Démosphère

Der Démosphère-Kalender informiert über alle kommenden Veranstaltungen in Würzburg. Denkt daran, eure eigenen Veranstaltungen einzureichen!

Timeline

Der gemeinsame Kontext der Krawalle in #Dietzenbach und #Minneapolis

In der Nacht zu Freitag ist es in Dietzenbach im Landkreis Offenbach zu Angriffen auf Polizeibeamt_innen gekommen, nachdem zuerst Feuer auf einem Parkdeck gelegt worden ist. Die Polizei geht davon aus, dass das Feuer lediglich dazu diente, um die Einsatzkräfte anzulocken. Eine Gruppe von 50 Männern soll diese beim Eintreffen schließlich mit Steinen attackiert haben. Die nachfolgen. Auseinandersetzungen dauerten 2 Stunden an (mopo.de/news/panorama/…). Dieses Ereignis erscheint vor allem vor dem Hintergrund der aktuellen Krawalle in mehreren amerikanischen Großstädten interessant, auf Grundlage derer sich vor allem eine tiefe Unzufriedenheit gegenüber den Sicherheitskräften artikuliert. Ausschlaggebend war der erneute Tod eines Schwarzen im Zuge eines umstrittenen Polizeieinsatzes in Minneapolis, der sich rasant in den sozialen Medien verbreitete. Auf einem Video ist zu sehen, wie ein weißer Polizist den Mann mehrere Minuten lang mit dem Knie im Nacken auf dem Boden fixiert, obwohl dieser immer wieder darauf hinweist, dass er massive Schmerzen erleide und keine Luft mehr bekommen würde. Die Beamten ließen allerdings erst von dem Mann ab, als Rettungskräfte eintrafen. Auf dem Weg ins Krankenhaus verstarb er schließlich. Eine noch am gleichen Tag organisierte Demonstration wurde von der Polizei gewaltsam aufgelöst, was schließlich zu den nun seit 3 Tagen andauernden Krawallen führte. Diese haben sich in den letzten Tagen schließlich auch auf andere Städte wie St. Paul & Los Angeles ausgebreitet. Auf entsprechenden Videos im Internet sind neben zahlreichen Angriffen auf Polizeieinheiten, Banken, Geschäften usw. auch viele Plünderungen zu sehen. Betroffen sind mittlerweile zahlreiche größere Geschäfte. Aufgrund der Ausmaße dieser Ereignisse lässt sich auch eine Verbindung zur aktuellen Covid-19 Krise herstellen, welche die USA besonders hart trifft. Über 40 Millionen Menschen haben mittlerweile ihren Arbeitsplatz verloren und mit zwischenzeitlich 14,7 % hat die Arbeitslosigkeit den höchsten Stand seit dem 2. Weltkrieg erreicht. Dieser Wert könnte auf über 20 % ansteigen (tagesschau.de/wirtschaft/arb…). Außerdem sind bereits über 100.000 Menschen an dem Virus gestorben. Dementsprechend lässt sich die Heftigkeit der aktuellen Krawalle nicht nur mit der massiven Kritik gegenüber der Polizei und dem seit Jahrhunderten in der amerikanischen Gesellschaft verankerten, strukturellen Rassismus erklären, sondern auch mit der puren Not der Menschen. Es lässt sich also vermuten, dass die sich hier entladene Unzufriedenheit verschiedene strukturelle Ursachen hat und durch die aktuelle Krise noch deutlich verschärft wird. Diese Erkenntnis hilft darüber hinaus aber auch, die Vorgänge in Dietzenbach besser zu verstehen. Denn die Ereignisse vergangener Nacht reihen sich lediglich in eine Chronologie ähnlicher Konfrontationen ein, wie beispielsweise 2005 (m.faz.net/aktuell/rhein-…). Vor allem das östliche Spessartviertel, welches bereits seit den 1980er Jahren als sozialer Brennpunkt gilt, steht hierbei im Visier. Trotz zahlreicher Sanierungsversuche sind die Zustände für die rund 3300 Einwohner_innen, welche größtenteils einen Migrationshintergrund und ein geringes Einkommen aufweisen, nach wie vor prekär. Grundlage ist eine völlig verfehlte Stadtplanung und Entwicklungsprognose, welche aufgrund ausbleibenden Engagements potenzieller Investor_innen schließlich dazu führte, dass der Stadtteil zunehmend sich selbst überlassen wurde und kaum Infrastruktur vorhanden war. Aufgrund der fehlenden Lukrativität setzte sich diese Problematik mehr oder weniger bis heute fort (de.wikipedia.org/wiki/%C3%96stl… Spessartviertel). Demnach offenbart sich hier sehr deutlich das massive Konfliktpotenzial, welches von Perspektivlosigkeit und Frustration hervorgerufen wird. So sagte der CDU Politiker Adolf Kühn 1981: „Wer hier lebt, braucht ein Gemüt aus Beton“. Auch wenn diese beiden Ereignisse, welche aktuell Schlagzeilen machen, nicht zwangsläufig miteinander zusammenhängen, zeigen sie jedoch deutlich die zentrale Bedeutung struktureller Probleme auf und verfügen daher einen gemeinsamen politischen Kontext. Der Krawall, welcher verschiedene Ausmaße und Formen annimmt, ist letztendlich die entsprechende Antwort. Vor allem die Tatsache, dass sich sowohl in Dietzenbach als auch in den USA solche Ausschreitungen immer wieder ereignen, zeigt, dass die Politik scheinbar nicht in der Lage ist, die zugrundeliegenden Probleme angemessen anzugehen. Traurigerweise erfolgt eine Anerkennung dieser Probleme häufig erst, nachdem es zu solchen Gewaltausbrüchen kommt. Abschließend bleibt festzuhalten, dass das Bezeichnen der Beteiligten von Seiten staatlicher Institutionen und Medien als “Kriminelle” und “Gewalttäter” die grundlegenden sozialen Zusammenhänge ausblendet und so den Status quo wahrt. Eine angemessene Lösung kann so nicht erreicht werden und daher ist davon auszugehen, dass sich solche Ereignis in Zukunft weiterhin ereignen und durch die #Corona Krise noch wahrscheinlicher werden.

#LieberDattelnessen, als #DattelnIV anzuschließen! Was es damit auf sich hat, erfahrt ihr im Thread von @EGWuerzburg:

twitter.com/EGwuerzburg/st…

Ende Gelände Würzburg (@EGwuerzburg):
Lieber Datteln essen als Datteln IV anschließen!

