CN (Antiasiatischer) Rassismus

Die Schuld an einem Virus wird einer bestimmten Bevölkerungsgruppe zugeschrieben und ein Bayern3 Moderator geht medial um die Welt. Der Anlass ist antiasiatischer Rassismus, doch deutsche Medien problematisieren zumindest bei Letzterem lieber das Outcalling. Antiasiatischer Rassismus ist ein präsentes Problem, doch ein unterrepräsentiertes Diskussionsthema. Mit diesem Text schildern wir unter Anderem die Betroffenenperspektive und den linken Umgang mit der Thematik Weiter gehen wir im Detail auf den Bayern3Racist-Skandal im Kontext der Nord-/Südkorea-Spaltung ein.

Eine globale Pandemie, die bis heute anhält

Als die Pandemie ihm Jahr 2019 begann und noch so unendlich weit weg von der Alltagsrealität der westlichen Länder war, tauchten schon im Januar die ersten Memes auf Instagram auf, die sich über ein neues „chinesisches Virus“ lustig machen. Irgendwie schien sich jede:r nur über dieses Virus zu amüsieren. Doch dann tauchten die ersten globalen Fälle auf; das Virus war nicht mehr allein in China/Wuhan lokalisiert und obwohl Meinungen zu dieser Zeit noch auseinandergingen, ob dieses „neuartige Coronavirus“ wirklich aus China stamme, und der genaue Ursprung noch Gegenstand aktueller Forschung war, taucht doch immer ein klarer China-Bezug auf, wenn über das Virus gesprochen wird. „Der chinesischen Propaganda kann ja nicht getraut werden“ oder „die Regierung würde doch alles tun, um nicht schlecht in der westlichen Welt dazustehen. Selbstverständlich behaupten sie, dass das Virus nicht den Ursprung in Wuhan hat.“ Teilweise wird behauptet, China hätte dieses Virus absichtlich in einem Labor gezüchtet, denn immerhin schien die Pandemie dort sehr schnell wieder vorbei gewesen zu sein, als die erste Welle Europa mit voller Wucht traf. Asiatische Mitmenschen werden auf den Straßen schief angeschaut, da sich die Meisten nicht mal die Mühe machen, die verschiedenen asiatischen Gruppen irgendwie auseinanderzuhalten. Alle Asiat:innen seien ja irgendwie Chines:innen, zuletzt seien sie doch Schuld daran, dass Corona jetzt auch in Europa ist. Als Corona schließlich auch Amerika erreichte, ließ Donald Trump verlauten: „Wir müssen die Nation zur Rechenschaft ziehen, die diese Seuche auf die Welt losgelassen hat.“

Diese regelrechte Schuldzuweisung der Pandemie auf China bleibt natürlich nicht folgenlos. Während des ersten Lockdowns in Europa stellte die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) in einem Bericht fest, dass die Zahl der registrierten rassistischen Übergriffe auf Menschen asiatischer Abstammung in der EU sprunghaft angestiegen war.

„Die COVID-19-Pandemie hat eine Zunahme rassistischer und fremdenfeindlicher Vorfälle gegen Menschen (vermeintlich) chinesischer oder asiatischer Herkunft ausgelöst. Dazu zählen verbale Beleidigungen, Belästigung, physische Angriffe und Online-Hassrede,“ heißt es in dem Bericht.

Darüber hinaus hätten diese Bevölkerungsgruppen teilweise auch beim Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen Diskriminierung erfahren.

Neben den Angriffen auf asiatische Menschen, wurden diese auch mit Corona gleichgesetzt, weshalb die Social Media Kampagne „I'm not a Virus.“ ins Leben gerufen wurde – mit scheinbar wenig Erfolg, wie die jüngsten Ereignisse um Bayern3 zeigen.

Was ist geschehen?

Eigentlich nichts. Irgendeine Boygroup hat einen Song einer anderen Band gecovert. Nichts besonderes soweit. Täglich werden wahrscheinlich tausende Songs gecovert, was war diesmal anders?

