Démosphère

Der Démosphère-Kalender informiert über alle kommenden Veranstaltungen in Würzburg. Denkt daran, eure eigenen Veranstaltungen einzureichen!

Timeline

Hambi in Bedrängnis!

Wir teilen einen uns zugeschickten Aufruf zum Support des #Hambi:

Seit Tagen ist die Polizei verstärkt im Hambacher Forst! Und will wohl länger bleiben – unter dem Vorwand, die Rettungswege zu erhalten und frei zu halten. Außer im Hambi ist in keinem Wald ein Rettungsweg vorgeschrieben, da ja auch nicht notwendig. Den Wald retten die Wege zumindest nicht. Es sind und bleiben RÄUMUNGSWEGE, die 2018 mit dem Ziel zu RÄUMEN angelegt wurden und genau zu demselben Zweck erhalten bleiben sollen. Sie zerstören durch den verdichteten Kies den Waldboden in 4m Breite, auf dem nichts mehr wächst. Sie verschrecken die Wildtiere, die dort keine Deckung finden.

Auch nach dem vorläufigen Rodungsstopp sind die Baumhaussiedlungen immer noch von Räumungen bedroht. Doch der Widerstand funktioniert nur bei einer gewissen „Critical Mass“ an Menschen, die die Bäume besetzen und Sitzblockaden organisieren. Deswegen ist es nicht nur wichtig, dass die Häuser 365 Tage im Jahr besetzt sind, sondern auch, dass Menschen vor Ort dafür sorgen, dass Aktivisti vor, während und nach Aktionen mit Essen, warmen Sachen, Infos, ärztlicher Pflege und Rechtshilfe versorgt werden. Durch die anhaltende polizeiliche Präsenz und Zerstörung von Strukturen hat der Hambi zu einem Skillsharing eingeladen (15.–27. Juli), um eine Verschnaufpause der anhaltenden Repressionen zu bekommen. Wir in Würzburg stehen solidarisch zu den Besetzer*innen im Hambacher Forst! Wir schenken den Versprechen aus der Politik, dass der Hambi erhalten bleiben soll, keinen Glauben, da Lobbys aus Kohleindustrie und kapitalistische Interessen stets präsent sind. So wollen wir den Kampf vor Ort direkt supporten und fahren am 17. mit möglichst vielen Menschen und Dingen, die dort dringend gebraucht werden, hin! Wir hoffen, unseren Beitrag für eine weiterhin erfolgreiche Besetzung leisten zu können.

Auch wenden wir uns an euch. Nicht jede:r hat die Möglichkeit, dort hin zu reisen! Doch vielleicht könnt ihr Sachen entbehren, die Menschen vor Ort dringend gebrauchen können. Diese Sachen wollen wir bis zum 16.7. sammeln und mitnehmen.

Wo?

– Ihr könnt sie an der Kogel-WG abgeben; es steht dort eine

beschriftete Kiste

Was?

  • Liebe, aufbauende Briefe

  • Campingbedarf

  • Klamotten
  • Baumaterial (z.B. Holz, BETON, Nägel)

  • Werkzeuge (z.B. Schäleisen, Hämmer, Sägen)

  • Fahrräder, Fahrradteile oder Reparaturmaterialien

  • Elektronische Geräte (z.B. alte Handys, Power-Banks)

  • Hygiene / Medizin

  • Essen (VEGANE SÜẞIGKEITEN, KAFFEE, TEE)

  • KLETTERMATERIAL Genaueres auf hambacherforst.org

HAMBI BLEIBT! Thread zu den aktuellen Bestrebungen von #RWE: twitter.com/SculllyD/statu…

Ich (@DrummerCindy):
1/x Hier aktuelle Fotos aus den @AlleDoerfer 💔Das Ausmaß der Zerstörung ist unvorstellbar & @RWE_AG macht weiter massiv Druck! Grausame Fotos, die zeigen: es braucht uns alle & das sehr bald, um @HambiBleibt & @AlleDoerfer zu schützen! #Immerath - völlig ausgelöscht

Der Begriff „Truth“ gerät zunehmend in Verruf. @watu_wuerzburg hat deshalb die bekannte Aktionsform umbenannt. Ab jetzt heißt es: Circle of Choice. Die weiteren Gründe hierfür finden sich im Thread: twitter.com/WATU_Wuerzburg…

WATU (@WATU_Wuerzburg):
Hallo liebe WATU-Unterstützenden Menschen!

Wir haben eine Neuigkeit!

Ab sofort nennen wir unsere Hauptaktionsform “Circle of Choice”! (1/5)

System Change not Climate Change:

Der Bundestag hat am 03.07.2020 das sogenannte #Kohleausstiegsgesetz verabschiedet. Dagegen protestierte @F4F_wuerzburg heute in der Würzburger Innenstadt. Die Aktivist:innen führten auf der Straße ein Theaterstück auf, in welchem sie mit einem Kohlebagger Dörfer und Wälder abrissen, während #LEAG und #RWE sinnbildlich davon profitierten. Nach den symbolischen Klimaschutz-Versuchen im Klimapäckchen ist das Kohleausstiegsgesetz offenbar der nächste Anlauf der kapitalistischen Konzerne gegen die Klimagerechtigkeit. RWE erhält 2,4 Milliarden Euro Entschädigung zugesprochen, obwohl der Konzern der größte Klimasünder Deutschlands ist und bis 2038 weiter Kohle verstromen darf. Doch hierdurch wird nicht nur das Pariser Klimaschutzabkommen zur Einhaltung des 1,5 Grad-Zieles verfehlt, sondern auch die 2 Grad werden dadurch immer unrealistischer. Zur Orientierung: die gleiche Summe erhielt der deutsche ÖPNV als #Corona-Konjunkturpaket. Damit zeigt die Regierung klar, dass sie auf der Seite des fossilen Kapitalismus steht und das die Zukunft bleibt. Eine FFF-Aktivistin sagte dazu: „Mich macht es fassungslos, was die Bundesregierung sich da rausnimmt. Solch enorme Summen an Steuergeldern in die Taschen dieser Konzerne wandern zu lassen, anstatt konkrete, politische Entscheidungen zu Klimaschutz zu treffen und die Gelder in erneuerbare Energien fließen zu lassen, ist eine Unverschämtheit!“ Seit bald 2 Jahren demonstrieren Millionen von Menschen bei Fridays For Future für die Einhaltung der Pariser Klimaziele, doch die Regierungen weltweit beweisen: sie stehen gegen eine gerechte Welt. Denn ungleich härter wird der globale Süden die Folgen des Klimawandels ertragen müssen. Dürren und Hungersnöte sind heute schon an der Tagesordnung und führen zu Kriegen und Flucht. Es wird endlich Zeit, den Kohleausstieg selbst in die Hand zu nehmen und dem Kapitalismus ein Ende zu bereiten. Denn unter seinem ewigen Streben nach maximalem Profit, egal wie schädlich es ist, wird es keine Klimagerechtigkeit geben. Darum: #SystemChangeNotClimateChange.

