Démosphère

Der Démosphère-Kalender informiert über alle kommenden Veranstaltungen in Würzburg. Denkt daran, eure eigenen Veranstaltungen einzureichen!

Timeline

Busfahrer:innen in Würzburg: Solidarität mit den Streiks!

Im Tarifstreit mit den privaten Omnibusunternehmen in Bayern wurden heute die Streiks deutlich ausgeweitet. „Trotz bisher zweier Streiktage haben sich die Arbeitgeber nicht bewegt“, schreibt die Gewerkschaft @verdibayern Bereits zum regulären Schichtbeginn um 3:30 traten die ersten Fahrer:innen am NVG-Betriebshof am Heuchelhof an, um zu streiken. Die Hoffnungen des Arbeitgebers NVG auf Streikbrecher:innen blieb enttäuscht. Die Streikenden fordern einen bundesweit einheitlichen Rahmentarifvertrag für den Nahverkehr. Die wöchentliche Arbeitszeit soll ohne Gehaltskürzungen auf 35 Stunden reduziert werden. In Würzburg verdienen Busfahrer:innen deutlich weniger als in den direkt anliegenden Bundesländern. Ver.di teilt uns mit, dass das Einstiegsgehalt in Hessen bei 15 Euro, in Baden-Württemberg bei 16,98 Euro und in Bayern bei lediglich 12,81 Euro liegen. Die NVG gibt sich gnädig und hat in einer jederzeit ohne Gründe kündbaren Klausel erklärt, den Busfahrer:innen in Würzburg einen Euro pro Stunde über dem Mindesttariflohn zu bezahlen. Die Stadt Würzburg und ihre Gesellschaft WVV (Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH) hatte den Omnibusverkehr an die WVV-Tochtergesellschaft NVG ausgelagert („outgesourced“), um nicht die deutlich höheren Tariflöhne der WVV zahlen zu müssen. Auch in den unterfränkischen Metropolen Schweinfurt und Aschaffenburg bauten die Busfahrer:innen mit ihrem Streik ordentlich Druck auf. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber (VKA) lehnte bisher jede Verhandlung über einen bundesweiten Rahmentarifvertrag ab. Die Beschäftigten fordern vor allem Regelungen zur Entlastung. Die Grenze der Belastbarkeit für die Fahrer:innen sei erreicht. Laut Kai Winkler (Landesfachbereichsleiter Verkehr, ver.di Bayern) wurden in den vergangenen 20 Jahren 15.000 Stellen im ÖPNV abgebaut. Zudem folgten die Würzburger Stadtreiniger:innen dem Aufruf von verdi. Laut Stadt Würzburg wurde deswegen der Müll heute nicht abgeholt. Die Notfallversorgung der Abfallversorgung in Kliniken und Pflegeheimen wurde aber gewährleistet. Durch intransparente Konzernstrukturen drücken sich die städtischen Versorgungs- und Nahverkehrsgesellschaften seit Jahren davor ihren Beschäftigten angemessene Löhne zu zahlen. Die Busfahrer:innen in Würzburg leisten trotz allem Verkehrschaos und viel zu niedrigen Stundenlöhnen Großes. Täglich werden sie ihrer Verantwortung gerecht und befördern tausende Würzburger:innen und Umlandbewohner:innen sicher und (meist) pünktlich. Wer sich nun über die Streikenden aufregt, versteht nicht, dass für den Streik nicht die Busfahrer:innen die Verantw. tragen, sondern ihre Chefs. Die Klimademonstrant:innen von @F4F_wuerzburg haben die Lage im Gegensatz zu den herrschenden Würzburger Politiker:innen verstanden. „Nur mit einem guten öffentlichen Nahverkehr können die CO2-Emissionen im Verkehr deutlich verringert und damit dafür gesorgt werden, dass der Verkehrsbereich endlich seinen Beitrag zur Einhaltung der Pariser Klimaziele leistet“, so eine PM von #FFF & 30 weiteren Organisationen. Mehr Geld für die Menschen, die uns täglich befördern!

Anlässlich des internationalen #SafeAbortionDay gestern tauchten auch in Würzburg Kleiderbügel am Mainkai auf. Die Aktivist:innen beschrifteten diese mit verschiedenen Fakten rund um das Thema Schwangerschaftsabbrüche. facebook.com/44859767564303… Auch wir informierten gestern kurz zum bundesweiten Aktionstag twitter.com/schwarzlichtwu…

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
#InternationalSafeAbortionDay am 28.09.2020

Heute findet ein bundesweiter Aktionstag zum „International Safe Abortion Day“ unter dem Motto „Schwangerschaftsabbruch ist Grundversorgung! Egal wo. Egal wer. Egal warum.“ statt.
Mit verschiedenen Aktionen will das „Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung“ auf die Missstände bei Schwangerschaftsabbrüchen aufmerksam machen und sich für ihre Entkriminalisierung und Entstigmatisierung und kostenlosen Zugang zu sicheren Abbrüchen einsetzen.
Auch in Deutschland sind Schwangerschaftsabbrüche verboten. Unter bestimmten Umständen bleiben sie lediglich straffrei. Bis vor kurzem war sogar das reine Informieren darüber, dass eine Praxis Abbrüche durchführt strafbar.
Diese Rechtslage kombiniert mit dem Stigma „Kinder zu töten“ und mangelnden Kursen im Medizinstudium bewirkt, dass kaum noch Ärzt:innen einen Abbruch durchführen. Die Zahl ist in den letzten Jahren dramatisch gesunken.
Ungewollt Schwangere müssen teilweise mehrere Autostunden Fahrt in Kauf nehmen, um legal und sicher abtreiben zu können.
Doch auch weitere Faktoren kommen hinzu. Schwangerschaftsabbrüche gelten als „schmutzige“ Arbeit, als ethisch mindestens fragwürdig, als aus religiöser Sicht zu verdammen.
Fanatische und fundamental. Lebensschützer:innen – meist aus dem konservativen bis rechten Spektrum – machen Jagd auf Abbrüche durchführende Ärzt:innen, zeigen sie an, bedrohen sie, betreiben Einschüchterungsversuche und veröffentl. Namen & Adressen auf einschlägigen Websites.
Umso wichtiger ist es, dass sich die Pro-Choice-Bewegung vernetzt und gemeinsam auf das Thema aufmerksam macht! Menschen mit Uterus müssen das Recht haben selbst und frei über ihren Körper zu entscheiden!
Keine andere Personen & noch weniger der Staat haben ein Mitspracherecht, ob eine Schwangerschaft ausgetragen wird oder nicht! Schwangerschaftsabbrüche sind ein Menschenrecht!

Ausführliche Infos unter: safeabortionday.noblogs.org

#MyBodyMyChoice #MyBodyMyRules

#AbortionIsAHumanRight
Aktionstage wie diesen sowie historische Ereignisse haben wir in einem gesonderten Kalender zusammengetragen: schwarzlicht.org/other/calendar

Beiträge, die mit #SLKalender markiert sind, finden sich auch dort wieder.

ALERTA!

Die Schweinfurter #noAfD betreibt auf der „UFRA 2020“-Messe auf dem Volksfestplatz in Schweinfurt noch bis 4. Oktober als scheinbar einzige Partei einen Messestand (Halle 16, Stand 1625)!

Sicherlich freut sich der Bezirksverband über ein interessiertes Publikum! Öffnungszeiten: täglich von 10:00 bis 14:00 Uhr und 15:00 bis 19:00 Uhr. Die Messe wird von „Sandner GmbH Messen + Ausstellungen“ ausgetragen. Wir fragen uns, weshalb das Unternehmen der rechtsradikalen Partei eine Plattform bietet. Vielleicht können derartige Fragen hier beantwortet werden:

Telefon: 09721 88086 • Fax: 09721 88778 • E-Mail: info@sandner-ausstellungen.de Übrigens: Auch die #Bundeswehr ist auf der UFRA 2020 mit einem Stand vertreten.