Film dich, wie du eine (oder 4) Dattel(n) isst. Teil das Video und diesen Aufruf unter #lieberdattelnessen auf Twitter &

schick dein Video an lieberdattelnessen@gmx.de. Wir schneiden alle zusammen!

#systemchangenotclimatechange

#fighteverycrisis

Ein Bündnis verschiedener Bamberger Gruppen und Parteien plant morgen am Maxplatz eine Kunstaktion mit Plakaten und Bannern.

m.facebook.com/events/8727451… „Nach Monaten voll mit Corona-News möchten wir den Blick auf die vielen Probleme lenken, die sich in dieser Zeit leider nicht in Luft aufgelöst haben. Gleichzeitig wollen wir verantwortungsbewusst mit der nach wie vor fragilen Infektionssituation umgehen und keine große Demonstration veranstalten. Stattdessen wollen wir all unseren Forderungen und Zielen mit Bannern und Plakaten in einer riesigen Kunstaktion auf dem Maxplatz Nachdruck verleihen. Dabei ist uns bewusst, dass eine symbolische Aktion wie diese nicht all jene Probleme lösen kann - uns ist es jedoch umso wichtiger, zurück in den öffentlichen Fokus zu rücken, was es alles zu bearbeiten gilt! Daher sammeln wir eure Banner und Plakate - egal ob frisch gebastelt, von der letzten Demo oder Klimastreik - und werden mit diesen den Maxplatz füllen. Bringt sie am Samstag zwischen 14:00 und 14:30 (natürlich kontaktlos) auf dem Maxplatz vorbei und zeigt, dass es nicht nur um die Coronakrise geht.“

Heraus zur anarchistischen Woche! Vom 5. bis 13. September 2020 wird das Würzburger Politlabor im Freiraum eine Woche rund um das Thema Anarchismus gestalten.

Lest euch den Aufruf des Politlabors auf unserer Website durch: #anarchowoche

„Ehrenamt“: Die Stadt Würzburg beutet „Held*innen der Corona-Krise“ aus.

Mitte März eskalierte in Würzburg die #Corona-Krise. Die Bildzeitung heizte die Situation reißerisch an: „Würzburg kurz vor Corona-Kollaps. Bürgermeister bat Bundeswehr erfolglos um Hilfe“. In den Würzburger Altenheimen wütete das Virus besonders heftig. Dutzende Menschen starben an oder mit #Covid19. Das Pflegepersonal der Altenheime war stark von Infektionen mit dem Sars-Cov2-Virus betroffen. Die Stadt Würzburg bat gelernte Fachkräfte aus der Pflege um Hilfe in dieser schwierigen Zeit. K. meldete sich bei der Stadt Würzburg. Die gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin wartete etwa 10 Tage bis sich die Stadt bei ihr zurückmeldete. „Zunächst musste ich mit meinem anderen Arbeitgeber abklären, ob er mich freistellen kann“, berichtet sie. Um der Stadt Würzburg zu helfen, baute sie ihre Überstunden bei ihrem eigentlichen Arbeitgeber ab und half einen Monat lang in einem betroffenen städtischen Altenheim aus. „Anfang April habe ich angefangen“, erzählt sie. Einen Tag lang wurde sie eingelernt und ab dem zweiten Tag arbeitete sie „selbstständig“. Innerhalb der vier Wochen arbeitete sie „14 oder 15 Tage“ von 13:30 – 21 Uhr. Ganze drei Wochenenden arbeitete sie komplett durch. „Ich wollte ja auch helfen“, sagt sie. Ihr habe der Job „super gefallen“. Es sei „definitiv anstrengend gewesen“, doch „das Team und die Patienten sind sehr nett gewesen“. Den ganzen Tag arbeitete K. mit FFP2-Maske. „Dies macht die körperliche Arbeit deutlich anstrengender“, berichtet sie. Durch die Krise sei allerdings auch „der Zusammenhalt im Team sehr gut gewesen“. Zu Beginn der Krise überwarfen sich Politiker*innen mit Lobpreisungen auf die „Helden des Alltags“. Söder versprach eine Einmalzahlung von 500 Euro, tausende klatschten dem Gesundheitspersonal Beifall und alle waren sich einig: In der Pflege muss sich etwas ändern. Mittlerweile scheint diese Stimmung verflogen.

Was die Bundeswehr nicht auf die Kette bekam – im Würzburger Altenheim aus zu helfen – erledigten „Ehrenamtliche“. Als Dank erhielten sie von der Stadt Würzburg: Nichts. Lediglich eine Kollegin habe ihr einen „wirklich sehr schönen Stein“ gebastelt. „Ich habe mich ja nicht gemeldet, des Geldes wegen, dennoch habe ich gehofft eine kleine Aufwandsentschädigung zu erhalten, da ich ja im Gegenzug meine gesammelten Überstunden abgebaut habe“, meint K. Die Krankenpflegerin habe schließlich für ihr Engagement Einkommensverluste aufzuweisen.

Wie schon in der „Flüchtlingskrise“ wird auch die „Coronakrise“ auf dem Rücken der Ehrenamtlichen ausgetragen. Die Stadt Würzburg sollte sich schämen, die „Held*innen der Corona-Krise“ unbezahlt arbeiten zu lassen. Sicherlich arbeiteten die „Ehrenamtlichen“ ohne finanzielle Erwartung. Doch es kann nicht sein, dass die „Ehrenamtlichen“ ihr „Amt“ auch noch derart selbst finanzieren müssen!

„Futter-für-die-Mieze“: Voller Erfolg!

„Bei etwa 100 Essensbestellungen kamen über 1.000 Euro an Spenden für die #MiezeKoZe zusammen“, berichten die Organisator*innen der Aktion „Futter für die Mieze“. Das kollektive Zentrum MiezeKoZe in Grombühl wurde durch die #Corona-Krise hart getroffen. Alle Veranstaltungen in dem selbstverwalteten Raum sind abgesagt. Doch die Aktion „Futter für die Mieze“ sichert nun 2,5 Monatsmieten! In die Stadtteile Altstadt, Sanderau, Frauenland, Grombühl und Zellerau lieferte das hoch motivierte Koch- & Lieferteam veganes Gulasch, Muffins, Oetti und Spezi. „Wir bedanken uns für die tolle Solidarität“, schreibt das KüfA-Team. Das „Schlimmste“ sei erst einmal abgewendet. Sie hoffen „bald wieder die Räumlichkeiten in neuem Glanz zugänglich machen zu können“.

