offenen Brief. Die EU-Kommission teilte dem SWR auf Anfrage mit, „noch in dieser Woche für Heizungen in den Zelten zu sorgen und warme Duschen in Betrieb zu nehmen. Darüber hinaus (…) [seien] bereits winterfeste Zelte aufgestellt und der Aufbau der Schutzmaßnahmen gegen Überflutungen (…) [stehe] kurz vor dem Abschluss.“.
Inwieweit es wirklich dazu kommt ist fraglich – abgesehen davon, dass die EU wohl nicht für ausreichende Mengen sorgen wird.

„Haben wir keine Rechte als Menschen und Flüchtlinge in Europa, die eine Grundversorgung für jeden beinhalten?“, fragen die Autor:innen des Briefs,
„Oft lesen und hören wir, dass wir in diesen Lagern wie Tiere leben müssen, aber wir denken, dass das nicht stimmt.“ Sie hätten das europäische Tierschutzgesetz studiert und seien zu dem Schluss gekommen, dass die Rechte, die Tiere besitzen sollten nicht auf sie, die Geflüchteten aus Kara Tepe, zuträfen. „Genießen wir hier im neuen Camp diese Rechte? Sorry: Nein. Vielleicht haben wir keinen Hunger, aber wir leben in keiner “angemessenen Umgebung”, wir haben keine Freiheit von Schmerz und Not.
Keiner von uns ist in der Lage, normales Verhalten zu zeigen, weil wir den ganzen Tag darum kämpfen müssen, etwas Wasser zum Reinigen und Essen zu organisieren und um ein warmes Plätzchen zu bekommen.
Wir alle leben in Angst und Not. Eine neue Studie besagt, dass Flüchtlinge auf griechischen Inseln so deprimiert sind, dass jeder Dritte an Selbstmord denkt.

Deshalb fragen wir Sie ganz ehrlich: Würden wir auch so behandelt werden, wenn wir Tiere wären?
Also haben wir beschlossen, Sie zu bitten, uns die einfachen Rechte zu gewähren, die Tiere haben. Wir würden uns freuen, wenn wir diese erhalten und versprechen Ihnen, dass Sie keine Klagen mehr von uns hören werden. Wir wollen nicht mehr hören, dass unsere Situation nicht so schlimm ist. Wir laden alle, die so denken, ein, nur für eine Nacht in unserem Camp zu bleiben.“

Die Geflüchteten erklären, dass sie kein Geld fordern würden, dass sie Ingenieur:innen, Ärzt:innen und Elektriker:innen unter sich hätten.
„Wir sind bereit, uns selbst zu helfen und hart zu arbeiten, wenn man uns nur lässt und vertraut, dass wir diesen Ort besser machen können.“

Sie bitten um

• „eine ausreichende Wasserversorgung und Duschen zu ermöglichen,
• ordentliche sanitären Anlagen zu installieren,

• eine ordentliche Drainage zu legen, damit unser Camp bei Regen nicht überflutet wird,

• die Versorgung mit Elektrizität, Heizung und Zelten für den Winter sicherzustellen,

  • Plätze für Kinder zu schaffen   • genügend Zelte für Schulen, Klassen und Werkstätten  bereitzustellen,   

• Licht auf den Hauptstraßen des Camps zu installieren,

• die medizinische und psychologische Versorgung zu verbessern,

• Orte für Treffen und Freizeit zu haben.
Wir bitten Sie, uns zu helfen, dies zu ermöglichen. Im Frühjahr war noch von Evakuierung die Rede, aber zu Weihnachten bitten wir Sie nur darum, dieses provisorische Lager zu reparieren und uns nicht den Rest des Winters an diesem Ort weiter leiden zu lassen.“
Der ganze Brief ist u.a. unter jungle.world/blog/von-tunis… nachzulesen.

Pushbacks in #Griechenland

Ein Video, das der Grünen-Politiker @ErikMarquardt auf Twitter postete, soll zeigen, wie die griechischen Behörden (erneut) ein Schlauchboot mit Geflüchteten auf dem offenen Meer aussetzen (twitter.com/ErikMarquardt/…). Diese illegalen „pushbacks“ der griechischen Behörden sind schon länger bekannt – der große öffentliche Aufschrei blieb jedoch aus. Schon im Juni berichteten

Erik Marquardt (@ErikMarquardt):
Die griechischen Behörden haben den gestrigen Weihnachtsabend offenbar genutzt, um Geflüchtete auf einer manövrierunfähigen Plastikinsel auf dem Meer auszusetzen. #leavenoonebehind