Matthias Matuschik, der Moderator einer Sendung bei Bayern3, der, wie es scheint, Fan der Band Coldplay ist, passte es gar nicht, dass ausgerechnet die südkoreanische Boygroup „BTS“ einen Coldplay Song coverte. Er bezeichnete dies sogar als „Gotteslästerung“ und fügte noch hinzu: „Dafür werdet ihr in Nordkorea Urlaub machen müssen, die nächsten 20 Jahre.“ Dass sich sogar Coldplay selbst positiv zum Cover geäußert haben, schien ihm egal. Zusätzlich äußerte er sich noch folgendermaßen: „BTS ist so wie SARS, das ist irgendeine Abkürzung für irgendein scheiß Virus, wogegen es hoffentlich bald ebenfalls eine Impfung gibt.“ Die Kampagne „I'm not a Virus.“ scheint Matuschik wohl nicht zu kennen. Auch weiß er wohl nicht, dass BTS nicht chinesischer, sondern südkoreanischer Herkunft sind. Was zumindest bei der ersten Aussage einen entscheidenden Unterschied macht, denn Menschen mit chinesischen Wurzeln dürfen in Nordkorea Urlaub machen, was sie tatsächlich auch tun. Bei südkoreanischen Menschen sieht das schon ganz anders aus (siehe folgende Abschnitte).

Was sagt eine in Deutschland wohnende Halb-Koreanerin zu diesen Aussagen?

Eine Freundin der Autorin ist selbst eine von Rassismus betroffene Person, ja hier in Deutschland ist sie die „Reisfresserin“ oder „die Chinesin“. Zu Besuch in Korea wurde sie dagegen beim Einkaufen auf dem Markt mit ihrer Oma schon gefragt, ob sie nicht die ausländische Schwiegertochter sei. Dort wird sie dauernd auf Englisch angesprochen und manchmal wird ihr auch der Zutritt zu Restaurants oder Bars verwehrt, da sie zu ausländisch aussehe. Auch auf Social-Media Plattformen wie TikTok berichten viele sogenannte, „Wasians“, also Personen, die „halb weiß“ und „halb asiatisch“ sind, von ihrer alltäglichen Diskriminierung, die nicht erst mit Corona begann - ein Thema, welchem kaum Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Dennoch schien die betroffene Person über den Matuschik-Vorfall ziemlich schockiert gewesen zu sein. Man könne „sich ja über Geschmack streiten, aber das geht gar nicht. […] Er hat keine Ahnung, wie beleidigend und unter der Gürtellinie das ist.“ Sie sei außerdem froh, „dass sich viele dagegen äußern“ und sendete Matuschik ein eigenes Kommentar. Sie hatte beschrieben, wie traurig sie die Aussagen als Halb-Koreanerin machen und, ob Matuschik überhaupt wisse, wie viele Menschen täglich in Nordkorea unter inhumanen Bedingungen sterben, getötet werden und in Arbeitslagern umkommen. Die Lebensbedingungen dort seien so schlimm dass viele versuchen, in den Süden zu flüchten. Solange Matuschik bei Bayern3 arbeite, werde sie diesen Sender nicht mehr hören. Mit ihrer Meinung war sie damit nicht alleine. Bayern3 hat den Post mit den tausenden Kommentaren inzwischen gelöscht und auch die Kommentarfunktion eingeschränkt.

Internationale & Koreanische Medien benennen Matuschik als Rassist

Schnell verbreiteten sich Audio-Mitschnitte der Livesendung über TikTok, versehen mit entsprechenden Übersetzungen. Sogar in Südkorea wurde darüber berichtet, und zwar nicht von irgendeinem Nachrichtensender, sondern von KBS-News, der größte Nachrichtensender in Korea. KBS-News benannte die Aussagen Matuschiks ganz klar als Abscheulich und Rassistisch.

Auch das Forbes Magazin berichtete über den Vorfall mit folgender Überschrift: „BTS Were Once Again The Subject Of Racist On-Air Remarks—And Received A Pathetic Non-Apology.“ Es scheint, als würde die ganze Welt den Rassismus sehen und benennen, außer natürlich die deutschen Medien selbst.