#InternationalSafeAbortionDay am 28.09.2020

Heute findet ein bundesweiter Aktionstag zum „International Safe Abortion Day“ unter dem Motto „Schwangerschaftsabbruch ist Grundversorgung! Egal wo. Egal wer. Egal warum.“ statt. Mit verschiedenen Aktionen will das „Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung“ auf die Missstände bei Schwangerschaftsabbrüchen aufmerksam machen und sich für ihre Entkriminalisierung und Entstigmatisierung und kostenlosen Zugang zu sicheren Abbrüchen einsetzen. Auch in Deutschland sind Schwangerschaftsabbrüche verboten. Unter bestimmten Umständen bleiben sie lediglich straffrei. Bis vor kurzem war sogar das reine Informieren darüber, dass eine Praxis Abbrüche durchführt strafbar. Diese Rechtslage kombiniert mit dem Stigma „Kinder zu töten“ und mangelnden Kursen im Medizinstudium bewirkt, dass kaum noch Ärzt:innen einen Abbruch durchführen. Die Zahl ist in den letzten Jahren dramatisch gesunken. Ungewollt Schwangere müssen teilweise mehrere Autostunden Fahrt in Kauf nehmen, um legal und sicher abtreiben zu können. Doch auch weitere Faktoren kommen hinzu. Schwangerschaftsabbrüche gelten als „schmutzige“ Arbeit, als ethisch mindestens fragwürdig, als aus religiöser Sicht zu verdammen. Fanatische und fundamental. Lebensschützer:innen – meist aus dem konservativen bis rechten Spektrum – machen Jagd auf Abbrüche durchführende Ärzt:innen, zeigen sie an, bedrohen sie, betreiben Einschüchterungsversuche und veröffentl. Namen & Adressen auf einschlägigen Websites. Umso wichtiger ist es, dass sich die Pro-Choice-Bewegung vernetzt und gemeinsam auf das Thema aufmerksam macht! Menschen mit Uterus müssen das Recht haben selbst und frei über ihren Körper zu entscheiden! Keine andere Personen & noch weniger der Staat haben ein Mitspracherecht, ob eine Schwangerschaft ausgetragen wird oder nicht! Schwangerschaftsabbrüche sind ein Menschenrecht!

Ausführliche Infos unter: safeabortionday.noblogs.org

#MyBodyMyChoice #MyBodyMyRules

#AbortionIsAHumanRight Aktionstage wie diesen sowie historische Ereignisse haben wir in einem gesonderten Kalender zusammengetragen: schwarzlicht.org/other/calendar

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  1. Globaler #Klimastreik

Vergangenen Freitag veranstalteten @F4F_wuerzburg den 6. globalen Klimastreik. Mit dem erklärten Ziel die #Klimakrise wieder in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen Debatte zu tragen, fanden auch in #Würzburg Aktionen statt. Insgesamt fanden sich etwa 700 Demonstrierende gegen 14 Uhr an den Mainwiesen ein, wo eine zentrale Kundgebung stattfand. Bereits vorher sammelten sich um 12:30 Uhr jeweils um die 20 Demonstrierende an verschiedenen Punkten der Stadt, um auf die Folgen des Klimawandels hinzuweisen und die eigentliche Veranstaltung zu bewerben. Um diese Ziele zu erreichen, hatten die Demonstrationen verschiedenen inhaltliche Schwerpunkte und Ausdrucksformen. „Wir gedenken und wir trauern“: die Route „Trauerzug“

20 fast komplett schwarz gekleidete Demonstrierende versammelten sich gegen 12:30h auf dem Residenzplatz. Anschließend zogen sie, coronagerecht mit MNS und Abstand,über die Eichhornstraße, am Dom vorbei durch die Innenstadt bis zu den Mainwiesen. Dort fand ab 14 Uhr die große Kundgebung statt.

Während des Demonstrationszugs verlas ein Demonstrierender mit Megafon eine Trauerrede: „Wir gedenken der Menschen, die fliehen müssen, weil sie an Dürren hungern.“, während der Rest mit „Wir gedenken.“ antwortete.

„Wir trauern um die Menschen, die die Sommerhitze schwächt oder tötet“

„Wir trauern.“ „Wir betrauern die Unsicherheit. Wir betrauern die Angst. Wir betrauern die düstere Zukunft. Wir betrauern, dass wir das alles ohne Sinn erleiden.“

Das letzte Stück der Demonstration vor dem Congress Centrum und auf der Friedensbrücke wurde leise singend zurückgelegt. Trommelzug

Vom Hauptbahnhof aus zog lautstark eine Gruppe von Trommler:innen durch die Stadt. Bunt, fröhlich und unter Einhaltung der Auflagen mit Abstand und Maske, liefen sie durch die Kaiserstraße, über die Juliuspromenande, am Congress Centrum vorbei. Anschließend zogen sie über den Röntgenring und legten damit den Verkehr auf der Veitshöchheimerstraße und einseitig auf der Brücke der Deutschen Einheit lahm, bevor sie die Mainwiesen erreichten. „Mutter Erde ist krank“

Die dritte Demonstration startete an der Regierung von Unterfranken und verstand sich selbst als Bindeglied zwischen den anderen beiden Aktionen. Neben den lokalen Hitzewellen im vergangenen Sommer wurde vor allem auf die notwendige Solidarität mit den Menschen hingewiesen, welche aufgrund ihrer geographischen Lage aktuell besonders betroffen sind. So wurde auch die strukturelle Natur dieses Problems angesprochen. “Unser Wohlstand basiert auf der Abhängigkeit anderer” schallte es durch das Mikrofon, bevor sich die Demo in Bewegung setzte. Die Teilnehmer:innen zogen anschließend lautstark durch die Innenstadt und stoppten am Vierröhrenbrunnen für eine kurze Zwischenkundgebung. Hier führte die Gruppe #HealthForFuture ein kleines Theaterspiel auf, um auf die zunehmenden globalen Temperaturen als Folge der menschlichen Aktivitäten hinzuweisen. “Mutter Erde ist krank” und ein zentraler Grund ist die Verbrennung fossiler Rohstoffe. Anschließend setzte sich der Zug wieder in Bewegung und erreichte über die Friedensbrücke schließlich die Mainwiesen. Kundgebung

An den Mainwiesen fanden sich schließlich mehr und mehr Menschen ein. Zum Schutz vor #Covid_19 wurden separate Zonen vor der Bühne eingerichtet. Alle Anwesenden trugen Mund- und Nasenschutz. Auf der Bühne wurden mehrere Reden gehalten. So wurde mehrfach auf das Problem der Verdrängung der Klimakrise aus der öffentlichen Debatte durch das Virus hingewiesen. Vor diesem Hintergrund erläuterte eine Rednerin die Angst um ihre Kinder, welche den zu erwartenden Konsequenzen des Klimawandels künftig besonders stark ausgesetzt sind. Stattdessen solle jede Generation das Recht haben, einen bewohnbaren Planeten vorzufinden. Neben weiteren Beiträgen zu den Vorteilen eines bedingungslosen Grundeinkommens und der Initiative Parents For Future wurde auch auf die aktuelle Situation im Dannenröder Wald (kurz “Danni”@keinea49) in Hessen Bezug genommen, welcher kurz vor der Räumung steht. Man erklärte sich solidarisch mit den Aktivisti, die ihre Kritik am Bau der Autobahn zwischen Kassel und Marburg durch die schwarz-grüne Landesregierung, mit einer Besetzung des bedrohten Naturschutzgebietes ausdrückten. Vor Ort werde jede Hilfe benötigt. Abgerundet wurden die Reden mit musikalischen Beiträgen der Würzburger Punkband „Heavy Holes“ sowie der Veranstalter:innen selbst, welche auf die Notwendigkeit weiterer Streiks und Aktionen hinweisen. So war der gemeinsame Tenor aller Beiträge, dass es mehr brauche als kleine tagespolitische Anpassung Stattdessen bedarf die sich aktuell zuspitzende Situation eines grundlegenden Struktur- und Systemwandels. Den Demonstrierenden gab die Veranstaltung abschließend mit auf den Weg, dass man den Mut niemals aufgeben dürfe, um dieses Ziel zu erreichen.