Am Freitag hatte @F4F_wuerzburg spontan auf den Mainwiesen demonstriert. Es erschienen rund 20 Menschen, die mit Liedern und Demosprüchen gegen das #Kohleausstiegsgesetz protestierten. Mit dem Jahr 2038 wird Deutschland alle Klimaziele verfehlen!

  • Zeug:innen berichten von unverhältnismäßiger Festnahme +

Am Donnerstag, den 2. Juli, kam es nach 21 Uhr zu einem Polizeieinsatz in der Bamberger Innenstadt, welcher von mehreren Zeug:innen als unverhältnismäßig beschrieben wird. Inzwischen hat die Polizei eine Pressemitteilung zu diesem Fall, welcher sich um die #Festnahme eines kurdischen Mannes dreht, unter dem Titel „Betrunkener greift Polizisten an“ veröffentlicht. Hier wird von einem aggressiven „Randalierer“ gesprochen, welcher erst nach Pfeffersprayeinsatz und Hinzuziehen weiterer Streifen festgesetzt werden konnte. Laut PM wurde die Polizei kurz nach 21 Uhr wegen eines randalierenden Mannes gerufen, der auf der Kettenbrücke eine Flasche nach einer Frau geworfen haben soll. Der Mann war laut Zeugenaussage mit zwei anderen Personen auf der Kettenbrücke. Mehrere Zeug:innen berichten, dass die Stimmung auf der Brücke entspannt und friedlich gewesen sei, auch die Dreiergruppe sei nicht weiter aufgefallen. Während der Festnahme seien Umstehende eher neugierig gewesen und zeigten keine Angst vor dem „Randalierer“. Weil manche Zeug:innen sich anfangs unterhalb der Brücke aufhielten, können diese den angeblichen Flaschenwurf nicht bestätigen.

Sie seien erst auf das Geschehen aufmerksam geworden, als ein Polizist auf den kurdischen Mann zurennt. Ihm sei befohlen worden, auf den Boden zu gehen, was der Mann aber scheinbar nicht verstand. Der Polizist habe ihn dann zusammen mit zwei weiteren Kolleg:innen auf den Boden gebracht und sehr schnell festgesetzt. Dass der Mann laut PM auf die hinzugerufene Polizei losgegangen sei, steht hier im Widerspruch zu der Aussage der Zeug:innen. Auf dem Bauch liegend soll der Festgesetzte mehrmals „Kurdish! Kurdish!“ gerufen haben, wohl um zu signalisieren, dass er die Befehle der Polizei, die es nichtmal auf Englisch probiert, nicht versteht. Dass sich der Mann nun wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte verantworten muss, kann sich also mit einer Sprachbarriere begründen. Wie soll ein Mensch, der kein Deutsch kann, auf die Rufe „Auf den Boden!“ oder „Aufhören! Aufhören!“ eines Polizisten reagieren? Anders als in der Pressemitteilung dargestellt, soll es für die Festsetzung keine Verstärkung gebraucht haben. Laut Zeug:innen sei die Verstärkung erst gekommen, als die Person bereits auf dem Bauch liegt. Demnach seien letztendlich 10 bis 20 Polizist:innen an der Situation beteiligt gewesen. Auch für die zwei bei der Festnahme leicht verletzten Polizist:innen haben die Zeug:innen keine Erklärung. Eine anwesende Polizistin soll einem zwanzigjährigen Zeugen gesagt haben, dass sich dieser vom Ort der Festnahme entfernen solle. Dieser fragt nach, was dem Mann vorgeworfen werde. Daraufhin soll die Polizistin geantwortet haben, dass der Mann einen spitzen Gegenstand geführt hätte. Tatsächlich sagt aber ein weiterer Zeuge, welcher auf der Brücke anwesend war, dass die Bierflasche des Mannes ganz, also nicht kaputt und damit auch nicht „spitz“ gewesen sei. Auch soll der Mann die Bierflasche „normal“, also nicht für’s Zuschlagen oder Werfen geeignet, gehalten haben. Der Zwanzigjährige folgt der Forderung zum Weggehen und schießt davor noch mit seinem Smartphone ein Foto von der Situation. Er sagt selbst, dass das Foto „nichts geworden“ sei. Doch seine Aufnahme wird von Polizist:innen bemerkt. Drei Polizist:innen sollen in V-Formation auf den Zwanzigjährigen zugegangen sein, welcher ihnen entgegenruft, dass er das Foto bereits gelöscht habe. Sie sollen den Zeugen bedrängend und einschüchternd aufgefordert haben, sein Handy herauszurücken. Aus Angst, weitere Repression zu erfahren, wenn er diesem Befehl nicht Folge leistet, gibt er den Polizist:innen sein entsperrtes Handy. Diese sollen durch seine Fotogalerie und WhatsApp-Chatverläufe gescrollt und das Handy dann zurückgegeben haben. Zu dieser Situation gesellen sich weitere Polizist:innen. Der Zwanzigjährige gibt der Polizei gegenüber an, dass er die Festnahme unverhältnismäßig empfindet. Die Polizei soll ihm dazu entgegnet haben: warum es wohl unverhältnismäßig sei, da müsse eben etwas passiert sein. Schließlich soll sich ein Polizist entschieden haben, den Zwanzigjährigen als Zeugen aufzunehmen und ihn zu seinen Beobachtungen zu befragen. Mittlerweile hat ein:e Zeug:in der Polizeiinspektion Bamberg-Stadt eine Mitteilung geschickt, in welcher die Person angibt, dass die Pressemitteilung den Tatsachen widerspreche und die Situation nicht richtig darstelle. Darüberhinaus schätzt die Person, dass die Gewalt eines Polizisten „zu hart“ war. Wir durchleben aktuell eine Zeit, in welcher von allen Seiten scharf über Polizeigewalt und „Mangel an Respekt vor der Polizei“ diskutiert wird. Satiren über die Polizei als Arbeiter:innen auf Müllhalden wechseln sich mit Videos von Erschießungen von BI_PoC durch die Polizei ab. Regelmäßig werden rechte Netzwerke in Polizei und Bundeswehr bekannt, gleichzeitig zeigt die Polizei kritische Stimmen wie die von @F4F_Weimar wegen Volksverhetzung an. Heraufbeschworener „Polizeirassismus“ trifft auf Racial Profiling als Alltag von BI_PoC. Entsprechend genau müssen wir hinschauen, wenn die Polizei Pressemitteilungen mit Titeln wie „Betrunkener greift Polizisten an“ veröffentlicht, in welchen ein kurdischer Mann als „Randalierer“ Polizist:innen verletzt haben soll, gleichzeitig aber nicht erwähnt wird, ob der Mann durch den Pfeffersprayeinsatz verletzt wurde. Wenn wir zu dem selben Fall von Zeug:innen erfahren, die den Einsatz entschieden anders erlebt haben und im Rahmen dessen selbst Opfer von Repression wurden, kratzt das entschieden am Image dieser Behörde, der wir ohne Hinterfragung Respekt zollen sollen.