(erneut) ein Schlauchboot mit Geflüchteten auf dem offenen Meer aussetzen (twitter.com/ErikMarquardt/…). Diese illegalen „pushbacks“ der griechischen Behörden sind schon länger bekannt – der große öffentliche Aufschrei blieb jedoch aus. Schon im Juni berichteten

Erik Marquardt (@ErikMarquardt):
Die griechischen Behörden haben den gestrigen Weihnachtsabend offenbar genutzt, um Geflüchtete auf einer manövrierunfähigen Plastikinsel auf dem Meer auszusetzen. #leavenoonebehind

@derspiegel und @reportmainz, dass die Pushbacks meist nach einem ähnlichen Muster ablaufen: „Die Küstenwache fängt die Migrantinnen und Migranten meist noch auf dem Wasser ab. Manchmal zerstört sie den Außenbordmotor der Schlauchboote, um diese manövrierunfähig zu machen.
Dann werden die Schutzsuchenden mit gefährlichen Manövern Richtung Türkei zurückgedrängt. Die Menschen werden auf den Booten oder auf aufblasbaren Rettungsflößen mit Seilen aufs offene Meer gezogen, vom SPIEGEL ausgewertete Videos belegen das.
Griechische Grenzschützer bedrohen die Geflüchteten mit Waffen, nicht selten fallen Schüsse. Bisweilen schleppen die Beamten sogar Menschen aufs Meer, die es schon auf die griechischen Inseln geschafft haben.“, heißt es in einem Artikel mehrerer Autor:innen im Spiegel.
Ende November wurde bekannt, dass auch die Bundespolizei in mind. einen dieser Fälle verwickelt war. Am 10. August seien die deutschen Polizist:innen in der Ägäis patroulliert und hätten dabei ein 40 Geflüchteten vollkommen überfülltes Schlauchboot entdeckt.
Doch anstatt die Menschen aus Seenot zu retten und an Bord zu nehmen, warteten sie über eine halbe Stunde auf die griechische Küstenwache, die das Schlauchboot illegal in internationale Gewässer drängte. Die Geflüchteten wurden schließlich von der türkischen Küstenwache gerettet.
Die erlogenen Berichte der griechischen Behörden, dass die Geflüchteten selbst umgekehrt wären, wurde durch die Beobachtungen der Bundespolizist:innen, die sahen, wie die Geflüchteten an Bord genommen wurden, entlarvt.
Dennoch deckte das Innenministerium unter Horst #Seehofer die Menschenrechtsverletzung, anstatt sie aufzuklären. Vor ein paar Tagen wurde ein internes Schreiben Seehofers an Verkehrsminister Andreas Scheuer öffentlich, in dem er schärfere Regeln für Seenotrettungsschiffe fordert.
Die Schiffssicherheitsverordnung wurde jedoch bereits im Frühjahr von #Scheuer verschärft und gerichtlich für rechtswidrig erklärt. „Wenn Seehofer sich durchsetzt, sterben noch mehr Menschen.“, meint Gorden Isler von der Seenotrettungs-NGO @seaeyeorg.
Das Verkehrsministerium erwiderte, dass die “Alan Kurdi“, um die es in Seehofers Brief ging, alle Voraussetzungen erfülle. Scheuer antwortete in einem Brief, dass „die Seenotrettung (…) nach internationalem Recht im Zweifel Vorrang vor sicherheits- und umweltrechtlichen
Anforderungen“ habe. Weiter schreibt er, dass „auch die Schiffe der Bundeswehr, die im Mittelmeer bisweilen Flüchtlinge retteten, nicht über zusätzliche Abwassertanks“ verfügen.

Hier möchten wir erneut betonen, dass die Rettung von Menschen aus Seenot kein Verbrechen, sondern internationales Gesetz ist! Schiffe sind verpflichtet andere aus Seenot zu retten! Die Kriminalisierung dieses Vorgehens ist menschenverachtend, grausam, ein Verstoß gegen die Menschenrechte und damit illegal!
Situation in Deutschland: Abschiebehaft und schlimme Zustände in Gemeinschaftsunterkünften

Doch auch in #Deutschland ist die Situation Geflüchteter hart. Ganze Gemeinschaftsunterkünfte stehen unter #Quarantäne.
Dort können Abstandsregelungen oft nicht eingehalten werden. Bewohner:innen beklagen teils unhaltbare hygienische Zustände, Isolierung und eine schlechte Nahrungs- und Gesundheitsversorgung.
Während Deutsche darüber jammern, dass sie Weihnachten nicht mit der gesamten Verwandtschaft feiern dürfen – Armin Laschet nannte es im Interview mit der „Welt“ gar „Das härteste Weihnachten, das die Nachkriegsgenerationen je erlebt haben“ - leiden und sterben Menschen an den europäischen Außengrenzen und in Geflüchtetenlagern, leiden in Gemeinschaftsunterkünften oder befinden sich in Abschiebehaft.