Gegenprotest bei #noAfD Bürgerdialog in den Barockhäusern!

Gestern veranstaltete die AfD erneut einen Bürgerdialog zum Thema Corona mit Petr Bystron. Diesmal im Georg-Bayer-Saal in den Barockhäusern. Erst letzten Freitag fand ein Dialog mit den Bundestagsabgeordneten Bystron, der Kontakte zur Identitäten Bewegung hat, Peterka und Huber im Congress Centrum statt (

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
AfD-„Bürgerdialog“ im Congress-Centrum floppt!

„Ganz Würzburg hasst die AfD!“ und „Kein Vermieten an Antisemiten“ riefen bis zu hundert junge Menschen, die gestern gegen den AfD-Bürgerdialog der Bundestagsfraktion protestierten.
Jener Protest soll auch schuld gewesen sein an der geringen Zuschauer:innenzahl im Saal des Congress-Centrums. Nur 20 AfDler:innen hatten sich zu dem „Bürgerdialog“ mit den AfD-Bundestagsabgeordneten Tobias Peterka, Stephan Protschka und Johannes Huber eingefunden.
Erst vergangenes Wochenende scheiterte die AfD mit ihrer „Weinwanderung“ durch Würzburg. Die 15 AfD-Angehörigen wurden von etwa 60 Menschen bei ihrer Wanderung begleitet.
Dies veranlasste Richard Graupner, Ex-Republikaner Stadtrat in Schweinfurt, Polizist und mittlerweile stellvertretender Fraktionsvorsitzender der AfD-Landtagsfraktion zu einem Artikel auf dem rechtsoffenen Blog „in-und-um-sw“.
Graupner beschwerte sich bei der Polizei, eine „private Veranstaltung (die Wanderung)“ sei durch „eine politische Demonstration verunmöglicht“ worden.
Dass die Wanderung seit Wochen auf den sozialen Medien der AfD beworben und gleichzeitig eine Anzeige in der Mainpost geschaltet wurde, macht seine Kritik an der Störung einer „privaten Veranstaltung“ umso lächerlicher.
Selbst die Würzburger Polizei kann die Kritik nicht nachvollziehen und betont das Demonstrationsrecht der Gegendemo.
Ähnlich auch diesen Sonntag. Mit Schildern und lautstarken Rufen demonstrieren mehrere Dutzend junger Menschen rund um das Congress-Centrum. Im Vorfeld hatte die Linkspartei die Stadt Würzburg kritisiert, da sie das CC an die AfD vermietet.
Der OB sah keine Handhabe gegen die Veranstaltung und so entschlossen sich trotz angespannter Corona-Lage vor allem junge Menschen, der AfD zu zeigen, dass Würzburg keine Stadt ist, in der unwidersprochen rassistische und antisemitische Propaganda verbreitet werden kann.
Die insgesamt ruhige Demonstration, wurde nur selten hitziger. Vor Beginn der Veranstaltung meinte Silvio Kante mitten in der Gegendemo ohne Maske eine rauchen zu können. Die Polizei sprang ihm bei und schubste die Gegendemonstrant:innen zur Seite.
Dabei filmte die Polizei die an sich friedliche Demonstration mit mehreren Kameras. Die Situation schaukelte sich hoch und Provokateur Silvio Kante musste von der Polizei im Sprint ins Polizeiauto gezerrt werden.
Etwas später begannen die Polizist:innen vor dem Eingang des CC die Gegendemo vom Gehweg zu schubsen, um den Eingang mit Einsatzwägen komplett abzuriegeln.
Dennoch sollen wieder Polizei & Gegendemo an der verkorksten Veranstaltung schuld gewesen sein. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Tobias Peterka beschwerte sich bei der @mainpost, die Sicherheitsbehörden seien verantwortl., dass nicht mehr Menschen zum „Bürgerdialog“ gekommen waren.
Die Demo sei zu nah am Zugang zum CC gewesen. Doch auch diesmal reagierte der Einsatzleiter der Polizei abwehrend auf die AfD-Kritik und sagte die AfD müsse auch Gegenprotest aushalten.
Mit der Veranstaltung wollte die AfD unter dem Motto „Corona“ an die Demos der „Corona-Rebellen“ anknüpfen. Diese hielten unter dem Motto „Eltern stehen auf“ auf der anderen Mainseite aber gerade ihre sektenähnliche Kundgebung ab.
So entschlossen sich die Antifas, nachdem die AfD-Veranstaltung begonnen hatte, über die Brücke zu laufen und den #Corona-Rebellen ihre Ablehnung zu zeigen.
Mit Rufen wie „Gegen jeden Antisemitismus“ und „Hygiene – Hygiene“ positionierten sich etwa 40 Antifas gegen die anthroposophische Veranstaltung.
Da auf der sogenannten „Hygienedemo“ niemand Maske trägt oder Abstand hält, blieb es aus Infektionsschutzgründen bei einem kurzen Intermezzo, ehe man wieder rüber zum CC zog.
Am Donnerstag, 24.09., will es die Würzburger AfD hoffentlich ein letztes Mal versuchen. In den Barockhäusern (Neubaustraße) möchte die AfD einen Bürgerdialog mit dem Bundestagsabgeordneten Petr Bystron und dem umtriebigen Kreisvorsitzenden Silvio Kante veranstalten.
Lasst uns Silvio Kante zeigen, dass seine Versuche in Würzburg rechtsextreme Vereinigungen aufzubauen, zum Scheitern verurteilt sind.

Keinen Raum der #noAfD!

Donnerstag, 24.09., 16 Uhr, Barockhäuser, Neubaustraße, Würzburg!

Die Stadt Würzburg vermietete also 2 Mal in Folge Räumlichkeiten an eine faschistoide & rassistische Partei, wofür es Kritik hagelte. Im Zuge dessen gab die Stadt bekannt, die Einnahmen, die durch die Veranstaltungen erzielt wurden, an „Mobile Flüchtlingshilfe e.V.“ zu spenden. Bereits um 16 Uhr versammelten sich erste Gegendemonstrant:innen vor dem Gebäude, um gegen die Antisemit:innen zu protestieren. Doch bereits zu diesem Zeitpunkt waren die Barockhäuser von 13 Wannen und zahlreichen Polizist:innen umstellt. Einige Protestierende wurden bereits vorher vom USK abgefangen und kontrolliert. Unbeeindruckt von dem massiven Polizeiaufgebot und den vehement bis provozierend auftretenden USK-Kräften, skandierten über 90 – vorwiegend junge – Demonstrierende Parolen und schrien AfD-KV-Vorsitzenden Silvio Kante und seine Unterstützer:innen an. Nur eine handvoll AfDler:innen trauten sich in das Gebäude, sodass der Bürgerdialog scheinbar floppte. Abgesehen vom Kreisverband ließen sich nur die üblichen paar Gesichter blicken. Wir konnten insgesamt lediglich 10 Personen beobachten, die das Gebäude betraten – inklusive Kante und Bystron. Etwa zwei Stunden hielten die Gegendemonstrant:innen die Stellung. Jeder Versuch der AfD, die Fenster zum Lüften zu öffnen wurde durch so laute Parolen und Pöbeleien von der Straße gestört, dass sich die Fenster direkt wieder schlossen. Hierbei stellt sich uns die dringende Frage nach dem Hygienekonzept. Personen standen ohne Maske hinter (fast die ganze Zeit) verschlossenen Fenstern. Einige hartnäckige Demonstrierende blieben bis zum Ende der Veranstaltung gegen 20 Uhr, andere kamen um die Zeit erneut dazu. Für den Abbau der Veranstaltung wurden unter anderem stadtbekannte Reichsbürger zum Tragen eingespannt. Unter lautem Protest von ca. 20 Personen verließ Bystron den Saal. Mithilfe von massivem Polizeischutz musste er bis zu seinem am Residenzplatz geparkten Auto eskortiert werden, während er von etwa 10 Aktivist:innen verfolgt wurde.