Eine halbe Stunde auf Twitter – eine Schwarzlicht-Autorin kotzt sich aus

CW: (sexualisierte) Gewalt, Misogynie, Transfeindlichkeit

Ab Herbst soll es in Deutschland strafbar sein, Frauen unter den Rock zu fotografieren. „Upskirting“ etablierte sich mit der Zunahme an Handykameras. Dennoch hielt die deutsche Regierung es jetzt erst für notwendig, upskirting strafbar zu machen. In England geschah dies beispielsweise auch erst letztes Jahr. Anstatt froh darüber zu sein, dass dieses übergriffige, beleidigende, entwürdigende, belästigende, gewalttätige Verhalten strafbar werden soll, fühlen sich zahlreiche Männer angegriffen. Im Patriarchat halten sie es für ihr gottgegebenes Recht Frauen zu vergewaltigen, zu unterdrücken, ihnen (sexuelle) Gewalt anzutun, sie zu schlagen, zu entwürdigen und zu kontrollieren. Upskirting ist Belästigung! Upskirting ist Gewalt! Doch Männer reden sie lieber klein und schön. Solange kein Gesicht erkennbar sei, wäre es doch kein Problem. Andere finden, dass die Rechte der Allgemeinheit beschnitten würden. Wieder andere argumentieren mit dem langsam langweilig werdendem Argument der falschen Beschuldigung. Manche machen sich darüber lustig und ein erschreckend hoher Teil vertritt die Meinung, das schlimmste an upskirting sei, dass manche unter den Rock fotografierte Frauen trans sind. Immer wieder liest sich Victim Blaming. Aussagen à la „selbst Schuld, wenn sie einen Rock trägt“, „sie hat es nicht anders gewollt“ oder „sie hat es doch darauf angelegt“. Die Annahme, dass Frauen, die auch nur das kleinste bisschen Haut zeigen oder enge Sachen tragen „es darauf anlegen“, „es wollen“, „es nicht anders verdient“ hätten, ist gemeinhin etabliert. Das Beispiel eines irischen Richters, der einem 17 jährigen Vergewaltigungsopfer aufgrund eines Stringtangas Mitschuld an der ihr widerfahrenen Gewalt gab (taz.de/Frauen-protest…), ist nur eines von vielen, das zeigt, wie gefährlich diese Narrative sind. Frauen sind niemals Schuld an der ihnen zugefügten Gewalt! Kein Outfit der Welt, kein Drogenkonsum und kein Verhalten rechtfertigen Übergriffe in igrendeiner Form! Selbst wenn ich rotzevoll, unter Einfluss verschiedenster Drogen nackt um Mitternacht durch die Straßen laufe, hat trotzdem niemand das Recht mich anzufassen, anzuflirten oder zu fotografieren! Traurig genug, dass es Gesetze braucht, um die absoluten Grundvoraussetzungen des menschlichen Miteinanders wie Konsens und Respekt zu regeln, aber dass diese auch noch so selbstverständlich angezweifelt werden, ist – trotz aller negativer Erfahrung – schockierend. Niemand hat das Recht Fotos oder Videos von mir gegen meinen Willen zu machen! Niemand hat das Recht mich anzufassen! Niemand hat das Recht mir vorzuschreiben, ob ich eine Schwangerschaft austrage oder nicht! My body, my choice! In jeglicher Hinsicht! Eine halbe Stunde auf Twitter hat heute gereicht, mal wieder sämtliches Vertrauen in die Männlichkeit zu verlieren – nicht, dass da je großes Vertrauen geherrscht hätte. Ihr widert mich an! Eure Misogynie, euer Hass, eure Bevormundung, eure ekelhaften Witze, euer Grapschen, eure Privilegien, eure Hegemonie und eure Gewalt kotzen mich an! Ich verabscheue euch!

Eine halbe Stunde auf Twitter und mehr denn je will ich das Patriarchat brennen sehen!

Protest gegen das Kohleausstiegsgesetz! Heute um 17:30 Uhr macht @f4f_wuerzburg eine Sponti an den Mainwiesen. twitter.com/F4F_wuerzburg/…

FridaysForFuture Würzburg (@F4F_wuerzburg):
WICHTIG

Die Bundesregierung hat heute das Kohleausstiegsgesetz beschlossen.

