Queeres Leben auf dem Land – Ein Schwarzlichtautor kotzt sich aus (Thread) Eine neue Studie zeigt: „Queere Menschen haben es in Bayern immer noch schwer“ br.de/nachrichten/am…

Ich bin schockiert! Diskriminierung ist doch abgeschafft? Wie kann sie in einem christlich-sozial regierten Land dennoch fortbestehen? Das Problem sind nicht die Menschen, die „irgendwie anders“ sind. Der Umstand, dass wir alle wissen, wer damit gemeint ist, ist Teil des Problems. Im himmelblauen, wolkenweißen Bayernland mit den sattgrünen Wiesen & Dörfern, wo jede*r jede*n kennt, ist kein Platz für das Andere. Jenes Andere, das den geordneten Gang der Dinge bedroht und in seiner puren Existenz das Ende der Traditionen und Bräuche bedeutet. Jedenfalls wird das diesem Anderen nachgesagt. Dass für das Andere dort Platzmangel herrscht, ist mehr die Folge, als Ursache. Das eigentliche Problem ist die Überbeanspruchung des Platzes durch weiße able-bodied heterosexuelle cis Menschen christlichen Glaubens. Queere Menschen haben keine Herkunft gemein. Es ist völlig klar, dass sie auch auf bairischen Dörfern aufwachsen. Die Gesellschaft, in die sie hineingeboren werden, ist allerdings unfähig, damit umzugehen und nicht bereit, sie aufzunehmen. Queeren Menschen bleibt 1. die Flucht in die Großstadt, 2. die Unterdrückung der eigenen sexuellen Identität oder 3. ein isoliertes Leben in ständiger Bedrohungslage. Wie viel sagt es über unsere Gesellschaft aus, wenn wir sie so geformt haben, dass sie ganz natürlich vorkommende Teile seiner selbst nicht anerkennen kann? Kann die christlich-soziale Partei etwas an diesem Zustand verändern und durch politische Veränderungen die Gesellschaft positiv beeinflussen? Dies hätte ich am liebsten von Menschen beantwortet, die meinen, es gäbe keine schlechten Fragen. Auch die CSU ist Ursache des Problems. Sie ist die Partei der rassistischen cis-Männerstammtische. Ihre christlichen Werte sind Ursache für den Hass auf queere Menschen. Sie ist die Partei, welche das bairische Volk™ vor all dem Übel der Welt mit einer schützenden Hand bewahrt, die sich für Außenstehende nicht selten zur brutalen Faust verformt. Sie vertritt den Antifeminismus und ist stolz darauf. Sie verurteilt Rassismus und Antisemitismus, wenn es mal wieder einen derart motivierten Mordanschlag gab. Ihren eigenen Rassismus gibt es aber natürlich genausowenig wie Polizeigewalt bei G20. Bayern braucht keinen Weltraumbahnhof. Was wir brauchen, ist Gender- und Rassismusforschung und schulische Aufklärung, die über einmal jährlich stattfindenden Sexualkundeunterricht hinausgeht. Diese Partei und ebenso alle anderen ihr nahestehenden Parteien wie die Freien Wähler und die AfD sind von großen Teilen des bairischen Volks™ legitimiert. Die Parteien vertreten genau das, was das bairische Volk™ will. Das dürfen wir nicht vergessen, wenn wir über die vielseitigen Diskriminierungsformen in diesem Land sprechen. Wo können wir ansetzen, um uns queeren Menschen ein Leben auch auf dem bairischen Land zu ermöglichen? Ich bin ehrlich: ich weiß es nicht. Der BR titelt, wir hätten es „immer noch“ schwer. Bin ich schockiert?

Ich weiß nur, dass ich in meinem gesamten (noch jungen) Leben niemals die folgende Artikelüberschrift lesen werde: „Queere Menschen haben es in Bayern nicht mehr schwer“. Den Kampf müssen und werden wir natürlich trotzdem fortführen!