Gleich geht es los. Vom Würzburger Hauptbahnhof, der Residenz und der Regierung von Unterfranken laufen drei Demozüge von @F4F_wuerzburg zum globalen #Klimastreik an der Talavera, um gegen den Klimawandel zu protestieren. #fff Die Teilnehmer:innenzahlen der Zubringerdemos wurden begrenzt. Ab 14 Uhr beginnt die große Kungebung auf den Mainwiesen, Zellerau. Die Zubringerdemos starteten an mehreren verschiedenen Orten:

Historisch: Schwarzlicht veröffentlicht das erste »Meme«

Antifa Würzburg (@antifa_wue):
#ALERTA: AfD-Veranstaltung in Barockhäusern!

Am Donnerstag, 24.09. möchte die Würzburger #noAfD einen “Bürgerdialog” mit dem Bundestagsabgeordneten Petr Bystron durchführen. Dazu lädt der extrem rechte Würzburger Kreisverband, deren Funktionäre offenen Antisemitismus verbreiten.

Solidaritätsaktion mit Menschen in #Moria: Aktivist vor Gericht

#Würzburg am 5.4.2020: Söder hat den Lockdown beschlossen und im Lager in Moria spitzt sich die inhumane Lage immer schärfer zu. Doch Demonstrationen sind verboten. Dies veranlasste Aktivist:innen der @SeebrueckeWue zu einer Plakataktion.

In der Stadt wurden Schilder verteilt, die „Seenotrettung ist kein Verbrechen“ und „Moria evakuieren“ forderten. Ein Aktivist, der alleine unterwegs war, wurde von der Polizei beobachtet, wie er ein Plakat aufhängt. Sofort kamen drei Polizeibusse des eingesetzten USK (bayrisches BFE) und umstellten ihn. Sie warfen ihm vor, ohne triftigen Grund das Haus verlassen zu haben. Später erhielt er einen Bußgeldbescheid über 178,50 Euro. Gegen diesen legte er Widerspruch ein. Ein halbes Jahr später, am 23.09.2020 kam es vor dem Würzburger Amtsgericht zur Verhandlung. Der Aktivist erklärte er wollte sich mit der Aktion solidarisch mit den fliehenden Menschen an Europas Außengrenzen zeigen. Dies stelle für ihn sehr wohl einen triftigen Grund dar. Der einzige Zeuge war ein eingesetzter Polizist. „Für uns war das kein triftiger Grund“, meinte er. Der Beschuldigte stellte dem Polizisten die Frage nach der Verhältnismäßigkeit des Polizeieinsatzes: „Wieso war eigentlich das USK im Einsatz? Wieso kamen gleich drei Wannen, um mich zu kontrollieren? Und wo bleibt da die Verhältnismäßigkeit?“. Ferner kritisierte er das „martialische Aufteten des USK“ und das „aggressive Verhalten“ der Beamt:innen. Daraufhin schwieg der Polizist nur. Nach knapp zehn Minuten endete der Prozess “Sind sie von ihrer Wohnung aus los gelaufen, um die Plakate aufzuhängen?“, fragte der Richter. Der Aktivist bejahte. „Dann haben sie sich an der frischen Luft bewegt. Dies gilt als triftiger Grund. Damit stelle ich das Verfahren ein“. Draußen warteten bereits fünfzehn solidarische Menschen auf den Seebrücke-Aktivisten. Coronabedingt durften nur zehn Unterstützer:innen dem Prozess beiwohnen. Alle zeigten sich erleichtert über den Ausgang des Verfahrens.

Zusammenfassende Einschätzung zu Lukas Schwarz alias „Scep“

Seit Monaten erreichen uns Hinweise zu Lukas Schwarz, Betreiber des Würzburger CBD-Shops „Cannameleon City“ und Rapper „Scep“. Zunächst fiel er uns auf, weil er als Eigentümer des „Cannameleon“ über deren Facebook-Präsenz Verschwörungstheorien zur COVID-19-Pandemie verbreitete ( Diese Posts sind dort heute noch zu finden (Bild 1a 2a).

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
#Cannameleon auf Verschwörungs-Trip!

Im November letzten, bzw. Januar diesen Jahres berichteten wir über die Razzien in den „Cannameleon“-Läden in Schweinfurt und Würzburg und solidarisierten uns im Zuge dessen mit dem Eigentümer (

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
Am Dienstag wurden in Würzburg und Schweinfurt drei Geschäfte, wie auch Privaträume von „Cannameleon“ durchsucht. Cannameleon verkauft in Unterfranken sogenanntes CBD-Gras (Cannabis, das wenig THC enthält, stattdessen jedoch eine höhere Anreicherung mit Cannabidiol hat).

Durch den geringen Wert an THC hat CBD-Gras keine psychoaktive Wirkung und wird vermehrt auch in der Medizin eingesetzt, da CBD auf viele Menschen beruhigend wirkt und grade für Schmerzpatient*innen interessant ist.
Der Vorwurf der Polizei und Staatsanwaltschaft lautet, dass in den Shops in Würzburg und Schweinfurt strafbarer Handel mit Betäubungsmitteln betrieben wird.
CBD an sich fällt nicht unter das Betäubungsmittelgesetz, da es sich nicht um einen psychoaktiven Stoff, also nicht um eine Droge handelt. Dem Betäubungsmittelgesetz nach darf CBD-Gras jedoch nur als solches verkauft werden, wenn es einen THC-Gehalt von weniger als 0,2 % hat.
Da bei Untersuchungen des von Cannameleon verkauften Cannabis jedoch THC-Gehalte von bis zu 0,3% festgestellt wurden, nahmen Polizei und Staatsanwaltschaft das zum Anlass das komplette CBD-Gras der Läden sicherzustellen und es zur Überprüfung weiterzuschicken.
Die Razzien reihen sich ein in eine Serie von Durchsuchungen von Geschäfts- und Privaträumen, mit denen in ganz Deutschland versucht wird, den Handel mit sogenanntem CBD-Gras zu unterbinden. Vor wenigen Monaten erst wurden Räume in München und Hamburg durchsucht.
Die Razzien sind Ausdruck einer repressiven Drogenpolitik, die von Expert*innen seit Jahren kritisiert wird. Durch solche Razzien wird der Blick weggelenkt von den eigentlichen Problemen, unter anderem nämlich dem florierenden Schwarzmarkt, die damit verbundene
Unkontrollierbarkeit der Qualität von Drogen und somit eine große Unsicherheit bei den Konsument*innen, die keinerlei Anhaltspunkte haben, was sie konsumieren.
Grade bei Cannabis sind sich die meisten Expert*innen einig, dass die heute gefahrene Strategie der Bundesregierung völlig nutzlos ist und eine Entkriminalisierung von THC entscheidende Vorteile hätte.
Die Razzia zeigt wieder einmal, dass die CSU in Sachen Drogenpolitik nichts verstanden hat. Alkohol gilt in ihren Rängen immer noch als eine harmlosere Droge als Cannabis, was bei tausenden Toten jährlich nur sehr schwer zu verstehen ist.
Interessant ist auch die Reaktion der örtlichen CSU auf die gestrige Razzia: per Facebook wurde darauf hingewiesen, dass der Betreiber der CBD-Shops erst vor wenigen Wochen an einer von der Würzburger CSU organisierten
Podiumsdiskussion teilnahm, um über die Nutzen von Cannabis zu sprechen. Darauf angesprochen verneinte die CSU, dass es jemals eine solche Veranstaltung gab.

twitter.com/gruen_seb/stat…

Sebastian Hansen (@gruen_seb):
Die #CSU Würzburg so: “Wir haben keine Veranstaltung zu CBD gemacht!!!!!”