Das heißt: Kohleverstromung bis 2038 und ein Verstoß gegen das 1,5°-Ziel

Das kann und darf nicht unkommentiert bleiben!

Kommt um 17:30 zur Kundgebung auf die Mainwiesen und seid laut!

Bitte Teilen & RT!

RT @antifa_wue: Wir müssen über Alternativen zur Institution Polizei nachdenken. Denn Gründe zur Abschaffung dieser Institution liefert die

Die @antifa_wue solidarisiert sich mit FFF-Aktivist:innen aus Weimar. Die Gruppe wird nach einem kritischen Tweet zu #Polizeiproblem von der Polizei Thüringen unter Repressionsandrohung angegangen. twitter.com/antifa_wue/sta…

Antifa Würzburg (@antifa_wue):
Wir müssen über Alternativen zur Institution Polizei nachdenken. Denn Gründe zur Abschaffung dieser Institution liefert die Polizei am laufenden Band. Deshalb: Solidarität mit den von #Repression betroffenen Weimarer Klimaaktivist:innen! #Polizeiproblem

Dieses Ereignis ist kein Einzelfall und repräsentiert bloß, in welche Richtung sich die Polizei aktuell entwickelt. Auch wir wollen deshalb unsere volle Solidarität mit @F4F_weimar ausdrücken.

Antimuslimischer Rassismus ist Teil der deutschen Geschichte, der deutschen Gesellschaft, der deutschen Polizei und der deutschen Institutionen. Weil diese spezielle Form des Rassismus angesichts medialer Hetze und Anschläge wie dem in #Hanau nicht abnimmt, waren Aktivist:innen der BI_PoC Hochschulgruppe und des Antirassismusreferats heute von 15 bis 18 Uhr mit einem Infostand an den Mainwiesen vertreten. Dort kamen sie mit Passant:innen ins Gespräch und konnten diesen so von ihren Erfahrungen berichten, sowie ihre Forderungen kundtun. Nicht vergessen ist der Fall aus dem Jahr 2017, als eine Professorin der Würzburger Uni während einer Vorlesung von einer Kopftuch tragenden Frau forderte, ihre Kopfbedeckung abzulegen. Antimuslimischer Rassismus betrifft nicht nur praktizierende Muslim:innen, sondern wirkt sich auch auf BI_PoC aus, welche muslimisch gelesen werden. So berichtete ein Aktivist der BI_PoC Hochschulgruppe von Polizeikontrollen, bei welchen sich von Seiten der Polizei der Sexismus-Vorwurf gegenüber als muslimisch gelesenen Männern reproduzierte. Rassismus ist auch morgen noch nicht abgeschafft. Doch die BI_PoC Hochschulgruppe hat konkrete Forderungen, welche dieses Ziel haben: so sei es das Mindeste, die deutschen Verwicklungen in die Kolonialgeschichte und Gastarbeiterzeit, sowie die kolonialen Kontinuitäten im Bildungssystem, konkret im Geschichts- und Sozialkundeunterricht, aufzuarbeiten. Dieser Teil der deutschen Historie sei aktuell noch nahezu komplett ausgeblendet. Doch bevor es zu diesen Änderungen im Bildungssystem kommen kann, müsse erstmal das Problem Rassismus an sich anerkannt werden, was in vielen Teilen der Gesellschaft & Politik noch nicht getan wird. Aktuell werden Anschläge wie die von Hanau und strukturelle Rassismen als Einzelfälle abgetan.

Aktuell stehen rund 20 Menschen des Antirassismusreferats und der BI_PoC Hochschulgruppe auf den Mainwiesen. Sie haben dort einen Infostand zu antimuslimischem Rassismus aufgebaut und informieren Spaziergänger*innen über diese Problematik. Sie fordern: „Wer die Werte einer toleranten Gesellschaft schützen will, muss hinschauen, sich empören!“

Der Infostand ist bis 18 Uhr angemeldet.

Europa – Die Waffe ist Untätigkeit

Am Mittwoch um 20 Uhr findet via Zoom erneut ein Vortrag von @mehrals16a über die Lage der Geflüchteten Menschen an der Bosnisch-Kroatischen Grenze statt. Dabei wird der halbstündige Dokumentarfilm „Europa - Die Waffe ist Untätigkeit“ gezeigt. Amerio Mele, Sebastian Braun und Kilian Beck berichten über das Making-Of sowie die Corona-bedingten Entwicklungen.

Bosnien-Herzigowina leidet immer noch an den Folgen des Jugoslawienkrieges und ist heute für die Geflüchteten, die dort zu Tausenden an der Außengrenze festgehalten werden, eine humanitäre Katastrophe. Die Menschen, die versuchen die Grenze zu überqueren, werden dort meist mit Schlagstöcken der kroatischen „Grenzschützer“ abgehalten. Dabei werden ihre Mobiltelefone zerstört und meist auch ihre Habe vor ihren Augen verbrannt – als Teil der grausamen Abschreckungspolitik der Europäischen Union. Hier kommt es regelmäßig zu illegalen Pushbacks; den Menschen, die dort in die EU einreisen wollen, wird nicht mal die Möglichkeit gewährt, Asyl zu beantragen. Sie werden stattdessen illegal zurückgebracht. Bosnien entzieht sich auch jeglicher Verantwortung für diese Geflüchteten, die meist traumatisiert sind von den Erlebnissen auf der Flucht, und überlässt die Arbeit unterfinazierten NGOs. uni-wuerzburg.zoom.us/j/95875040209?…

