Gestern, den 9. November, jährte sich die #Reichspogromnacht - und mit dieser der Übergang zur systemischen Vernichtung des jüdischen Lebens - zum 81. Mal. Es liegt an uns, die Verbrechen der Deutschen in Erinnerung zu behalten.

Dass dies keine Selbstverständlichkeit ist, zeigt die aktuelle politische und gesellschaftliche Lage. Der Hass auf Jüdinnen und Juden grassiert nach wie vor. Vernichtungsfantasien werden offen ausgesprochen. Hinzu kommt der Hass auf alle „Fremde“, Geflüchtete, Menschen muslimischen Glaubens, LGBTIQ*. Zuletzt stellte die #noAfD eine Anfrage zur Zahl der beHinderten Menschen in Deutschland - unterteilt in Deutsch und Nicht-Deutsch (zeit.de/politik/deutsc…). Es stellt sich die Frage, was die AfD, sobald sie eines Tages an der Macht sein sollte, aus diesen Zahlen zu tun gedenkt. Zu recht fühlt man sich bei dieser Meldung an das Euthanasie-Programm der Nazizeit erinnert. Gegen diese Zustände müssen wir kämpfen. Und wir müssen uns an das Geschehene erinnern. Deshalb riefen das Schwarzlicht-Kollektiv und @antifa_wue zum gemeinsamen #Stolpersteinputzen auf. Mit Einbruch der Dunkelheit versammelten sich am gestrigen Abend 30 Menschen am Sternplatz. Mit vier Reden wurde auf die Würzburger Geschichte in der Nazizeit, unsere Gedenkkultur und die aktuelle Lage eingegangen. Neben Antifa und Schwarzlicht hielt auch Stadträtin und Koordinatorin des Stolperstein-AK Benita Stolz eine Rede. Über den Verlauf der Kundgebung fanden mehrere Passant*innen dazu, welche den Reden interessiert zuhörten. Allerdings wurde uns auch die Dringlichkeit unseres Gedenkens aufgezeigt. Ein am Rande stehender Bremer hörte durch uns zum ersten Mal von Stolpersteinen. Interessiert fragte er nach, ob diese eine Würzburger Eigenart wären. Nach den Reden wurden den Teilnehmer*innen vier versch. Routen für das Pflastersteinputzen präsentiert. Die Teilnehmer*innen teilten sich auf und begannen mit dem Putzen. Den Opfern der NS-Zeit gedenkend, wurden an den einzelnen Steinen Blumen niedergelegt und Kerzen angezündet.