Queeres Leben auf dem Land – Ein Schwarzlichtautor kotzt sich aus (Thread) Eine neue Studie zeigt: „Queere Menschen haben es in Bayern immer noch schwer“ br.de/nachrichten/am…

Ich bin schockiert! Diskriminierung ist doch abgeschafft? Wie kann sie in einem christlich-sozial regierten Land dennoch fortbestehen? Das Problem sind nicht die Menschen, die „irgendwie anders“ sind. Der Umstand, dass wir alle wissen, wer damit gemeint ist, ist Teil des Problems. Im himmelblauen, wolkenweißen Bayernland mit den sattgrünen Wiesen & Dörfern, wo jede*r jede*n kennt, ist kein Platz für das Andere. Jenes Andere, das den geordneten Gang der Dinge bedroht und in seiner puren Existenz das Ende der Traditionen und Bräuche bedeutet. Jedenfalls wird das diesem Anderen nachgesagt. Dass für das Andere dort Platzmangel herrscht, ist mehr die Folge, als Ursache. Das eigentliche Problem ist die Überbeanspruchung des Platzes durch weiße able-bodied heterosexuelle cis Menschen christlichen Glaubens. Queere Menschen haben keine Herkunft gemein. Es ist völlig klar, dass sie auch auf bairischen Dörfern aufwachsen. Die Gesellschaft, in die sie hineingeboren werden, ist allerdings unfähig, damit umzugehen und nicht bereit, sie aufzunehmen. Queeren Menschen bleibt 1. die Flucht in die Großstadt, 2. die Unterdrückung der eigenen sexuellen Identität oder 3. ein isoliertes Leben in ständiger Bedrohungslage. Wie viel sagt es über unsere Gesellschaft aus, wenn wir sie so geformt haben, dass sie ganz natürlich vorkommende Teile seiner selbst nicht anerkennen kann? Kann die christlich-soziale Partei etwas an diesem Zustand verändern und durch politische Veränderungen die Gesellschaft positiv beeinflussen? Dies hätte ich am liebsten von Menschen beantwortet, die meinen, es gäbe keine schlechten Fragen. Auch die CSU ist Ursache des Problems. Sie ist die Partei der rassistischen cis-Männerstammtische. Ihre christlichen Werte sind Ursache für den Hass auf queere Menschen. Sie ist die Partei, welche das bairische Volk™ vor all dem Übel der Welt mit einer schützenden Hand bewahrt, die sich für Außenstehende nicht selten zur brutalen Faust verformt. Sie vertritt den Antifeminismus und ist stolz darauf. Sie verurteilt Rassismus und Antisemitismus, wenn es mal wieder einen derart motivierten Mordanschlag gab. Ihren eigenen Rassismus gibt es aber natürlich genausowenig wie Polizeigewalt bei G20. Bayern braucht keinen Weltraumbahnhof. Was wir brauchen, ist Gender- und Rassismusforschung und schulische Aufklärung, die über einmal jährlich stattfindenden Sexualkundeunterricht hinausgeht. Diese Partei und ebenso alle anderen ihr nahestehenden Parteien wie die Freien Wähler und die AfD sind von großen Teilen des bairischen Volks™ legitimiert. Die Parteien vertreten genau das, was das bairische Volk™ will. Das dürfen wir nicht vergessen, wenn wir über die vielseitigen Diskriminierungsformen in diesem Land sprechen. Wo können wir ansetzen, um uns queeren Menschen ein Leben auch auf dem bairischen Land zu ermöglichen? Ich bin ehrlich: ich weiß es nicht. Der BR titelt, wir hätten es „immer noch“ schwer. Bin ich schockiert?

Ich weiß nur, dass ich in meinem gesamten (noch jungen) Leben niemals die folgende Artikelüberschrift lesen werde: „Queere Menschen haben es in Bayern nicht mehr schwer“. Den Kampf müssen und werden wir natürlich trotzdem fortführen!

Die Kritischen Jurist*innen laden zum Einstiegstreffen!

Anfang letzten Jahres gründete sich am Würzburger Juralehrstuhl der Arbeitskreis Kritischer Jurist*innen Würzburg. Die Aktivist*innen betrachten aktuelle politische Entwicklungen aus kritischer juristischer Perspektive. Die Jurist*innen unterstützten Demonstrationen von #MissMutig oder der @SeebrueckeWue, kritisierten unverhältnismäßige Polizeieinsätze, zeigten Filme (Bsp: „Hamburger Gitter“) oder luden zu Vorträgen (Bsp: Analyse des Verfassungsschutzes, „Palandt umbenennen“). Trotz #Corona-Krise lädt der AKJ Würzburg am Dienstag zum Einstiegstreffen. Vorkenntnisse sind keine nötig.

facebook.com/events/8595946…

Wir veröffentlichen eine Pressemitteilung von @F4F_wuerzburg:

»In der Nacht von Donnerstag auf Freitag haben in der Würzburger Innenstadt Klimaaktivist*Innen zu konsequentem Klimaschutz aufgefordert, indem sie mit Plakaten und Transparenten Bäume „demonstrieren“ ließen. Mit dieser Aktion wollten sie darauf aufmerksam machen, dass auch in dieser Zeit, Klimaschutz weiter eine hohe Priorität haben muss. Durch Abstandsregelungen und Veranstaltungsverbote ist es gerade sehr schwer, für politische Missstände eine Öffentlichkeit bekommen. „Wir freuen uns sehr, dass Menschen ihre Zeit und Kreativität nutzen, um unsere Forderung nach mehr als nötigem Umsetzen von echtem Klimaschutz zu unterstreichen“, so Josefine Feiler von Fridays For Future Würzburg. „Gleichzeitig haben sie damit gezeigt, dass sie die Gefahr durch das Coronavirus ernst nehmen und dementsprechend reflektiert zu Aktionsformen ohne Ansteckungsgefahr gegriffen haben“. Die Coronakrise zeigt uns in vielen Bereichen, wo wir Fehler im globalen Zusammenspiel gemacht haben. Fehlender Artenschutz und keine Rücksicht auf Ökosysteme sind vermutlich Ursache der Krise und haben dazu geführt, dass sie solche Ausmaße angenommen hat. Die Chance und unsere Pflicht für den Neustart ist, Klimaschutz in allen Bereichen durchzusetzen.«

Unter Einhaltung der #Corona-Maßnahmen demonstrierten am gestrigen Samstagmittag Dutzende am Unteren Markt.