Deutsche Medien berichten größtenteils von fanatischen Fans

Als wäre auch irgendwas anderes von den großen deutschen Medien zu erwarten, redeten sie den gesamten Online Protest klein und berichteten von fanatischen Fans. Zuzugeben, dass Deutschland ein (antiasiatisches) Rassismusproblem hat, und dieses zu benennen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Die Süddeutsche Zeitung schrieb stattdessen einen Artikel darüber, wie sich die Fankultur radikalisiere.

Der RND schrieb:

„Für die Black-Lives-Matter-Bewegung sammelten Armys (BTS Fans) bereits Millionen Euro[…] Auch für syrische Flüchtlinge und für Unicef sammelte man bereits Geld. Und auch Donald Trump musste einst Bekanntschaft machen: Bei einem Wahlkampfauftritt in Oklahoma sicherten sich Fans Tausende Tickets, nur um dann nicht aufzutauchen. […] Doch so gemeinnützig viele Aktionen der Army auch sind – so häufig eskalieren sie auch. Wer sich negativ über die Band BTS äußert, steht schnell im Dauerfeuer, wird bedroht, beschimpft oder gehackt und auch der Fall Matthias Matuschik wirft einige Fragen auf.“
Auch hier scheint der Fokus auf fanatischen Fans zu liegen, statt Rassismus als das zu benennen, was es ist. Die Aussage „Es ist schon sehr aussagekräftig, wie bereitwillig die deutschen Medien sind, Rassismus kleinzureden oder zu leugnen. Stattdessen ist es aber umso leichter, Millionen von individuellen Menschen als besessene und gelangweilte Kinder zu erklären.“ trifft die Geschehnisse der letzten Woche auf den Punkt.

Und die Reaktion in Linken Kreisen?

Eigentlich sollte mensch denken, dass politisch links orientierte Personen den Rassismus erkennen und das Thema als Aufhänger nutzen, um über den wachsenden anti-asiatischen Rassismus zu berichten. Doch auch hier erreichte die Autorin des Textes eine Nachricht von einer Person aus der linken Szene, nachdem sie auf ihrem Privat-Profil etwas über den Vorfall berichtete, und fragte wieso so viele in ihrem Umfeld kein einziges Wort darüber verlieren. In der Nachricht bekam sie die Antwort, dass es daran liegen würde, dass die BTS-Community extrem toxisch sei und es (mit einem Shitstorm) letzten Sommer einen Unschuldigen getroffen habe. Als Quelle wurde jedoch ein Link beigefügt, in dem es um eine komplett andere Band ging. Es würde vielen gar nicht um Rassismus gehen und der Bayern3Racist-Trend werde hauptsächlich genutzt, um sich selbst zu feiern, man sei doch so toll antirassistisch.

Auch hier scheinen die toxischen Fans ein größeres Problem darzustellen, als sich einfach mit den von Rassismus betroffenen Menschen zu solidarisieren. Auch der in bürgerlich-linken Kreisen populäre Jan Böhmermann sendete sonderbare Tweets mit dem Inhalt „I love Kpop“ oder „Stream Dynamite von BTS“ ab, als wolle er den ganzen kleinen Kindern zeigen, wie sehr er BTS mag, damit sie bloß nicht auf ihn losgehen, statt seine Reichweite zu nutzen, um die Menschen darüber aufzuklären, wieso die Aussagen von Matuschik gerade südkoreanische Menschen so tief verletzt und gekränkt haben.

„20 Jahre Urlaub in Nordkorea“ ist für südkoreanische Menschen besonders kränkend