#Mimi T. (inhaftiert seit 23. November), Betroffene von sexualisierter Gewalt und dadurch von Depressionen und vermutlich einer posttraumatischen Belastungsstörung geplagt, soll nach Äthiopien abgeschoben werden, einem Land, das nicht nur von Covid_19, sondern auch von Bürgerkrieg, Überschwemmungen, Heuschreckenplagen und einer Wirtschaftskrise gezeichnet ist.
Durch die Abschiebehaft konnte sie einen Termin bei einem Psychiater nicht wahrnehmen. „Mimi ist sehr geschwächt, sie kann sich kaum noch alleine auf den Beinen halten, sie hat in den letzten Wochen erschreckend viel abgenommen und kann Essen kaum bei sich behalten.
Sie ist psychisch am Boden, sie benötigt dringend eine psychiatrische Untersuchung und Hilfe. Wir schätzen sie als suizidal ein und haben große Sorge, dass sie sich etwas antun könnte“, erklärt Gisela Voltz aus Mimis Unterstützer:innenkreis der NGO @ProAsyl.
Die bayerische Staatsregierung hält jedoch an der Abschiebung fest.

Wir fordern:

  • ein umfassendes staatliches Seenotrettungsprogramm und die Entkriminalisierung privater #Seenotrettung
  • ein Ende der Zusammenarbeit mit Autokratischen Regimen, wie der Türkei oder Libyen, in sog. „Flüchtlingsdeals“

  • die Aufnahme der Geflüchteten aus allen Lagern – auch und insbesondere den libyschen Folterlagern

  • einen kompletten #Abschiebungsstop
  • ein umfassendes #Bleiberecht

  • die menschenwürdige und sichere Unterbringung von Geflüchteten

  • Chancen, Bildungsmöglichkeiten und Freiheiten

  • deutlich verbesserte Situation in den Gemeinschaftsunterkünften (Privatsphäre, Bewegungsfreiheit, medizinische Versorgung, …)
    Für ein menschenwürdiges Leben und Solidarität!

#LeaveNoOneBehind

offener Brief: jungle.world/blog/von-tunis…

Bericht über den offenen Brief und die Reaktion der EU-Kommission: tagesschau.de/ausland/moria-…

Video zu Kara Tepe mit Interviews: spiegel.de/politik/auslan…
Bilder und Infos zu Kara Tepe: @refugeemoria2

Bericht zu den Zuständen in Kara Tepe: spiegel.de/politik/auslan…

Video Pushback: twitter.com/ErikMarquardt/…

Verwicklung des Innenministeriums in Pushbacks: spiegel.de/politik/auslan…

Erik Marquardt (@ErikMarquardt):
Die griechischen Behörden haben den gestrigen Weihnachtsabend offenbar genutzt, um Geflüchtete auf einer manövrierunfähigen Plastikinsel auf dem Meer auszusetzen. #leavenoonebehind

Von Seehofer geplante Erschwerung der Seenotrettung: spiegel.de/consent-a-?tar…

Kommentar zur antihumanitären Einstellung der EU: fr.de/meinung/flucht…

Pressemitteilung zu Mimi T.: proasyl.de/pressemitteilu…
Bericht zu den Zuständen in Kara Tepe: spiegel.de/politik/auslan…

Video Pushback: twitter.com/ErikMarquardt/…

Verwicklung des Innenministeriums in Pushbacks: spiegel.de/politik/auslan…

Erik Marquardt (@ErikMarquardt):
Die griechischen Behörden haben den gestrigen Weihnachtsabend offenbar genutzt, um Geflüchtete auf einer manövrierunfähigen Plastikinsel auf dem Meer auszusetzen. #leavenoonebehind

Quellen:

* Nach dem Brand in Moria standbymelesvos.gr/2020/update-mo…

* Überschwemmungen in Kara Tepe mopo.de/news/panorama/…

* Gewalttat in Kara Tepe focus.de/panorama/welt/…

* Mängel des Lagers rp-online.de/politik/auslan…