Bei Dauerregen standen die Protestierenden auf einer abgesperrten Fläche am Würzburger Markt und hielten Reden, die die Aufmerksamkeit der Passant*innen erweckten. „Wir fordern ein Ende der Gewalt und Repression gegen Geflüchtete, wir fordern eine Einhaltung der Menschenrechte, wir fordern die sofortige Evakuierung aller Lager!“, sagte ein Redner der @SeebrueckeWue. Auf Transparenten forderten sie, das griechische Flüchtlingslager #Moria zu evakuieren. Auf Bannern war der #LeaveNoOneBehind zu lesen.

twitter.com/schwarzlichtwu…

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
#Moria? Gibt es gar nicht!

Wer in diesen Tagen einen Blick auf Lesbos wirft und dazu Google Maps verwendet, bekommt ein verpixeltes Fleckchen Land zu sehen. In der Mitte dieses Pixelhaufens erklärt eine Angabe, dass es sich um das Flüchtlingscamp bei Moria handelt.
Es wird versteckt, was nicht sein darf. Unter diesen 12 x 8 Meter großen, bunten Rechtecken befinden sich aktuell circa 20.000 Menschen, welche nach einer durch Flucht geprägten Vergangenheit endlich die Ufer Europas erreicht haben.
Länder wie Deutschland oder Luxemburg begannen vor wenigen Tagen mit der Aufnahme. Deutschland beschränkt sich vorerst auf 50 unbegleitete Kinder. Insgesamt sollen 1.600 Menschen auf EU-Staaten verteilt werden (1). Dennoch verschärft sich die Situation im Camp Tag für Tag.
Das bevorstehende Handeln der EU ist langsam, kommt viel zu spät und wird die Probleme nicht lösen.

Die Lage in den überfüllten Camps auf den griechischen Inseln ist schrecklich.
Warum wurden die Geflüchteten nicht viel früher und/oder von Griechenland selbst besser verteilt? Der Grund hierfür liegt im EU-Türkei-Deal: „Alle, die nach dem 20. März 2016 in Griechenland ankamen, dürfen gemäß dem Deal nicht aufs Festland verbracht werden“ (2).
Griechenland nimmt das Leid der Menschen in Kauf, um eine Abschiebung in die Türkei als Möglichkeit offen zu lassen. Auch Corona und die damit verbundene Kenntnis über das Zusteuern auf eine noch gravierendere Katastrophe sorgt nicht für ein Umdenken.
In der „Hölle von Moria“ kam es in der Vergangenheit zu vielen Aufständen, Bränden und gewaltsamen Todesfällen – zu viele, um sie alle aufzuzählen. Wir haben bereits im März von der Lage vor Ort berichtet:

twitter.com/schwarzlichtwu…

twitter.com/schwarzlichtwu…

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
„Die Situation in Moria ist heftig“ - Lagebericht aus Lesbos und Solidarität aus #Würzburg!

Erstmal die gute Nachricht. H., die bereits seit mehreren Monaten auf Lesbos in der Geflüchtetenhilfe arbeitet, geht es soweit „ganz gut“.
Mittlerweile ist die Insel „für Nicht-Inselbewohner*innen dicht, wahrscheinlich streicht Griechenland ab morgen die Flüge“.

Die @tazgezwitscher schreibt heute über den „Ausnahmezustand de luxe“ in Deutschland und blickt auf Lesbos:
„Während hier leere Hallen und Hotels als Notfallkrankenhäuser aufgebaut werden, betreibt das Gesundheitsministerium von Griechenland im Lager von Moria auf Lesbos eine Krankenstation mit zwei Ärzten und einem Psychologen pro Schicht – für über 20.000 Menschen“. ¹
Im Lager von #Moria gelten nun Ausgangbeschränkungen. „Die Leute dürfen nur noch von 7 – 19 Uhr raus und nur eine Person pro Familie am Tag und nicht mehr als 100 Menschen in der Stunde“, berichtet H. Zusätzlich werde ein Zaun um das Geflüchtetenlager gezogen.
Die Situation in Moria ist heftig“, H. sorgt sich, „dass Moria nicht wieder zu der Offenheit zurückkommt“.

Die Schule „Wave of Hope“ zieht gerade um. „Nun wurde beschlossen, anstatt der Schule ein notdürftiges Krankenhaus zu bauen.
Das ganze wird natürlich alles selbstorganisiert und wird von NGOs unterstützt“, schreibt uns H.. Sie sorgt sich um eine weitere Zuspitzung der Lage im Camp Moria: „Ich denke, dass es die Tage vermehrt zu Spannungen kommen wird, weil die Leute einfach nicht raus können, die kleinen Obst/Gemüse/Falafelstände in Moria jetzt auch vorerst schließen mussten, d.h. dass alle wieder vermehrt auf das Essen von Moria selbst angewiesen sind“. Sie sorge sich vor „längeren Essensschlangen, mehr Rangeleien und Stress“
Während wir uns die Hände waschen können, leben die Menschen in Moria unter katastrophalen hygienischen Bedingungen: „In den Lagern in Griechenland gibt es oft nicht einmal genug Wasser zum Trinken“, schreibt Christian Jakob in der taz.
In einem lesenswerten Artikel der @zeitonline fordert Allgemeinmediziner George Makris: „Die vorerkrankten Menschen müssen jetzt dringend und zuallererst evakuiert werden. Schlussendlich müssen alle hier raus.“ ² Wir haben bereits zwei mal über die Situation in #Lesbos berichtet³ und halten euch auch in Zukunft auf dem Laufenden. Um die totale Katastrophe in Moria zu verhindern, wurde der #LeaveNoOneBehind ins Leben gerufen und eine Petition gestartet, die bereits mehr als 160.000 Menschen unterzeichnet haben. ⁴
In Würzburg hätte gestern eine Demonstration unter dem Motto „Wir haben Platz“ stattfinden sollen.

Aus bekannten Gründen musste sie abgesagt werden, deshalb ruft die @SeebrueckeWue auf, Banner aus den Häusern zu hängen, um Solidarität mit den Menschen an den europäischen Außengrenzen zu zeigen.