Meeting-ID: 958 7504 0209

Passwort: KalteGrenz

In #Aschaffenburg waren letzten Samstag ca. 100 Menschen aus dem Corona-Rebellen-Spektrum unterwegs. Das Thema des ersten derartigen Demonstrationszugs dieser Region war das Ende der #Corona-Maßnahmen sowie die „Wiederherstellung der Demokratie“. Unter den Demonstrierenden war das klassische Klientel vertreten: Rechte, Esoteriker:innen und mehr Schwurbler:innen als sonst. Auch Anhänger:innen der #QAnon-Verschwörung waren dabei. Diese Verschwörungstheorie behauptet unter anderem, die amerikanischen Demokraten unter Hillary würden einem pädophilen Ring angehören. Auch Jüdische Menschen werden von dieser Theorie enorm diffamiert. Die Demonstrierenden zogen skandierend und pöbelnd durch die Straßen Aschaffenburgs. Rufe wie „Aufwachen“ und „Freiheit“ waren noch das Harmlosere, sie forderten nämlich auch das Ende des „Merkel-Systems“ und der „Corona Diktatur“. Der Anmelder Marcel Bischof, ein Steuerberater, schwang über sein Megafon Reden, in welchen der Inhalt nicht besser wurde. Vor dem Stern e.V. sammelten sich einige Antifaschist:innen und hielten u.a. ein Transpi hoch. Dabei waren auch Israel-Fahnen zu sehen – in Solidarität mit den jüdischen Menschen, die durch diese Bewegung permanent diffamiert werden. Besonders diese Antifaschist:innen wurden aus weiten Teilen der Demo heraus verbal angefeindet.

Zum Schluss begann eine protestierende Person, aus der Demo heraus gg. Menschen in einem Restaurant zu pöbeln. Darauf skandierten diese „Masken auf“ unter Applaus der Herumstehenden.

Stonewall was a riot!