Die Plakate der CSU Würzburg so:

#LegalizeIt

Cannabis ist sicherlich nicht die harmlose Droge, als die sie oft dargestellt wird. Auch sie birgt ein Suchtrisiko und es ist wichtig, über die gesundheitlichen Risiken aufzuklären.
Reine Kriminalisierung, wie in diesem Fall auf Grundlage einer groß angelegten Razzia, ist aber sicherlich nicht der richtige Ansatz und lenkt den Blick von den wirklichen Problemen ab.

In den letzten Tagen und Wochen wurden wir jedoch auf Posts zum Thema #Corona aufmerksam, die öffentlich auf der offiziellen Facebook-Seite des Cannameleons geteilt wurden und die wir nicht unkommentiert stehen lassen können und wollen.
Bei den Posts handelte es sich jeweils um YouTube-Videos.

Eines dieser Videos ist auf dem Kanal von Robert Franz erschienen ( der unter anderem pseudofeministische Videos postet, …
in denen er erklärt, dass Gewalt gegen Frauen angeblich von einem in unserer Gesellschaft gerade unter Männern weitverbreiteten Vitamin B12 Mangel herrührt (youtube.com/watch?v=YTEcY4…).
Außerdem ist bereits in den ersten 25 Sekunden das erste Mal von der „geschmierten Presse“ die Rede. Im Laufe des Videos wird unter anderem behauptet, dass viele Medikamente nichts wirken und ein funktionierendes Immunsystem alle Krankheiten aufhalten würde.
Den Fakt, dass Tiere keine Handschuhe tragen und im Falle einer Krankheit von ihrer Herde aufgefangen werden oder „von dieser Welt verschwinden“, überträgt er in sozialdarwinistischer Manier eins zu eins auf den Menschen.
Narrative wie diese finden sich leider in Beiträgen vieler Menschen wieder, welche sich, meist unter starker Betonung ihrer eigenen ungetrübten Weltsicht, von der sogenannten Schulmedizin bzw. Mainstream-Kultur abgewandt haben und nun „alternative“ Heilkunde o. Medien bevorzugen.
Grundsätzlich ist gegen solche Herangehensweisen auch nichts einzuwenden, würden sie nicht zur Reproduktion & Etablierung obskurer Verschwörungstheorien führen, die im Extremfall auch auf antisemitische Denkstrukturen und Argumente zurückgreifen, wie sie vor allem auch durch
die sogenannten Protokollen der Weißen von Zion (de.wikipedia.org/wiki/Protokoll…) geprägt wurden.
So nimmt Robert Franz in einem anderem Video unter anderem auch Bezug auf den gesellschaftszersetzenden Charakter der bösen Pharmakonzerne, welche hinter den Kulissen in diesem Fall neue Krankheiten erfinden, um damit ihre Profite zu erhöhen (youtube.com/watch?v=0dGG0P…).
Konkret geht er in seiner Auffassung davon aus, dass Menschen absichtlich medikamentenabhängig gemacht werden, um diese zu kontrollieren. Krankheiten seien in Wirklichkeit lediglich Mangelerscheinungen, die beispielsweise durch das „Auftanken von Sonne“ therapiert werden können.
Des Weiteren suggeriert er mit dem Bezug auf seine bisherigen Strafen und Anwaltskosten ein Komplott, welches ihn und andere zum Schweigen bringen will.
An dieser Stelle bleibt festzuhalten, dass Pharmakonzerne natürlich wie alle anderen Unternehmen im Kapitalismus gezwungen sind, ihre Profitrate zu erhöhen.

Ob es eine gute Idee ist, profitorient. Unternehmen unsere Gesundheit anzuvertrauen, sollte daher nat. diskutiert werden.
Problematisch wird es, wenn sich die Kritik in Form der Idee manifestiert, dass eine kleine Gruppe sehr einflussreicher & grundsätzlich schlechter Menschen außerhalb der Reichweite der „normalen“ Menschen ihre fiesen Machenschaften gezielt praktizieren, um sich so zum Nachteil
aller anderen zu bereichern. Im genannten Video wird dies anhand der Gegenüberstellung seines Vorgehens als Geschäftsmann und des angeblichen Vorgehens der Pharmakonzerne deutlich.
Häufig fallen in diesem Kontext entweder keine Namen und es wird nur, wie auch in diesem Fall, von „denen“ oder „die“ gesprochen, oder aber es findet eine Verknüpfung mit Namen wie Rockefeller, Soros, Rothschild usw. statt.
Soweit wie andere, als logische Schlussfolgerung die Beseitigung dieser Konzerne oder aber der dahinterstehenden Menschen zu fordern, geht Robert Franz zumindest in diesem Video nicht.
Dennoch lenkt er mit solchen Auffassungen von der Tatsache ab, dass nicht einzelne Personen und/oder Konzerne das Problem sind, sondern die diesen Akteuren zugrundeliegende Struktur, welche eben solche Akteure immer wieder hervorbringen wird.
Eine der Realität und den Problemen des Kapitalismus angemessene Kritik ist also in keiner Weise zu erkennen.
Des Weiteren lassen sich hier auch klassische populistische Elemente wie die Gegenüberstellung zwischen der korrupten & verdorbenen Elite und des moralisch reinen und hart arbeitenden Volkes wiedererkennen.

Auch hier besteht das Problem in der massiven Vereinfachung der Realität.
Vor allem die Negierung jeglicher Unterschiede innerhalb dieses Volkes und die Konstruktion eines gemeinsamen Feindes, welcher ausschließlich schlechte menschliche Eigenschaften repräsentiert und welchem daher natürlich jegliche Schuld anzulasten ist, erweist sich als sehr
anschlussfähig für rechte Ideen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sich gerade unter AfD Wähler_innen viele Menschen mit einem Weltbild befinden, welches durch Verschwörungstheorien geprägt wird (zeit.de/politik/deutsc…).
Diese falsche Weltsicht findet sich aber generell in allen politischen Lagern und Gesellschaftsschichten.
Ein weiteres geteiltes Video ist auf dem Kanal von „Der Fehlende Part“ erschienen ( Dieser ist ein Format des Auslandssenders der Russischen Regierung, Russia Today.
Dieses Video wirkt durch die professionelle Aufmachung und ein Interview mit einem Kieler Virologen sehr viel seriöser als das erste. Der interviewte Arzt gibt Auskunft darüber, mit welchen Medikamenten Corona-Patient_innen therapiert werden.
Eine Information, die der medizinische Laie nicht einordnen kann und somit auch keine stichfesten Schlussfolgerungen ziehen kann. Die „Süddeutsche Zeitung“ veröffentlichte am 24. März einen Artikel darüber, wie widersprüchlich die Meinungen von Virolog_innen sind
und welche Thesen, die teilweise auch im Interview des Arztes vorkommen, gut zu widerlegen sind (sueddeutsche.de/wissen/coronav…).