Die Fotos zeigen solidarische Banner in Würzburg (heute, 21.03.2020, Internationaler Tag gegen Rassismus).
¹taz.de/In-der-Corona-…

² zeit.de/politik/auslan…

³ Erster Bericht aus Lesbos (13.03.2020):

twitter.com/schwarzlichtwu…

Zweiter Bericht aus Lesbos (18.03.2020):

twitter.com/schwarzlichtwu…

⁴ Petition #LeaveNoOneBehind:

change.org/p/alle-mensche…

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
Die Bundesregierung kündigte heute an das Resettlement Verfahren mit der #Türkei und die Resettlement-Verfahren des Bundes für Menschen in humanitären Notlagen „bis auf Weiteres auszusetzen“. Begründet werden die Maßnahmen mit der Ausbreitung der #Covid19-Pandemie.
Konkret bedeutet dies, die Menschen in absoluter humanitärer Notlage werden alleine gelassen. Anstatt jetzt freigewordene Hotelkapazitäten zu nutzen, um einreisende Geflüchtete quarantieren zu können, werden die Menschen an der Ägäis im Stich gelassen.
„Moria (Anmerkung: Das völlig überfüllte Flüchtlingslager auf #Lesbos) hat gestern gebrannt, schrecklich!“, schreibt uns am gestrigen Dienstag unser Kontakt (H.) auf der griechischen Insel Lesbos.
Drei Container hätten gebrannt. „Ich habe mitbekommen, dass zwei Kinder gestorben sind“, so H..

„Mittlerweile ist auch #Corona hier ein großes Thema und wir sind halb in Quarantäne“, berichtet H.
Sie berichtet von dramatischen Zuständen: „Alle haben richtig Angst, dass der Virus in #Moria ausbricht – Es gibt keine Möglichkeiten sich ordentlich die Hände zu waschen und nicht einmal Zugang zu ausreichender Gesundheitsversorgung“, schreibt sie uns.
Gestern schrieb die @taz pessimistisch: „Die anderen EU-Länder streiten sich immer noch darüber, wer wie viele unbegleitete Kinder aufnehmen soll und was das für Konsequenzen haben könnte.
Als würden nur Kinder ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben in Sicherheit haben. Für allein reisende Geflüchtete und die vielen Familien in Moria ist anscheinend nirgendwo Platz.“
Unter dem #LeaveNoOneBehind haben in wenigen Tagen bereits über 40.000 Menschen unterschrieben, die Corona-Katastrophe auch an den Außengrenzen endlich ernst zu nehmen.
Die Petition fordert die Evakuierung der überfüllten Lager, notwendige Schutzmaßnahmen vor Corona (auch in Flüchtlingslagern), den Zugang zu medizinischer Versorgung für Obdachlose und Geflüchtete und den Zugang zum Asylverfahren.
Unterzeichnen könnt ihr hier:

change.org/p/alle-mensche…

Mit dieser Dokumentation wollen wir die Entwicklung des Flüchtlingscamps über die letzten fünf Jahre festhalten. Unsere Analysen beruhen zu großen Teilen auf Satellitenaufnahmen des Camps.
Ursprünglich als Militärbasis konzipiert, hat Moria eine Kapazität von 3.000 Personen (3). Seit Ende 2015 wird die Basis als Flüchtlingslager genutzt.
Wo früher Militärfahrzeuge standen (siehe Aufn. vom 13.06.2007), dokumentieren Satellitenaufnahmen vom Oktober 2015 die Errichtung neuer Gebäude (siehe Aufn. vom 02.10.2015). Ab 29. Oktober entstehen innerhalb von 5 Tagen 15 neue Gebäude (siehe Aufn. vom 29.10.2015 & 02.11.2015).
Bis Juni 2016 kommen nochmal über 50 Gebäude hinzu (siehe Aufn. vom 03.06.2016). Eine Karte des UNHCR vom Februar 2016 erklärt die Infrastruktur vor Ort. Das Camp scheint vorbereitet!
Seit Frühjahr 2016 dient #Moria hauptsächlich als Abschiebezentrum zur Umsetzung des EU-Türkei-Deals (4). Im April 2016 leben bereits 4.000 geflüchtete Menschen in Moria (5).
Als der griechische Migrationsminister in diesem Monat das Camp besucht, kommt es zu Ausschreitungen; Steine fliegen. (5)
Eigentlich ist ein Lager mit 133% Auslastung als Überfüllt zu deklarieren. Das heißt: keine weiteren Aufnahmen! Doch viel geringer wird diese Prozentzahl erstmal nicht.
Sie ist starker Fluktuation unterworfen: hin und wieder werden besonders schutzbedürftige Geflüchtete ans Festland gebracht (6), doch es gibt stets mindestens genauso viele Neuankömmlinge: Ende 2019 wird von bis zu 450 Menschen in nur einer Nacht berichtet (7).
Nach der sogenannten Flüchtlingskrise 2015 hat sich die Lage im Jahr 2017 relativ beruhigt. Zum ersten Mal fällt die Zahl der Menschen in Moria wieder unter 6.000 (8). Auf Satellitenbildern vom April 2017 sind plötzlich weniger (!) Gebäude zu zählen (siehe Aufn. vom 29.04.2017).
Einen Monat darauf stehen dort, wo vorher eingeschossige Gebäude waren, zweistöckige, containerartige Gebäude (siehe Aufn. vom 26.05.2017). Bis Januar 2018 kommen viele dieser mehrstöckigen Gebäude hinzu (siehe Aufn. vom 31.01.2018).
Die Camp-Betreiber bereiten sich auf weitere Ankömmlinge vor. Doch diese Maßnahmen reichen nicht aus. Das bestehende Camp ist überfüllt und so etabliert sich Anfang 2018 ein Baracken-Cluster auf der gegenüberliegenden Straßenseite, nordöstlich des Camps.
Dort befindet sich ein privater Olivenhain, welcher von nun an mehr und mehr beansprucht wird (siehe Aufn. vom 31.01.2018 bis 02.04.2019).