Heute jähren sich die Aufstände von #Stonewall zum 51. Mal. In der Nacht auf den 28. Juni 1969 veranstaltete die Polizei eine Razzia in der queeren Bar „Stonewall Inn“ in der Christopher Street im Greenwich Village, New York City. Nach zahlreichen Razzien in LGBTIQA* Etablissements in den 60er Jahren, stellte diese einen Wendepunkt dar. Erstmals wehrte sich eine größere Gruppe gegen die Marginalisierung durch die Polizei, die vertrieben wurde. Wer den ersten Stein bei der Stonewall Rebellion warf, ist ein bekanntes Meme; wer es tatsächlich war, kann nicht festgestellt werden. Der Grund für den ersten Stein war die Festnahme einer Aktivistin, die später oftmals als Stormé DeLarverie festgestellt wurde, bei welcher die Polizei mehrmals auf die Aktivistin einschlug. Ihre Rufe zum Widerstand waren der Funken am Pulverfass, der nicht nur das Werfen des ersten Steins, sondern auch den zweiten und dritten und alle nachfolgenden ermöglichte. Der erste geworfene Ziegelstein war eine Straftat, die nächsten einhundert geworfenen Ziegelsteine sind nun eine Jahreszahl in den Geschichtsbüchern. Die Rebellion hielt sich über zwei Nächte, in der trotz Einsatz polizeilicher Paramilitärs der queere Widerstand sich nicht nur hielt, sondern auch den Einfluss der Polizei zurück drängte. Zwischen brennenden Einsatzwägen und zerbrochenen Fensterscheiben kristallisierte sich eine Wahrheit deutlich heraus: Unter der fokussierten Wut gegen die achtzehn Jahrhunderte der europäischen Verfolgung, Verachtung und Repression von queeren Menschen zerbrachen die besten Riot Shields. Zum ersten Mal in der Moderne gab es einen sicheren Raum, in den sich Menschen hinein outen konnten. Während die cis schwulen Männer, die ihre Rechte mittels Anpassung an die Gesellschaft erreichen wollten, entsetzt mit dem Kopf schüttelten, kam es zu einem Moment, dessen Tragweite nicht zurück zu nehmen war. Im „Stonewall Inn“ trafen sich viele auch intersektionell mehrfach marginalisierte Personen wie schwule Latinos oder Schwarze Dragqueens. Die Gay Liberation Front, die sich aus der Rebellion entwickelte, konzentrierte sich über viele Jahre auf die Rechte von cis Schwulen und danach Lesben. Die Rechte von trans Personen und Bisexueller rückten erst viel später in den Fokus. Trotzdem erwuchs aus dem Moment eine Bewegung in Permanenz, nicht zuletzt dank Brenda Howard. Dass ihre Bekanntheit selbst in queeren Kreisen so gering ist, ist eine Schande; neben ihrer queerer Organisationsrolle war sie lautstarke Aktivistin gegen den Krieg in Vietnam. Sie war Mitglied von und Kämpferin für die queerfeministischen, bisexuellen, kinky und polyamoren Communities. Im Rahmen der Rebellion hatten sich viele queere Menschen in New York organisiert, zu Netzwerken organisiert und standen im Kontakt; allerdings gab es keinen konreten Punkt, auf den sich der Aktivismus konzentrierte. Howard wird heutzutage, wo ihr Name überhaupt bekannt ist, als Mutter der Pride bezeichnet, und zwar zurecht: Sie nahm eine zentrale Rolle im ersten Pride March ein Jahr nach der Rebellion ein. Die erste Pride, ganz im Gegensatz zu modernen CSDs, war deutlich und strukturiert ein Akt des zivilen Ungehorsams. Er ging gegen den Willen des Einzelhandels an der Demonstrationsroute, er blockierte wichtige Fahrtstraßen für Autos, er ging gegen den impliziten Widerstand der Polizei und die explizite Empörung der Stadtverwaltung. Innerhalb der ersten paar Jahre mäßigte sich der Widerstand deutlich, aber die erste Pride Parade war ein friedlicher, selbstorganisierter, gezielter Aufstand. Die Stonewall Rebellion war ein Aufstand gegen vergangene und gegenwärtige Polizeigewalt, die erste Pride war ein Aufstand für gegenwärtige und zukünftige queere Freiheit. Brenda Howard wusste die Energie der queeren Gruppen, zuvor noch einzeln agierend, in ein gemeinsames Projekt zu bündeln. Ob in Demonstrationen, in Parties, in Mahnwachen, oder in Theateraufführungen, die Veranstaltungen der ersten Prides hatten kein gemeinsames Muster, sondern eine gemeinsame Aussage: Wir erinnern an unsere Stärke, der Repression zum Trotz, und tragen diese Stärke ins gemeinsame Bewusstsein; solange (queere) Menschen unterdrückt werden, ist Stonewall nur vertagt, nicht beendet. Die Geschichte des queeren Widerstandes kennt bestimmte Varianten von Feierlichkeiten in diversen Rollen: Zur Erschaffung von Safe Spaces oder eigener Identitäten, zur Vernetzung untereinander, als Plena für die Organisation von Supportnetzwerken und politischer Aktivitäten, als Alternativfamilie für Ausgestoßene. Heutige CSD-Parties, maßgeschneidert, um nichtqueeren Menschen nicht auf die privilegierten Füße zu treten, erfüllen in keinerlei Hinsicht mehr die Aufgaben ihrer historischen Vorgänger. Sie sind zu einer Party für nichtqueere Partygänger:innen geworden, wo alle Hemmungen fallen gelassen werden dürfen. Hemmungslos zu sein ist an sich nichts schlechtes und hemmungslose queere Partys, wo queere Menschen sein können wie sie wollen, ohne Stigmata befürchten zu müssen sind wichtig, dennoch darf die Essenz des Christopher Street Days darin nicht verloren gehen. Es geht um queere Autonomie, queere Schutzräume gegen den antiqueeren Hass, Orte ohne Herrschaft und Priorisierung der Privelegierstesten. Und, genauso wichtig: Stonewall was a riot! Wir müssen uns alle in Erinnerung rufen, dass Rechte nicht durch lieb fragen und Petitionen erreicht wurden. Sie wurden erkämpft. Doch diese Erinnerung verblasst zusehends. Politiker:innen und die Gesellschaft verurteilen Ausschreitungen, wie die aktuell die durch den Mord an George Floyd ausgelösten Black Lives Matter Riots. Wie sehr moderne #CSD°s ihre Ursprünge verleugnen und korrumpieren zeigt dieses Beispiel besonders drastisch: „Einigkeit und Recht und Freiheit“ Besser gepasst hätte wohl eher „Einigkeit und Recht und Rückschritt“. Das geplante Motto des Kölner CSDs zeigt sich als Symptom des Zusammenbruchs des intersektionalen Widerstands. Bürgerlich, unkritisch, an den Staat anbiedernd, dazu ein bisschen Patriotismus. Attribute, die eher zu einem CSU-Stammtisch als zu einem Christopher Street Day oder gar eine Erinnerung an Stonewall passen. Die Wahl des Kölner Kommitees war exklusionistisch und privilegiert. Weiße reiche able-bodied atheistische cis Schwule reclaimten Nationalismus und machten damit ihre relative Privilegierung gegenüber dem Rest der Community schmerzhaft deutlich. Das priveligiertere queere Menschen mit queerfeindlichen Mephistos eingehen, ist ein neueres Phänomen, aber auch eines, dass über Einzelpersonen hinausgeht. Von weißen schwulen cis Männern als Minister von Parteien, die in großer Mehrheit die Gleichbennenung der Ehe ablehnten bis zu weißen heterosexuellen trans Frauen, die zur Unterstützung faschistischer Wahlprogramme in den Vereinigten Staaten ihre trans Identität in reinem Saneismus zu einer schlimmen geistigen Krankheit erklären. Sie alle vereint die relative Privilegierung gegenüber vieler queerer Menschen. Sie tauschen die unantastbare Menschenwürde ihrer selbst und der Mitglieder der queeren Community gegen ein bisschen Macht und zweitrangige Duldung von Seiten der Priveligiertesten. Es verwundert wenig, dass hier Leute, die außer ihrer schwulen Identität komplett den Erwartungen der heutigen Gesellschaft entsprechen, besonders laut gegen den Rest der Community schießen. Sie sind mehrheitlich die Profiteure von Lockerungen antiqueerer Marginalisierung, historisch waren sie oft die ersten und einzigen, die etwas besser leben konnten. Warum sich queere Menschen zu diesen konservativen Vorzeigeschablonen degradieren, kann diverse Gründe haben, von Angst über den fehlgeleiteten Wunsch, etwas weniger schlecht behandelt zu werden bis zu Machtgier. Was auch immer der individuelle Grund sein mag, sind doch alle diese Begründungen falsch: Während die konservative Gesellschaftsordnung zuerst weniger priveligiertere Queers angreift, hat sie keinen Platz für jegliche queere Menschen. Sie versucht uns alle, nach einer von ihnen festgelegten Reihenfolge, unserer Menschlichkeit und unserem Glück zu berauben. Egal wie weit hinten auf dieser Liste sich Menschen befinden, die widermenschlichen Kräfte werden nicht vor ihnen mit der Zerstörung der Menschenwürde aufhören. In queerer Kollaboration finden sie einen Mechanismus, zu teilen und weiterzuherrschen, die vereinte Kraft der Pride zu schwächen. Die vorherrschende mediale Narrative zu CSDs hat etwas von Zoo- oder Naturdokumentationen, die zu schlechten Sendezeiten auf ARD/ZDF laufen: Eine entmenschlichende Menagerie an vermeintlichen Ulkigkeiten und Kuriositäten, die Community wird zu einem Haufen seltsamer, aber harmloser bunt bemalter Hippies degradiert. Die neoliberale Interpretation von Stonewall ist zweiseitig: „War ein bisschen übertrieben, so viel anzuzünden, aber wie dem auch sei, ihr seid jetzt gleichgestellt und habt euren Spaß, also müssen wir doch nicht mehr darüber reden“. Diese Narrativen sind falsch, widermenschlich und gefährlich. Die erste Pride war ein Akt des zivilen Ungehorsams, dies ist ein historischer Fakt, der in der Gegenwart verschwiegen wird. Weiterhin gilt, dass sich mit der Stonewall Rebellion direkt nichts politisch geändert hat; es war die Tatsache, dass in den Pride Parades über Jahrzehnte hinweg der Moment der Rebellion weitergetragen wurde; und selbst angesichts des letzten halben Jahrhunderts sind wir noch weit von queeren Glück und wahrer Gleichberechtigung entfernt. Es bedarf kontinuierlicher Weiterführung aller Kämpfe in die Zukunft. Es bedarf intersektionelle Zusammenarbeit und Solidarität. No one is free until all are free, lautet eine bekannte Parole, die wir uns jetzt umso mehr zu Herzen nehmen müssen. In Zeiten in denen Städte, Konzerne und sämtliche Parteien sich mit Pride Flags schmücken und ihre LGBTIQA*-Freundlichkeit kommerziell vermarkten, um ihren ausbeuterischen kapitalistischen Interessen zu frönen, ist es umso wichtiger klar Stellung zu beziehen. Menschenrechte und Freiheit müssen für alle gelten. Dies ist im Patriarchat, im Kapitalismus, im weißen cis Heteronormativ niemals zu erreichen. Die Kämpfe müssen verbunden und gemeinsam geführt, die Kapazitäten gebündelt werden und gegenseitige Solidarität vorherrschen. LGBTIQA* werden niemals frei sein, wenn die Rechte nur für weiße Queere erkämpft wurden. BI_PoC werden niemals frei sein, wenn ihre Rechte nur für cis-männliche Personen gelten. Die Gesellschaft kann niemals frei sein, solange Menschen in asiatischen, afrikanischen und südamerikanischen Ländern für unseren Reichtum und unsere Wegwerfgesellschaft ausgebeutet werden und sterben; solange unsere kapitalistischen Interessen dafür sorgen, dass Waffen in Kriegsgebiete exportiert werden & wir zulassen, dass die Geflüchteten auf dem Weg in Sicherheit oder direkt vor unseren Außengrenzen sterben, die Menschheit kann niemals frei sein, solange Tiere in unseren Fleischfabriken gequält & ermordet werden und der Planet ausgebeutet wird. Deshalb: no one is free until all are free! Die queere Community darf sich nicht kapitalistischen, konservativen, rassistischen oder misogynen Interessen unterordnen. Sie muss gegen jede Form der Diskriminierung vorgehen! In Kapitalismus und Patriarchat ist kein freies, glückliches Leben für alle möglich. Anstatt sich also – wie in Würzburg – an diskriminierende Parteien wie CDU/CSU und deren Bürgermeister:innen, an millionenschwere Konzerne und die Mehrheitsgesellschaft anzubiedern, müssen Kämpfe wie #BlackLivesMatter und #MyBodyMyChoice bedingungslose Solidarität und Unterstützung erfahren.