Hier stellt sich außerdem klar die Frage, wie viel seriöser Journalismus überhaupt hinter „Der Fehlende Part“ steht.
Der befr. Arzt veröffentl. ein Buch mit dem Titel „Der Virus-Wahn – Wie die Medizin-Industrie ständig neue Seuchen erfindet und auf Kosten der Allgemeinheit Milliarden-Profite macht“, welches u. a. von einer Seite für Impfgegner_innen empfohlen wird (tolzin-verlag.com/FBU002).
Die hier verwendeten Narrative und Denkstrukturen, welcher sich auch Robert Franz bedient, werden schon im Titel deutlich. Außerdem kommt im Video ein Vertreter sogenannter „alternativer Medien“ zu Wort.
Was im Video als „Raus aus der Panik“ angepriesen wird, zeigt sich schließlich auf der Website von NuoViso: In einem Video wird von Verschwörungen gesprochen und es finden sich Begriffe wie „Königin Greta“ sowie Aussagen, dass hinter Fridays for Future Rockefeller und Soros
stehen, welche komplett unkommentiert bleiben (nuoviso.tv/steinzeit/stei…).
Hier offenbart sich also die zweite, bereits beschriebene Option der Definition von den angeblichen Schuldigen, welche die ausgemachten Probleme ausschließlich einzelnen Personen anhaftet.
Wie tief der Cannameleon-Betreiber selbst im Sumpf der Verschwörungstheorien steckt, wird deutlich, wenn man sich die Songs anhört, die er unter seinem Künstlernamen „SCEP“ auf YouTube veröffentlicht hat.
Seine angebliche Systemkritik enthält alle bereits im Fall von Robert Franz genannten Narrative, geht aber noch deutlich weiter. Während er in seinem Video zum Song „Sceptrum“ (youtube.com/watch?v=S4fwoW…) bereits Bezug auf zahlreiche gängige Verschwörungstheorien nimmt,
werden im Song „2019“ konkrete Narrative verwendet, wie sie sich auch in anderen antisemitischen Kontexten wiederfinden lassen.
Der Vorwurf des Antisemitismus begründet sich hier also daher in der Verwendung von Denkstrukturen, wie sie sich bereits anhand des Beispiels Robert Frank finden lassen, sowie weiterer, bereits deutlich älterer genutzter Narrative mit konkr. Bezug auf Jüd_innen, welche sich
im Laufe der Geschichte etabliert haben und immer wieder Anwendung gefunden haben. Ein klassisches Beispiel ist das des Kindermörders bzw. -schänders, welches er hier in Form von „Missgestalten, die sich an einem Kind vergreifen“ verwendet.
Diese Erzählung wird Jüd_innen bereits seit dem Mittelalters angelastet, um beispielsweise Gewaltverbrechen zu vertuschen (siehe Achim Bühl: „Antisemitismus, Geschichte und Strukturen von der Antike bis 1848“ S. 62). Ein anderes Beispiel ist der Begriff des „Blutgeldes“.
Dieses eher modernere Narrativ, welches vor allem durch die Nationalsozialisten gebraucht wurde, suggeriert einen Unterschied zwischen der „ehrlichen“ Arbeit „einfacher“ Leute („schaffendes Kapital“) und einem diesem entgegenstehenden, auf hinterhältige oder „unehrliche“ Art
erworbenem Kapital, welches auch häufiger als „raffendes Kapital“ bezeichnet wird (rainertrampert.de/artikel/katego…). So knüpft er auch an die eingangs erwähnte populistische Unterscheidung an.
Des Weiteren lenkt es wiederum davon ab, dass kapitalistische Wertschöpfung immer über Ausbeutung funktioniert. Eine Einteilung in „gute“ und „böse“ Wertschöpfung ist daher ebenfalls keineswegs der Realität angemessen. Von einer Systemkritik kann also keine Rede sein.
So können wir abschließend festhalten, dass wir gerade in Zeiten der Corona-Krise ein besonderes Augenmerk auf jegliche Formen von Verschwörungstheorien haben sollten.
Gerade jetzt, da die allgemeine Verunsicherung groß ist und sich die Menschen nach Antworten für die Entstehung dieser Situation sehnen, fallen solche Realitätsverdrehungen auf fruchtbaren Boden.
Auf der Facebook-Seite des Cannameleons sind die genannten Postings mit Überschriften wie „Denkt dran, denkt selbst“ versehen.
Es wird darauf hingewiesen, dass zwar die freie Meinungsäußerung auf der Seite gewährleistet wird, jedoch nur für Menschen, die sich unkritisch hinter die Positionen der Seiten-Betreiber_innen stellen.
Dies war die Reaktion, nachdem sich eine Person im Kommentarbereich aufgrund des Löschens von Kommentaren beschwerte.
Hinsichtlich der Meinungsfreiheit sollte nochmal hervorgehoben werden, dass diese keinen Freifahrtschein dafür darstellt, schlicht unwahre Thesen zu verbreiten, ohne dafür Kritik ernten zu können.
Wer so etwas behauptet, sollte sich genau mit dieser Kritik auseinandersetzen, statt ein globales Komplott zu konstruieren.
Nachtrag:

twitter.com/sweetsweetkaos…

lisa 🌙 (@sweetsweetkaos):
Hat eigentlich schonmal jemand geschaut welchen Seiten das Cannameleon auf Insta so folgt? 🤪

@schwarzlichtwue
@sweetsweetkaos Überraschend ist das nicht

Doch es sollte nicht nur bei besagten Verschwörungstheorien zur COVID-19-Pandemie bleiben: wer seine öffentlichen Profile unter dem Pseudonym „Scepmusic“ besucht, findet regelmäßig Postings mit antisemitischen, sexistischen oder extrem rechten Inhalten. Im Folgenden eine kurze Zusammenfassung: Ein homofeindliches Posting richtet sich personifiziert gegen Ingmar Stadelmann, welcher sich kritisch gegen die „Querdenken“-Proteste in Berlin positioniert. Hier dichtet er ihm an, in einer Beziehung mit Serdar Somuncu zu leben und macht sich über diese dann lächerlich (Bild 3). Auch bezeichnet er ihn als „Volksverräter“ & droht, dass „solche […] demnächst ins Gefängnis wandern“. In einem anderen Post zeigt er die Pride-Flags verschiedener Sexualitäten und Geschlechter, um sich mit dem Hashtag „genderwahnsinn“ über diese lustig zu machen (Bild 1 2 4). Des Weiteren beteiligte er sich auch an den Querdenken-Demonstrationen in Berlin am 01.08 und am 29.08., auf denen es zum Schulterschluss von sich als bürgerlich verstehenden „Corona-Rebell:innen“ mit der extremen Rechten gekommen ist und in deren Kontext es u.A. zur kurzzeitigen Erstürmung der Treppe des Reichstagsgebäudes kam. Mindestens am 01.08. stand er auf einem Bühnenwagen und performte für die Demonstrationsteilnehmer:innen. Er ist also nicht „nur mal mitgelaufen“. Laut eigener Aussage will er dort zwei Millionen Teilnehmer:innen gezählt haben (Bild 5a). Auf einem Bild trägt er ein T-Shirt, welches einen goldenen Kreis mit einem Punkt in dessen Mitte zeigt. Dies ist das Erkennungszeichen des rechtsesotherischen Verschwörungsideologen Heiko Schrang, welcher einen YouTube-Kanal unterhält und dort tagesaktuell Verschwörungstheorien verbreitet (Bild 3a 4a). Struktureller Antisemitismus lässt sich in vielen Posts wiederfinden. Häufig ist von der „New World Order“ die Rede, einer dystopischen Zukunftsvision, in der die Menschen in einer Art autoritärem Weltstaat leben und von einer „kleinen Elite“ (in offen antisemitischen Kreisen spricht mensch direkt vom Judentum) regiert werden, die sogar die privaten Bereiche kontrollieren. Dies gilt es für „Aufgewachte“ natürlich zu verhindern. Derzeit kursiert im Internet eine Videoserie namens „Der Fall Kabale – Das Ende der Welt, wie wir sie kennen“, welche genau diese antisemitischen Klischees aufgreift und auf welche sich Lukas Schwarz ebenfalls bezieht. Des Weiteren teilt er Beiträge zur „Pizzagate“-Verschwörungstheorie, wonach ein elitärer, pädophiler Geheimbund existiert, welcher weltweit Kinder entführt. Diese Theorie stigmatisiert zudem auch wahllos vornehmlich prominente Menschen als Teil dieses Geheimbundes. In einem weiteren Post relativiert er die Verbrechen der Shoah, indem er Parallelen zwischen den Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie und ihr zieht. Zu sehen ist eine Fotomontage, welche ein schmiedeeisernes Tor zeigt, auf dem „Corona macht frei“ geschrieben steht. Eine widerliche Anlehnung an die Inschrift des nationalsozialistischen Konzentrationslagers Sachsenhausen, in welchem mindestens 20 000 Menschen den Tod fanden (Bild 8). In einem kurzen Videoausschnitt, das unserer Redaktion vorliegt, ist zu sehen, wie er mit einer weiteren Person kifft und sich ein Verschwörungsvideo von Tilman Knechtel alias „Trau keinem Promi“ ansieht. In diesem wird u.A. einem Politiker von Bündnis 90/Die Grünen Kindesmissbrauch vorgeworfen. Ein Standbild zeigt eine Karikatur von Karl Marx neben der eines Mannes mit geschminktem Gesicht und Kleidung in Regenbogenfarben, welcher eine ähnliche Pose einnimmt. Die Unterschrift lautet „Kommunismus 2.0“. Lukas Schwarz geht es mit diesem homo- bzw. transfeindlichen Beitrag darum, die angebliche Zerstörung des traditionellen Geschlechterrollenverständnisses und der Familie aufzuzeigen (Bild 6a). Doch er belässt es nicht nur bei Anspielungen und Vergleichen, er verbreitet auch Inhalte, welche sonst nur aus dem Umfeld der extremen Rechten bekannt sind. Nicht nur forderte er kürzlich „Deutschland Zuerst!“ (Bild 9) was Armin-Paulus Hampel, erkennbar inspiriert von US-Präsident Donald Trump, außenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion der „Alternative für Deutschland“ (AfD), als Maxime seiner Partei für das Auftreten der Bundesrepublik in der Welt postulierte. Auch ließ er es sich im Zuge der humanitären Katastrophe auf Lesbos, wo vor 2 Wochen das Geflüchtetenlager „Moria“ komplett abbrannte & ca. 12.000 Geflüchtete obdachlos geworden sind, nicht nehmen, einen Post mit der Unterschrift „Wir haben keinen Platz“ zu verfassen (Bild 10). Ebenfalls zu erwähnen ist, dass er auf seinem Profil Akteuren der extremen Rechten, wie dem AfD-nahen Blogger „Neverforgetniki“, bürgerlich Nikolas Lotz, oder dem aus dem Umfeld der „Identitären Bewegung“ stammenden Rapper und Kampfsportler „Chris Ares“, bürgerlich Christoph Aljoscha Zloch, durch Reposts eine Bühne gibt. In diesen Kontext passen dann auch seine positiven Anknüpfungen an das Wilhelminische Kaiserreich, was laut eigener Aussage das letzte „souveräne Deutschland“ war und es „nichts mit rechts zutun hat“, wenn auf den Querdenken-Demonstrationen Kaiserreichsfahnen geschwungen werden. Dass es sich aber bei der Darstellung inklusive Eisernem Kreuz um die Reichskriegsflagge aus der NS-Zeit handelt, unterschlägt er genauso wie die Tatsache, dass es sich beim Deutschen Kaiserreich um eine autoritäre Monarchie inklusive Ständegesellschaft gehandelt hat. Die Bedeutung dieser Symbole derart ins Absurde zu verkehren kann es erleichtern, sie im Nachhinein zu legitimieren.