Im Oktober 2019 leben 13.000 Menschen in und um dem Camp (6).
Auf einem letzten Satellitenbild vom Oktober 2019 umfasst die Größe des Olivenhain-Camps 41.397m². Das sind 75% des eigentlichen Camps (siehe Aufn. vom 24.10.2019). Zwei Menschen sterben in diesem Monat, als ein Feuer im Lager ausbricht (6).
In den Baracken kann sich, wenn überhaupt, nur mäßig gegen den anstehenden Winter geschützt werden. Nicht überall gibt es Strom, nicht überall ist es trocken, vieles versinkt im Schlamm. Die hygienische Situation ist katastrophal und im Lager herrscht Gewalt.
So trauen sich Frauen nachts nicht mehr zur Toilette (9). In diesem Winter befinden sich 17.000 Menschen in Moria (10). In Anbetracht der ursprünglichen Kapazität von 3.000 Personen ist dies eine 567 prozentige Auslastung.
Das Europa, welches diesen Menschen keinen Eintritt gewährt, schickt Decken und Kissen (10).

Nach Überstehen der Kälteperiode hat sich die Situation nicht verbessert. Januar 2020 befinden sich 19.000 Menschen, davon 40% Minderjährige, im Camp (11).
Im Februar protestieren 2.000 Geflüchtete gegen die Zustände im Camp in der Inselhauptstadt (12). Die Polizei setzt Tränengas ein. Daraufhin formt sich im März ein faschistischer Mob, welcher Flüchtlinge, Helfer*innen und Journalist*innen brutal attackiert (13).
Währenddessen rückt ein Thema immer weiter in den Vordergrund: Corona. Die Menschen im Camp haben Angst, dass sich das Virus dort ausbreitet. Die Versorgung jeglicher Art ist bereits jetzt katastrophal. Auch Hygienemängel werden mit zunehmender Wasserknappheit verstärkt.
Es gibt keine Konzepte, alle sind auf sich alleine gestellt.

Doch zurück zum Anfang: Moria? Gibt es nicht! Überzeugt euch selbst, indem ihr diesen Link anklickt: goo.gl/maps/yPyr3uD7D….
Seit Oktober 2019, wo 13.000 Menschen das Camp bewohnten, gibt es keine aktuelleren Satellitenbilder, welche in dieser Auflösung öffentlich zugänglich sind. Heute leben dort 20.0000 Menschen. Wie hat sich das Lager verändert? Wir wissen es nicht.
Statt dem neuesten Satellitenbild wird Usern eine Aufnahme von 2014 mit nachträglicher Verpixelung angezeigt.
Diese Art der Problemlösung erinnert stark an das Vorgehen der EU: Moria? Wenn wir nicht hinsehen, ist es nicht unser Problem!

Wir sagen: #LeaveNoOneBehind und #WirHabenPlatz! Evakuiert die Lager und wartet keine Durchseuchung ab! change.org/p/alle-mensche…
Quellen:

  1. focus.de/politik/auslan…

  2. proasyl.de/thema/eu-tuerk…

  3. tagesschau.de/ausland/moria-…

  4. de.wikipedia.org/wiki/Moria_(Le…

  5. tagesschau.de/ausland/lesbos…

  6. tagesspiegel.de/themen/reporta…

  7. evangelicalfocus.com/europe/4784/Le…

  8. theguardian.com/world/2017/dec…

  9. avicenna-hilfswerk.de/moria-im-winte…

  10. zeit.de/2019/53/camp-m…
  11. theguardian.com/global-develop…

  12. orf.at/stories/315306…

  13. n-tv.de/politik/Faschi…

Die erste Rednerin von @F4F_wuerzburg thematisierte die symbolische Aktion der Bundesregierung: „Im Februar und März wurde davon gesprochen, dass Deutschland bis zu 1600 Geflüchtete aus den überfüllten Lagern in Griechenland holen möchte. Daraus wurden 47 Kinder und Jugendliche, um das Thema danach wieder in der Versenkung verschwinden zu lassen“. Weiter kritisierte sie Seehofer, der Mitte April einen Stopp der Seenotrettung forderte. Abschließend bekräftigte sie: „Die Evakuierung der Geflüchtetenlager war schon vorher überfällig und wäre momentan der einzig humane Weg.“

Der nächste Redner ging auf die Demos der sog. #CoronaRebellen ein. Diese verbreiteten Verschwörungstheorien, leugneten wissenschaftliche Fakten und duldeten Mitglieder aus #noAfD und rechten Strukturen. „Dabei sollte die Aufmerksamkeit, denen gelten, deren Sorgen ganz real sind“. Denn aktuell sehe man, wie sehr die Unterbringung von Geflüchteten in Massenunterkünften die Gesundheit von Menschen bedrohe. Er ging auf den Polizeieinsatz vergangene Woche im Schweinfurter #ANKER-Zentrum ein. Wir berichteten (twitter.com/schwarzlichtwu…).

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
Im #ANKER-Zentrum Schweinfurt ist es zu einem heftigen Polizeieinsatz bekommen. Eine Demonstration von Lagerbewohner*innen wurde mit einem Großaufgebot der Polizei beantwortet.

Bildquelle: BR
Im #ANKER-Zentrum in der ehemaligen Schweinfurt US-Kaserne war es bereits Ende März zu einem Ausbruch des #Corona-Virus gekommen.

Die Bewohner*innen stehen seitdem unter Quarantäne. Lediglich bereits Genesene dürfen das Lager verlassen.
Erst wenn es 14 Tage lang keine neuen Corona-Fälle im Lager gibt, will die Regierung von Unterfranken die strenge Quarantäne aufheben. Bisher wurde bei 137 Menschen in der Unterkunft eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen.
Am 20. April verstarb im ANKER-Zentrum ein 60-jähriger Armenier an den Folgen der Viruserkrankung.

Bei der Demonstration am Montagmorgen gegen 6.30 Uhr versammelten sich die Bewohner*innen am Eingangstor der ehemaligen Kaserne.
Friedlich und lautstark protestierten sie gegen die harten Ausgangssperren. Seit mittlerweile 8 Wochen dürfen sie das Lager nicht verlassen.