No justice, no peace, Krieg den Palästen und den Faschist:innen nie auch nur einen Fußbreit!

Gestern veranstalte QueerPride Würzburg den dritten Christopher Street Day in Würzburg. 2018 war es Die Partei, die einen kleinen CSD durchführte. Im Jahr darauf machte dann @QueerPrideWue den CSD unter dem Namen Würzburger Street Day zu einem Straßenfest in der Eichhornstraße, zu welchem ein großer Demozug, beginnend am Hauptbahnhof führte.

twitter.com/schwarzlichtwu…

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
#WSD

Geschätzte 2000 Menschen sind dem Aufruf von @QueerPrideWue gefolgt und demonstrieren für die Rechte von LGBTQI*-Personen. Noch immer werden Menschen aufgrund ihrer Geschlechtsidentität oder Sexualität verfolgt. Lang erkämpfte Rechte sind nicht selbstverständlich! #Pride2019 twitter.com/schwarzlichtwu…

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
#WSD

Was für eine unglaubliche Stimmung!

#Pride2019 #PrideMonth #Wuerzburg
#WSD

Das Straßenfest in der Eichhornstraße hat begonnen! 🐿️
#WSD

Die aktuelle Sprecherin fordert ein Verbot von Konversionstherapien und spricht sich für eine Erneuerung der sexuellen Bildung im Schulunterricht aus!
#WSD

OB Schuchardt lobt das Engagement der Aktivistinnen und spricht sich gegen jede Diskriminierung aus
Natürlich wollen wir an dieser Stelle nochmal an APS-Kongress und Schuchardt’s Grußwort erinnern. Denn auch er kann seinen Worten taten folgen lassen. Christlicher Fundamentalillsmus und die damit verbundene Homophobie hat in dieser Stadt nichts verloren!

twitter.com/schwarzlichtwu…

Schwarzlicht Würzburg (@schwarzlichtwue):
Der APS-Kongress ist zu Ende. MissMutig und Antifa informierten und mobilisierten Gegenprotest. Dabei wurde sich auf die Aussagen von Referent*innen der vergangenen Kongresse gestützt. Doch wie lief der diesjährige Kongress ab?
Eine Person hat sich den Kongress von innen angesehen und nun ihren Bericht veröffentlicht: facebook.com/schwarzlicht.w…