Um die besondere Problematik bei derlei Aussagen begreifen zu können, muss zunächst gewisses Vorwissen zum innerkoreanischen Konflikt vorhanden sein. Die Teilung des Landes geschieht um den 38. Breitengrad, dort liegt die sogenannte entmilitarisierte Zone, welche nur 23.8km von der Hauptstadt Seoul (Südkorea) entfernt liegt. Geographisch mögen beide Teilstaaten sehr nah nebeneinander koexestieren, ideologisch aber nicht weiter voneinander entfernt sein. Zum Vergleich: Seoul ist eine der höchsttechnologischen Metropolen weltweit, während Nordkorea kaum ein funktionierendes Stromnetz besitzt und eines der abgeschottesten Staaten der Welt darstellt. Ein innerkoreanischer Grenzübergang ist unmöglich. Südkorea nimmt zwar alle Nordkoreanischen „Überläufer:innen“ auf. Diese müssen aber, bevor sie den Süden erreichen, erst China überqueren und dabei unentdeckt bleiben, da China alle „Überläufer:innen“ in den Norden zurückschickt, wo meistens, aufgrund von Hochverrat, die Todesstrafe auf sie wartet. Deshalb können sie in China nicht auf legalem Wege Flüchtlingsschutz in Südkorea suchen, weshalb sie meist über Drittländer weiter fliehen müssen. Dies kann durch die Hilfe von Vermittler:innen passieren, welche die Personen nach Südkorea schmuggeln. Aufgrund des seit den 1990er gebildeten Schwarzmarktes, der die Nordkoreaner:innen mit USB-Sticks, DVD-Player, etc. aus China versorgt. Daher sind auch dort südkoreanische Dramas sehr beliebt, mit dem Zusatzeffekt, dass die normale Bevölkerung an Informationen über das freiere Leben im Süden gelangt. Um die Hemmschwelle einer Flucht zu Erhöhen, werden meist alle zurückgelassenen Familienmitglieder im Norden zum Tode verurteilt.

Es sind keine Daten von Südkoreanischen Überläufer:innen in den Norden bekannt, weshalb alle Südkoreaner:innen im Norden als Spione betrachtet werden und entsprechend wie Spione behandelt werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein südkoreanischer Mensch lebend aus Nordkorea zurück gelangt, ist daher sehr gering oder gleich null. Daher wird die Aussage „Urlaub in Nordkorea“ von vielen Koreaner:innen auch als Todeswunsch/Todesdrohung gedeutet. Wären BTS von einer anderen asiatischen Herkunft, könnte wohl noch von einem Urlaub gesprochen werden, bei Südkoreaner:innen allerdings nicht mehr, weswegen viele Koreaner:innen eine Entlassung Matuschiks fordern.

Rassismusproblem

Diese spezifischen, auf Corona-Pandemie und BTS gestützten Diskriminierungen, wie oben beschrieben, sind, wie soll es anders sein, nur Symptom eines tiefer liegenden Problems. In Deutschland wird nicht über Rassismus gesprochen, denn Rassist:in möchte niemand sein. Wie in einer Schleife werden Rassismus-Skandale also kleingeredet und die Empörten als die eigentlichen Probleme (Fanatiker:innen, Besessene) unfreiwillig ins Diskussionszentrum gerückt. Klar ist, dass bei derartiger „Aufarbeitung“ der nächste Skandal schon vor der Tür steht. Es enttäuscht, dass dadurch sämtliche Chancen verpasst werden, die nötige Bildungsarbeit an Menschen heranzutragen und echte Verbesserungen zu erzielen.

Antiasiatischer Rassismus fand in Deutschland auch vor Corona statt. Doch wer, außer die glücklicherweise mehr und mehr organisierten Betroffenen, fordert für das Thema Aufmerksamkeit ein? Die Reaktionen von Bayern3 und der anderen Medien fügen sich ohne Probleme in das generelle deutsche Verständnis von Diskriminierung ein. Der von Rechten erfolgreich im Bürgertum eingepflanzte Kampfbegriff Cancel Culture wird nun als allererster hervorgekramt, wenn Betroffene auf Diskriminierung aufmerksam machen. Von selbst wird sich hier also nichts ändern.

[Anhang] Soft-Power: Der Zusammenhang zwischen K-Pop & Kapitalismus

Hinzu kommt, dass BTS quasi der Inbegriff der koreanischen Welle bzw. der sogenannten Soft-Power-Strategie Südkoreas sind und somit ein wichtiger Grund des koreanischen Wirtschaftswachtums darstellen. Südkorea wandte sich dem Konzept der Soft-Power vor etwa zwanzig Jahren zu. Das Konzept wurde zuerst vom amerikanischen Politikwissenschaftler J. Nayem vorgeschlagen. Die Strategie basiert auf der Verbreitung traditioneller sowie kultureller Werte in Kombination mit moderner Popkultur, mit dem Ziel, ein positives Image des eigenen Landes zu formen und gleichzeitig mehr Einfluss in der Welt zu gewinnen, was parallel die Wirtschaft des Landes ankurbeln soll. Das Konzept der Soft Power scheint erfolgreicher zu sein als diplomatische Verhandlungen, beziehungsweise Hard-Power-Strategien wie zum Beispiel Krieg. Das Verhältnis zwischen den ehemaligen Kriegsgegnern Japan und Korea ist entspannter geworden, seit K-Pop Bands wie BigBang in Japan Megastars sind. Der Erfolg von K-Pop, K-Dramen und seit neuestem auch K-Beauty war also kein Zufall, sondern von der Regierung geplant und anfangs mit Steuergeldern finanziert.