(Bild 11 12 13 14 15 16) Die Franchise-Nehmerin des Grombühler Cannameleon Ladens distanzierte sich bereits öffentlich klar von Lukas Schwarz — auch wenn sie „gerne deutlichere Worte dafür verwenden würde“. Jedoch gehört ihm der Cannameleon Laden in der Blasiusgasse 15. Des Weiteren hat er den Geschäftsführerposten des Franchise-Unternehmens nach massiver öffentlicher Kritik abgegeben. In rechtfertigenden Posts erklärt er seine Distanzierung zu „Extremismus“ und interpretiert beispielsweise die Bestrebungen von Chris Ares lediglich als „Heimatliebe“. Doch die Masche der Neuen Rechten ist es, ihre Ansichten durch genau solche Umdeutungen zu verschleiern. In diesem Fall hoffen wir, dass sich Lukas Schwarz, bevor er derartige Ansichten weiter leichtfertig in den sozialen Medien teilt, ausgiebig mit diesen Menschen, deren Ansichten er übernimmt, befasst. Dazu gehört, einen Blick jenseits des News-Feeds rechter Akteure zu bekommen. @ Lukas Schwarz: Es ist niemals zu spät, sich Fehler einzugestehen. Wir werden die weiteren Entwicklungen hinsichtlich Lukas Schwarz beobachten und, sofern nötig, wieder darüber berichten.

Am Donnerstag will die #noAfD in der Würzburger Innenstadt einen “Bürgerdialog” führen. Lasst uns zusammen mit der @antifa_wue zeigen, wie Dialog mit Rechtsradikalen funktioniert! twitter.com/antifa_wue/sta…

Antifa Würzburg (@antifa_wue):
#ALERTA: AfD-Veranstaltung in Barockhäusern!

Am Donnerstag, 24.09. möchte die Würzburger #noAfD einen “Bürgerdialog” mit dem Bundestagsabgeordneten Petr Bystron durchführen. Dazu lädt der extrem rechte Würzburger Kreisverband, deren Funktionäre offenen Antisemitismus verbreiten.

Heute um 19 Uhr veranstaltet FFF eine Kundgebung zum Thema #dannibleibt am QR-Code. Kommt zahlreich! Gegen die Rodung des Dannenröder Waldes! #keinea49

twitter.com/F4F_wuerzburg/… twitter.com/F4F_wuerzburg/…

FridaysForFuture Würzburg (@F4F_wuerzburg):
+++EIL+++

Heute Abend gehen wir auf die Straße!

Und zwar gegen Asphalt, Autobahnen und den fossilen Kapitalismus, gegen die scheingrüne Politik der @gruenehessen, gegen #Polizeigewalt, für alle Wälder, freie Räume, den Wald, das Wasser und das Leben!

#dannibleibt #keinea49

Infostand zum globalen #Klimastreik #KeinGradWeiter

Trotz oder gerade wegen der letzten von der Pandemie geprägten Monate geht @F4F_wuerzburg am 25.09., ca. ein Jahr nach dem größten globalen Klimastreik, wieder weltweit auf die Straße. Auch in #Würzburg, derzeitiger #Corona-HotSpot, wird ein Klimastreik stattfinden. Im Gespräch mit der Stadt Würzburg entschied man sich zwar gegen einen großen Demozug durch die Stadt, wie in früheren Zeiten, dafür wurden den Klima-Aktivist:innen für die ganze Woche Infostände in der Innenstadt gewährt.

Gemeinsam mit @MH4Future startete heute der erste davon. Die Aktivist:innen verteilten u.a. Sticker und Mobilisierungsmaterialien für den kommenden Streik, unterhielten sich mit Passant:innen über die diversen aktuellen klimapolitischen Versäumnisse und wiesen auf weitere Programmpunkte und natürlich die @EGwuerzburg-Massenaktion am Wochenende hin, all das natürlich unter Einhaltung von Sicherheitsabständen und mit Mund- und Nasenschutz. Mit dem Jahrestag des 20.09. und der damaligen 8000 Würzburger Demonstrant:innen tritt der nächste Klimastreik in ein großes Erbe, daran will man sich bei #FridaysForFuture aber nicht messen. #Klimagerechtigkeit muss auf der Agenda bleiben, so die Aktivst:innen, auch und gerade mit Blick auf anstehende Wahlkämpfe und die Waldräumung im #DanniBleibt!

Auch an den nächsten beiden Tagen wird FFF gemeinsam mit Health4Future und den Parents4Future auf der Straße stehen, bei Infoständen am Unteren Markt und dem Vierröhrenbrunnen, und am Donnerstag Abend wird es einen lockeren Freiluftkneipenabend in der Waldschänke Dornheim geben, zur Einstimmung auf Streik und Co. Die große Kundgebung zum Klimastreik startet am Freitag um 14:00 Uhr an den Mainwiesen an der Talavera, inkl. einem im Laufe der Woche noch veröffentlichten Hygienekonzept und natürlich mit Masken und Abstand!

AfD-„Bürgerdialog“ im Congress-Centrum floppt!

