Keine Abschiebungen nach Syrien! - Kundgebung von @F4F_wuerzburg

Am Donnerstagabend, 10.12.2020, protestierten auf dem Marktplatz in #Würzburg bis zu hundert Menschen gegen Abschiebungen nach #Syrien. Die von @F4F_wuerzburg angemeldete #syrianotsafe-Demonstration fand anlässlich der aktuell stattfinden Innenministerkonferenz statt. Die CDU/CSU-Innenminister wollen auf der Konferenz Möglichkeiten schaffen, Menschen wieder ins Bürgerkriegsland Syrien abzuschieben. „Jedes Leben zählt!“, forderte der erste Redner, der selbst aus Syrien fliehen musste. Es könne keine Kooperation mit Assad geben. Die zu dem Zeitpunkt etwa 50 Anwesenden applaudierten. Ein Redner der @SeebrueckeWue fuhr fort. Auch er musste vor dem Assad-Regime fliehen. Nun habe er Angst vor Abschiebungen nach Syrien. „Menschen in Syrien werden zum Militär eingezogen, wer geflohen ist gilt als Landesverräter“, erklärte er. „Zudem ist Syrien sehr arm und steckt in einer extremen Wirtschaftskrise“, fuhr er fort. Doch die im Libanon Schutz suchenden Syrer:innen lebten in noch größerer Armut. „Die libanesische Regierung steckt ebenfalls in einer massiven Krise und versuchen die Syrerinnen und Syrer abzuschieben. Dennoch wollen die Geflüchteten nicht zurück nach Syrien. Denn den Menschen sei „jeder Lebensumstand im #Libanon lieber, als in den Folterstaat von Assad zurück zu müssen“.

Zu diesem Zeitpunkt wuchs die Menge der Kundgebung deutlich an. Etwa 75 Menschen standen nun in der weitläufigen Kundgebungsfläche, viele Passant:innen u. Weihnachtsmarktbesucher:innen blieben stehen und interessierten sich für die Reden. Die Polizei hielt sich zurück und fuhr nur kurz vorbei, um die Einhaltung d.Corona-Auflagen zu überprüfen Diese wurden vorbildlich eingehalten: Alle trugen Masken und hielten Abstand.

Die nachfolgende Rede wurde ebenfalls von der @SeebrueckeWue gehalten. Horst Seehofers Ignoranz für die Lage in #Afghanistan sei tödlich. Er halte an Abschiebungen in das „gefährlichste Land der Welt“ fest, obwohl dort massenhaft Anschläge durch Taliban und IS stattfänden. „Der 24. Abschiebeflug nach Afghanistan soll niemals Realität werden“, sagte die Rednerin zum Ende ihres Beitrags zur Lage in Afghanistan. In der vierten Rede sprach ein Redner der asylpolitischen Gruppe @mehrals16a. Er kritisierte „Pushbacks“, dies bezeichnet eine Form der illegalen Ausweisung aus einem Land. „Pushback“ klinge zunächst harmlos, doch bedeute oft „dass Menschen auf der Flucht geschlagen werden und ihnen ihre Sachen abgenommen werden“. Zum heutigen Tag der Menschenrechte sagte er passend: „Menschenrechte müssen überall respektiert werden“. Dies gelte auch für das Ägäische Meer zwischen der Türkei und Griechenland, wo die Grenzpolizeien beide Länder teilweise Menschen zurück aufs offene Meer treiben. Außerdem sei die EU-Organisation Frontex in die illegalen Pushbacks involviert. @mehrals16a hielt noch eine weitere Rede: „Dass es gerade jungen gesunden Männern zuzumuten sei nach Afghanistan zu fliehen ist unmenschlich und unbegründet. Gerade sie müssen doch in den Wehrdienst.“ In Afghanistan lebten Abgeschobene in Obdachlosigkeit und Armut und sind oft Gewalt ausgesetzt. Die lange Liste an Anschlägen in dem zerrütteten Land zeige, dass Afghanistan ebenso wie Syrien nicht sicher sei. „Deswegen fordere ich einen dauerhaften Stopp der Abschiebungen nach Afghanistan!“, schloss die Rednerin ab.

Eine Rednerin von @F4F_wuerzburg bedankte sich, dass „obwohl wir erst gestern dazu aufgerufen haben, so viele gekommen sind“. Das sei aufgrund der Corona-Lage nicht geplant gewesen, freue sie aber dennoch. So beendete sie die Kundgebung, die u. a. von @mehrals16a, Antira Würzburg, @antifa_wue, @SeebrueckeWue, @F4F_wuerzburg und Hermine unterstützt wurde.