Es kann sogar die These aufgestellt werden, dass die K-Pop-Industrie die einzige Musikindustrie der Welt ist, die komplett aus dem kapitalistischen Gedanken entstanden ist. Die sogenannten Idols werden von der Entertainment Industrie nicht als Menschen angesehen, sondern einzig und allein als Kapital betrachtet, weshalb viele Idols am Druck zerbrechen und nur wenige Trainees überhaupt ihr Debut haben. Immer wieder gelangen Interviews von ehemaligen Trainees an die Öffentlichkeit, die die menschenverachtende Maschinerie hinter der bunten Welt zeigen. Auch körperliche Bestrafungen gehörten lange Zeit zum Alltag der Trainees der ersten und zweiten Generation von K-Pop Gruppen. Aufgrund der größeren medialen Aufmerksamkeit und durch Klagen soll sich dies mittlerweile geändert haben. Dennoch sind die sogenannten „Big 3“, auch heute noch für ihre sehr harte, teils unmenschliche Ausbildung ihrer Trainees bekannt. So ist es kein Geheimnis, dass weibliche Idols aufgrund der strengen Diäten und der Überarbeitung nicht einmal mehr ihre Periode bekommen. Es existieren unzählige Videos, in welchen Idols auf der Bühne das Bewusstsein verlieren, Wasser bekommen und weiter performen müssen. Als Trainees unterschreiben sie oft schon im Alter von 10-14 Jahren Verträge, die früher 15 Jahre gültig waren. Heute sind langjährige Verträge über 13 Jahren aufgrund von juristischen Klagen seltener. Durch die Verträge erhält die Agentur großen Einfluss auf das Privatleben der Personen, während die Trainees kaum Einfluss auf seine:ihre finanzielle Vergütung hat. Erst wenn die Idols nach ihrem Debut ihre sehr hohen Schulden bei dem Entertainment für den Gesangs-/Tanzuntericht und für die Wohnung während ihrer jahrelangen Zeit als Trainee abbezahlt haben, verdienen sie eigenes Geld. Deshalb haben Viele zu Beginn der Karriere nicht mal Geld, um genug zu essen. Auch das Liebesleben, beziehungsweise die sogenannte „No Dating Rule“, Schönheitsoperationen, Gewicht, Frisur, die darzustellende Persönlichkeit, teilweise ein komplettes Smartphone Verbot, Rauch- und Alkoholverbote, Autofahrverbote und vieles mehr sind vertraglich geregelt. Ohne dem kapitalistischen Antrieb würde es wahrscheinlich keine einzige der heutzutage weltbekannten K-Pop Gruppen geben.

Nach Angaben des Hyundai Research Institute bringt BTS schätzungsweise mehr als 3,6 Milliarden Dollar jährlich in die südkoreanische Wirtschaft ein. Die Mitglieder von BTS wurden zu Seouls ehrenamtlichen Tourismus-Botschaftern ernannt. Die Regierungswebsite „Imagine Your Korea“ bietet eine Liste der Drehorte von BTS-Musikvideos und -Albumcovern und ermutigt Tourist:innen, die Orte zu besuchen.

Auch Präsident Moon Jae-in sagte, dass BTS ein neues Kapitel in der K-Pop-Geschichte geschrieben habe, indem sie zum ersten Mal als südkoreanischer Künstler die Billboard Hot 100 Songs-Charts angeführt haben. Zusätzlich fügte der Präsident hinzu, dass der Erfolg den Koreaner:innen, die unter der durch COVID-19 verursachten nationalen Krise leiden, großen Trost spenden werde.