Mit Sitzblockaden versuchten sie den Lagerbetrieb zu stören. Die Polizei reagierte mit einem enormen Aufgebot & räumte die Blockade.
Laut Polizeiberichten hatte sich die Lage zunächst entspannt, ehe sie am Nachmittag wieder eskalierte. Die Bewohner*innen im Schweinfurter ANKER-Zentrum versuchen seit längerem mit friedlichen Demonstrationen Aufmerksamkeit für ihre Lage zu erhalten.
Doch aus der Bevölkerung hagelt es Anfeindungen, wenn sich die Schweinfurter Asylbewerber*innen für eine bessere Unterbringung und faire Asylverfahren einsetzen. Von staatlicher Seite gab es bisher auch keine wesentlichen Verbesserungen für die Geflüchteten.
Als die Cops am Nachmittag anrückten, wurden sie nach eigenen Angaben mit Gegenständen beworfen. Achtung: Wir wissen nicht exakt was passiert ist, aber es ist ratsam nicht den Polizeimeldungen blind zu vetrauen.
Polizeigewalt kommt in ihren Schilderungen nämlich nie vor. Wie sich die Lage hochgeschaukelt hat, ist derzeit unklar. Pressevertreter*innen waren nicht zugelassen. Mehrere hundert Cops aus Schweinfurt und von der Nürnberger Bereitschaftspolizei waren im Einsatz.
Zwei Polizeihubschrauber kreisten über dem Gelände. Erst gegen 19 Uhr hatte sich angeblich die Lage beruhigt.

Die Ausschreitungen sind kein Zufall. Die ANKER-Zentren wurden schon bei ihrer Einführung massiv kritisiert.
Die Perspektivlosigkeit der Bewohner*innen sowie die Enge im Lager & die Separation von der Schweinfurter Bevölkerung führen zu krasser Frustration unter den Bewohner*innen. Deswegen ist die Forderung des @BFR_089 nach wie vor wichtig: Alle Lager auflösen!

youtu.be/fLYsNQPWjQE

„Ein Viertel der Bewohner*innen sind dort bereits an #Corona erkrankt, eine viel höhere Quote als im Bevölkerungsschnitt“, sagte der Redner. Zusätzlich seien die Bewohner*innen weiter auf engstem Raum eingesperrt. „Von Moria bis zur Lindenstraße in Bremen protestieren Geflüchtete aus Angst um ihre Gesundheit für eine menschliche Form der Unterbringung in der sog. Social Distancing auch möglich ist“, fuhr er fort. Abschließend sagte er: „Die durch die Pandemie ausgelöste Krise darf nicht auf dem Rücken der Marginalisierten und Schwachen unserer Gesellschaft ausgetragen werden, sondern bedarf der Solidarität“. Der Anmelder verlas den Aufruf und ging auf die Situation in #Moria ein, über die wir euch auch in Zukunft auf dem Laufenden halten möchten. Unsere Informantin Henni, die derzeit auf Lesbos als Helferin arbeitet, berichtet diese Woche: „Während hier in der Stadt alles so langsam zum normalen Alltag übergeht, ist es in Moria weiterhin katastrophal“. Im Flüchtlingslager leben aktuell ca. 22.000 Menschen „Es wird gerade richtig heiß, dies betrifft besonders die Menschen in Moria“, sagt uns die Helferin. Bei Sonne und um die 30 Grad ist es in überhitzten Zelten mit unregelmäßiger Wasserversorgung noch schwerer auszuhalten. Für die Bewohner*innen des Camps ist es nach wie vor sehr schwierig, nach Mytilini (nahegelegene Hafenstadt mit ca. 38.000 Einwohner*innen) und damit an Geld zu kommen. Für die 22.000 Bewohner*innen von Moria soll nun ein (!) Geldautomat installiert werden. „Menschen, die gerade auf der Insel ankommen werden gar nicht mehr nach Moria gebracht und registriert – als ‚Corona-Maßnahme‘“, erklärt uns Henni. Die Menschen müssten „in irgendwelchen UNHCR-Zelten in der Nähe ihrer Ankunftsorte ausharren und warten. „Manchmal bekommen sie nicht einmal ein Zelt und schlafen unter Bootsbaracken“. Informationen, wann sie nach Moria können, bekämen sie nicht. Weiter ging der Abschlussredner auf die GU Würzburg ein, die auch unter Quarantäne stehe und er erklärte: „Die Unterbringung in Lagern ist nicht akzeptabel“. Zum Abschluss riefen die Demonstrant*innen: „Hoch die Internationale Solidarität“, „Um Europa keine Mauer, Bleiberecht für alle und auf Dauer“, „No Border! No Nation! Stop Deportation!“ und „Grenzen auf! Überall! Stacheldraht zu Altmetall!“

Petition für #Hundewiese in Altstadt/Sanderau

change.org/p/stadt-w%C3%B… In Würzburg seien mittlerweile „ausreichend Hundefreilaufflächen vorhanden, wo Sie ihren Hund nach Lust und Laune springen lassen können“, heißt es auf der Seite der Stadt Würzburg. Doch seit die Hundefreilauffläche nähe der Residenz geschlossen ist, verzweifeln viele Hundebesitzer*innen in Altstadt und Sanderau. Bewohner*innen der Innenst. müssen mehrere KM laufen oder Auto fahren, um ihrem Hund den benötigten Freilauf zu ermöglichen. Desh. wurde die Petition „Eingezäunte Freilauffläche für Hunde in Würzburg Innenstadt/Sanderau“ gestartet. Über 250 Menschen haben bereits unterzeichnet. Die Initiatorin der Petition fordert eine „umzäunte Fläche“, um „Gefahren präventiv entgegenzuwirken“. Auch unserer Kollektiv - von Hundesbesitzer*innen zu Menschen mit Phobie vor Hunden - unterstützt das Anliegen. „Mir ist es lieber, wenn Menschen in eingezäunten Bereichen ihre Hunde frei laufen lassen können, als wenn ich jedes Mal im Park eine Panikattacke bekomme“, kommentiert unsere größte Hundephobikerin. Eine eingezäunte Fläche in Innenstadtnähe oder Sanderau würde sowohl Hundebesitzer*innen, als auch Menschen, die sich durch freilaufende Hunde gestört fühlen, entlasten und den Vierbeinern unserer Stadt sicherlich gut tun!

Ein Video der heutigen Demo der @SeebrueckeWue. Die Demonstrant*innen am Unteren Markt rufen: “Um Europa keine Mauer. Bleiberecht für alle und auf Dauer!”. Die Seebrücke fordert die Evakuierung der Flüchtlingslager.

Derzeit demonstrieren 35 Menschen am Unteren Markt für die Evakuierung der Flüchtlingslager. Der Protest der @SeebrueckeWue findet unter Einhaltung der strengen Infektionsschutzmaßnahmen statt.

Was ist eigentlich linksextremistisch?