„Ganz Würzburg hasst die AfD!“ und „Kein Vermieten an Antisemiten“ riefen bis zu hundert junge Menschen, die gestern gegen den AfD-Bürgerdialog der Bundestagsfraktion protestierten. Jener Protest soll auch schuld gewesen sein an der geringen Zuschauer:innenzahl im Saal des Congress-Centrums. Nur 20 AfDler:innen hatten sich zu dem „Bürgerdialog“ mit den AfD-Bundestagsabgeordneten Tobias Peterka, Stephan Protschka und Johannes Huber eingefunden. Erst vergangenes Wochenende scheiterte die AfD mit ihrer „Weinwanderung“ durch Würzburg. Die 15 AfD-Angehörigen wurden von etwa 60 Menschen bei ihrer Wanderung begleitet. Dies veranlasste Richard Graupner, Ex-Republikaner Stadtrat in Schweinfurt, Polizist und mittlerweile stellvertretender Fraktionsvorsitzender der AfD-Landtagsfraktion zu einem Artikel auf dem rechtsoffenen Blog „in-und-um-sw“. Graupner beschwerte sich bei der Polizei, eine „private Veranstaltung (die Wanderung)“ sei durch „eine politische Demonstration verunmöglicht“ worden. Dass die Wanderung seit Wochen auf den sozialen Medien der AfD beworben und gleichzeitig eine Anzeige in der Mainpost geschaltet wurde, macht seine Kritik an der Störung einer „privaten Veranstaltung“ umso lächerlicher. Selbst die Würzburger Polizei kann die Kritik nicht nachvollziehen und betont das Demonstrationsrecht der Gegendemo. Ähnlich auch diesen Sonntag. Mit Schildern und lautstarken Rufen demonstrieren mehrere Dutzend junger Menschen rund um das Congress-Centrum. Im Vorfeld hatte die Linkspartei die Stadt Würzburg kritisiert, da sie das CC an die AfD vermietet. Der OB sah keine Handhabe gegen die Veranstaltung und so entschlossen sich trotz angespannter Corona-Lage vor allem junge Menschen, der AfD zu zeigen, dass Würzburg keine Stadt ist, in der unwidersprochen rassistische und antisemitische Propaganda verbreitet werden kann. Die insgesamt ruhige Demonstration, wurde nur selten hitziger. Vor Beginn der Veranstaltung meinte Silvio Kante mitten in der Gegendemo ohne Maske eine rauchen zu können. Die Polizei sprang ihm bei und schubste die Gegendemonstrant:innen zur Seite. Dabei filmte die Polizei die an sich friedliche Demonstration mit mehreren Kameras. Die Situation schaukelte sich hoch und Provokateur Silvio Kante musste von der Polizei im Sprint ins Polizeiauto gezerrt werden. Etwas später begannen die Polizist:innen vor dem Eingang des CC die Gegendemo vom Gehweg zu schubsen, um den Eingang mit Einsatzwägen komplett abzuriegeln. Dennoch sollen wieder Polizei & Gegendemo an der verkorksten Veranstaltung schuld gewesen sein. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Tobias Peterka beschwerte sich bei der @mainpost, die Sicherheitsbehörden seien verantwortl., dass nicht mehr Menschen zum „Bürgerdialog“ gekommen waren. Die Demo sei zu nah am Zugang zum CC gewesen. Doch auch diesmal reagierte der Einsatzleiter der Polizei abwehrend auf die AfD-Kritik und sagte die AfD müsse auch Gegenprotest aushalten. Mit der Veranstaltung wollte die AfD unter dem Motto „Corona“ an die Demos der „Corona-Rebellen“ anknüpfen. Diese hielten unter dem Motto „Eltern stehen auf“ auf der anderen Mainseite aber gerade ihre sektenähnliche Kundgebung ab. So entschlossen sich die Antifas, nachdem die AfD-Veranstaltung begonnen hatte, über die Brücke zu laufen und den #Corona-Rebellen ihre Ablehnung zu zeigen. Mit Rufen wie „Gegen jeden Antisemitismus“ und „Hygiene – Hygiene“ positionierten sich etwa 40 Antifas gegen die anthroposophische Veranstaltung. Da auf der sogenannten „Hygienedemo“ niemand Maske trägt oder Abstand hält, blieb es aus Infektionsschutzgründen bei einem kurzen Intermezzo, ehe man wieder rüber zum CC zog. Am Donnerstag, 24.09., will es die Würzburger AfD hoffentlich ein letztes Mal versuchen. In den Barockhäusern (Neubaustraße) möchte die AfD einen Bürgerdialog mit dem Bundestagsabgeordneten Petr Bystron und dem umtriebigen Kreisvorsitzenden Silvio Kante veranstalten. Lasst uns Silvio Kante zeigen, dass seine Versuche in Würzburg rechtsextreme Vereinigungen aufzubauen, zum Scheitern verurteilt sind.

Keinen Raum der #noAfD!

Donnerstag, 24.09., 16 Uhr, Barockhäuser, Neubaustraße, Würzburg!

Reichtum in Würzburg – Die Krise nicht auf dem Rücken der Armen austragen!

Teil I: Fürstlich Castellsche Privatbank. Würzburg ist eine wohlhabende Stadt, dennoch werden immer mehr Menschen aus der Stadt gedrängt, da sie die teuren Mieten nicht bezahlen können. Durch die #Corona-Krise verschärft sich die Situation am globalen Arbeitsmarkt. Auch in Unterfranken drängt die Krise viele Menschen in Armut. Die Regierenden setzen auf Maßnahmen, die vor allem den Wohlhabenden und Industriellen zugute kommen. Kurzarbeitergeld ist ein Geschenk an die Arbeitgeber:innen mit dem Ziel die Arbeitsplätze zu erhalten. Dies bedeutet für die Arbeitnehmer:innen oft drastische Einkommenseinschnitte. Dennoch entlassen Unternehmen, die Kurzarbeitergeld beanspruchen massenhaft Arbeiter:innen. Maßnahmen, wie die Senkung der Mehrwertsteuer oder der Kinderbonus helfen nicht gegen die steigende Armut, da von diesen Boni Besserverdienende und Besitzende genauso oder sogar mehr profitieren. Auf der Strecke bleiben Menschen in den oft schlecht bezahlten „systemrelevanten“ Berufen, Minijobber:innen, Rentner:innen, Geflüchtete, Alleinerziehende und (vor allem ältere) Menschen, die entlassen wurden oder von Entlassung bedroht sind. Vor allem aber wird deutlich wie ungerecht der Besitz in unserem Land verteilt ist. Laut Schätzungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung besaßen 2019 die 10% der reichsten Deutschen mindestens 63% des Volksvermögens. Geld ist demnach genug vorhanden, die Verteilung ist jedoch ungerecht. Richtiger Wohlstand ist oft nur noch durch Erbe zu erreichen. Deshalb nehmen wir euch in den nächsten Wochen mit auf eine virtuelle Stadtführung und zeigen euch, wem der Reichtum in Würzburg gehört. Die Fürstlich Castellsche Privatbank hat neben ihrem Hauptsitz in Würzburg, Niederlassungen an zehn weiteren Standorten in Süddeutschland. Die älteste Bank Bayerns gehört je zur Hälfte den Adelsfamilien Castell-Rüdenhausen und Castell-Castell und schloss 2018 mit einer Bilanzsumme von über eine Milliarde Euro. Im Dezember 2018 wurde ein leitender Kundenberater der Bank zu 7,5 Jahren Gefängnis verurteilt. Er hatte sich an Kundenkonten bedient und einen Schaden von etwa 7 Millionen Euro verursacht. Nach dem Imageschaden möchte die unterfränkische Adelsbank auf „Nachhaltigkeitsprodukte“ setzen. Mit dieser Thematik befasste sich auch der gestrige bundesweite Aktionstag „Wer hat, der gibt”. In mehreren Städten fanden Demonstrationen statt. Besucht werhatdergibt.org für mehr Infos und folgt den Social Media Kanälen des Bündnisses(@WerHatDerGibt). Oder schaut euch das Mobivideo an:

youtu.be/scasFTZw_Mg