Eine kritische Perspektive auf den Verfassungsschutz

Am 19. Mai 2020 legte der Berliner Verfassungsschutz dem Senat den Jahresbericht von 2019 vor. Erstmalig bundesweit wird dort das Bündnis Ende Gelände als linksextremistisch und nicht länger als linksextrem beeinflusst geführt. Als Reaktion darauf forderten mehrere Organisationen, darunter Ende Gelände, die Grüne Jugend und die Jusos den Verfassungsschutz abzuschaffen. Auf der anderen Seite nahm Hans-Georg Maaßen (ehemaliger Verfassungsschutzchef) und sein rechtsradikaler Flügel der CDU/CSU die Werte Union dies zum Anlass ein bundesweites Verbot des Klimagerechtigkeitsbündnisses zu fordern. Auch die Würzburger Ende Gelände Ortsgruppe ist schon mehrfach ins Visier des bayerischen Verfassungsschutzes geraten[1].

Regelmäßig zur Veröffentlichung der Verfassungsschutzberichte wird die Frage aufgeworfen was eigentlich linksextremistisch ist. Geht man nach dem Verfassungsschutz sind das all jene Bestrebungen die auf die „Verabsolutierung der aufklärerischen Ziele von Freiheit und Gleichheit“[2] ausgerichtet sind. Weiterhin wird davon ausgegangen, dass Linksextremist*innen die „marktwirtschaftlich[e] Wirtschaftsordnung“ (sic!) und „die repräsentative Demokratie“ beseitigen wollen. Zusammengefasst heißt das, wer sich Freiheit und Gleichheit als höchstes Handlungsziel setzt, das Wirtschaftssystem kritisiert und die repräsentative Demokratie verändern möchte ist laut Verfassungsschutz als Linksextremist*in einzustufen. Seinem Namen nach möchte diese Institution die deutsche Verfassung schützen. Wirft man einen Blick ins Grundgesetz bemerkt man eine deutliche Abweichung von der Definition. Verfassungsgefährdend sind hier Bestrebungen die darauf ausgerichtet sind die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu beseitigen. Darin inbegriffen sind die Menschenrechte, das generelle Recht des Volkes sich selbst zu regieren, die Bindung des Staates an die eigenen Gesetze, Gewaltenteilung, Chancengleichheit und Mehrparteienprinzip. Wer gegen diese Prinzipien verstößt ist laut Grundgesetz verfassungsfeindlich bzw. extremistisch eingestellt. Was die freiheitlich-demokratische Grundordnung explizit nicht festgelegt ist die Wirtschaftsordnung und die Ausgestaltung des demokratischen Systems. Das heißt konkret: weder kapitalismuskritisch eingestellt zu sein und zu handeln, noch das streben nach einem demokratisches System abweichend von der repräsentativen Demokratie ist verfassungsfeindlich und selbstredend, darf jeder Mensch in Deutschland die Freiheit und Gleichheit als das höchste Handlungsziel setzen. Dass der Verfassungsschutz deshalb laufend absurde Ergebnisse bringt, wie die Einstufung eines Küchenkollektivs als verfassungsgefährdend[3] oder wie jüngst Ende Gelände ist daher nicht verwunderlich. Es wird klar, der Verfassungsschutz richtet sich nicht nach dem Grundgesetz, sondern legt eigene Regeln fest – was wiederum nicht verfassungskonform ist, denn die Gesetze legen in Deutschland – laut Grundgesetz - vom Volk gewählte Vertreter*innen fest und nicht die Angestellten des Verfassungsschutzes. Problematisch wird das dadurch, dass sich auch die Regierungsparteien nicht nach der im Grundgesetz festgelegten Definition was verfassungsfeindlich ist und was nicht richten, sondern diese Definitionsmacht dem Verfassungsschutz zuweisen. Dabei ist der Verfassungsschutz dazu nicht legitimiert und es gibt auch anhand der Erfahrung mit dem Verfassungsschutz keine Anhaltspunkte, dass er auch dazu befähigt ist. In der Vergangenheit ist der Verfassungsschutz sehr negativ und sogar staatsgefährdend aufgefallen. Die nach dem zweiten Weltkrieg von ehemaligen Mitgliedern der NSDAP aufgebaute Institution ist mitbeteiligt am Aufbau rechtsextremer Strukturen[4], Versorgung dieser mit Waffen[5] und Geld[6] und Vernichten von Beweismitteln[7]. Eine Urteilsfähigkeit darüber was verfassungsgefährdend ist kann der Organisation auf dieser Grundlage nicht zugesprochen werden. Wenn also weder die Einstufung von Extremismus verfassungsrechtlich korrekt ist, noch die als verfassungsgefährdend angeführten Gruppen mit Gewissheit dies auch tatsächlich sind, kann das Handeln des Verfassungsschutzes nur als politisch motiviert gedeutet werden. Damit erfüllt er nicht seine Funktion als „Frühwarnsystem“ für Gefährdungen der Demokratie, sondern greift in nicht hinnehmbarer Art und Weise in den demokratischen Prozess ein. Eine Reform dieser Institution wird dieser eklatanten Intervention in die politische und gesellschaftliche Öffentlichkeit nicht gerecht und ist mangels der demokratischen Kontrollfähigkeit nicht möglich. Eine Abschaffung des Verfassungsschutzes ist daher eine mehr als gerechtfertigte Forderung. Warnung: Wer ungeschützt auf die Internetpräsenz des Verfassungsschutzes zugreift muss damit rechnen getrackt zu werden. Wir empfehlen daher dafür einen VPN-Client und/oder einen Tor-Browsers zu nutzen.

[1] facebook.com/schwarzlicht.w…

[2] berlin.de/sen/verfassung… [3] taz.de/Verfassungssch…

[4] freitag.de/autoren/der-fr…

[5] n-tv.de/politik/V-Mann…

[6] welt.de/regionales/bad…

[7] zeit.de/gesellschaft/z…

Wie sähe ein fahrradfreundliches Würzburg aus? Diesen Samstag habt ihr ab 14 Uhr in der Zeller Straße die Chance, in die Utopie hereinzuschnuppern und die erste #PopUpBikeLane Würzburgs auszuprobieren! twitter.com/vkwue_jetzt/st…

Bündnis Verkehrswende jetzt (@vkwue_jetzt):
Ankündigung: Wir testen gemeinsam mit @bundnaturschutz die erste #PopUpBikeLane in #Würzburg!

Wann? Sa 23.5. ab ca 14Uhr

Wo? Zeller Straße, Höhe Deutschhausgymnasium

Wir fordern #MehrPlatzFürMenschen!

#Verkehrswende #Radverkehr #MehrPlatzFürsRad