Coronabedingt musste der diesjährige #CSD stationär auf den Mainwiesen stattfinden. Dort wurde in der ersten Rede unter anderem an die Historie dieses Events erinnert: „Stonewall war der Funke für die weltweite queere Bewegung“, doch „die Erfolge, die wir erzielt haben, sind fragil“. Circa 750 Menschen haben sich in und um die gekennzeichnete Kundgebungsfläche versammelt, um den Reden zu lauschen und zur Musik zu tanzen. Der CSD-SchirmHerr, CDU Oberbürgermeister Schuchardt durfte eine Begrüßungsrede halten. Würzburg, sagte er, sei eine der wenigen Städte, in der heute etwas los sei, in der Flagge und Haltung gezeigt werde. Die, die hier stünden, wüssten, was richtig sei, worum es ginge. Deutschland sei ja auf einem guten Weg, was unter anderem ein vergleichender Blick nach Polen zeige. Er betonte, wie wichtig doch Präsenz sei. Insgesamt war die Rede inhaltsleer und nichtssagend. Nach der Rede wurde OB Schuchardt für seine „Verdienste“ als „Straight Ally“ ausgezeichnet und ein Mund-Nasen-Schutz in den Farben der „Straight-Ally-Flagge“ übergeben. Worin seine Verdienste liegen, wurde nicht gesagt. Die Regenbogen-Beflaggung des Rathauses, welche er stolz betonte, ist hoffentlich nicht der einzige dieser Verdienste. Von den Parteien war nicht nur die CDU vertreten. Auch die Anwesenheit von Andrew Ullmann (FDP) und Tessa Ganserer (Grüne) wurden stolz verkündet. Bei den Reden kamen verschiedene Gruppen, darunter der Lesben- und Schwulenverband Deutschland @lsvd und die Selbsthilfeorganisation Trans-Ident e.V., und Einzelpersonen wie Uschi Unsinn zu Wort. Hier wurden die aktuellen politischen Themen wie Familienpolitik, Adoptionsrecht und das Personenstandsgesetz angesprochen. In einer Rede zur Geschichte der Queer-Community wurde an Marsha P. Johnson erinnert. Johnson war eine der ersten Drag Queens, die das Stonewall Inn besuchten. Sie nahm an den späteren Stonewall Riots teil und war eine der Gründer*innen der Gay Liberation Front sowie der Street Transvestite Action Revolutionaries. Die Redner*innen sagten, dass Johnsons früher Tod bis heute unaufgeklärt sei, die Polizei ihn aber nicht mehr rein als Suizid vermerke. In diesem Kontext merkten sie an, dass auch heute noch 40% der obdachlosen Jugendlichen in New York trans oder Drag Queens seien. Die Redner*innen sagten, dass das, was wir heute erreicht haben, Menschen vorher mit einem schlimmen Leben erkämpft hätten. Deshalb sei es wichtig, unsere Ikonen, unsere Hero*innen nicht zu vergessen. Gegen Ende des CSDs verschlimmerte sich das Wetter zunehmend, sodass die letzte Rede in einem Sturm und unter Blitzeinschlägen vorgetragen wurde.

Die Rednerin ging hier auf queeres Leben & den CSD als Protestform ein, welcher sich seit Jahren mehr & mehr an Politik & Wirtschaft anbiedert: „Sie streiten sich […] um die ranghöchsten Amtsträger*innen queerfeindlicher Parteien für nichtssagende Redebeiträge, sie kooperieren mit der Polizei, um ja bloß keine Straßen für Autos zu blockieren, sie schleifen sich zu einem harmlosen, vermarktbaren Medienereignis, um die reichsten Sponsor*innen anzulocken. Wann, im letzten halben Jahrhundert, ist aus der Seele des Widerstandes eine Werbeplattform geworden?“ Dem Framing, queere Menschen seien wesentl. Teil der Gesellschaft, stellte sie die dt. Geschichte entgegen: „Die deutsche Geschichte und die sogenannte Kultur sind nichts weiter als eine Aufzählung von Ideen der Unmenschlichkeit, die Gewalt gegen queere Menschen in sich tragen.“ Deshalb könne es keine Kooperation m. den Repräsentanten dieser Ideen geben: „Im Angesichte der widermenschlichen Gesetze, auf deren Durchsetzung sie in Vergangenheit wie Gegenwart geschworen haben, hat die Polizei auf Pride-Parades nichts weiter zu erwarten als eine Anklagebank. Im Angesichte der deutschen Vergangenheit und ewiggestrigen Gegenwart, haben die deutschen Regierungsparteien auf Pride-Parades nichts weiter zu suchen als Kritik. Wer eine Straight-Pride-Flag sucht, findet sie in Schwarz Rot Gold. Ein Staatenbund oder eine Regierung, die Menschen im Mittelmeer sterben lassen, haben kein Recht, mit Queerfreundlichkeit zu werben. Wo Menschen leiden, wo die Menschlichkeit zerstört wird, kann es keine queere Freiheit geben.“ Mit ihrer Kritik zielte sie auch auf den Würzburger CSD ab: „Der Bürgermeister einer Partei, die mit 72% gegen die Gleichbenennung der Ehe gestimmt hat, will den CSD willkommen heißen? Wir sind auch ohne ein gespieltes Willkommen immer Teil von Würzburg und jeder anderen Stadt auch, egal ob ein Fürstbischof, ein OB oder kein Mensch die Macht inne hat.“ Ihre Rede kann als Appell an die queere Community verstanden werden: agiert selbstbewusster und selbstbestimmter. Mit Selbstorganisation, ohne Abhängigkeit zu Politik und Wirtschaft, das haben die Stonewall Riots gezeigt, kann die queere Community viel erreichen! Von der Rede sichtlich überrumpelt, versuchte ein Moderator, die Einladung des OBs zu verteidigen. Spontan und immer lauter werdend rief die Menge: „Was will ich? Was willst du? Das Verbot der CSU!“, woraufhin der Moderator den Widerstand gegen die Kritik aufgab. Die Rede hatte, kaum war sie vorbei, schon genau die Selbstorganisation bewirkt, die sie wieder herbei beschwören wollte: die Menschen taten ihre Ansichten kund, ohne dafür von „Straight Allies“ abhängig zu sein.

Mit etwa 30 Rädern bildete die Ende Gelände Ortsgruppe Würzburg heute eine #CriticalMass unter dem Motto „Mit Bikes gegen Bagger!“. @Ende__Gelaende hatte für dieses WE zu dezentralen Aktionen aufgerufen, um gegen das Kohleausstiegsgesetz der Bundesregierung zu demonstrieren. Um etwa 14 Uhr startete die CM am Jugendzentrum in der Zellerau in Richtung Stadtmitte. Als die Gruppe auf dem Bahnhofsplatz eine Runde drehte wurde die Polizei auf die Demonstrant*innen aufmerksam & verfolgte diese mit zwei Wägen durch den Berliner Ring und quer durch die Stadt. Gegen 15:30 Uhr löste sich die Demo an den Mainwiesen auf und die Radfahrer*innen verließen ohne Zwischenhalt den Ort in verschiedene Richtungen und ließen die Polizist*innen hinter der Parkplatzschranke zurück. Die Kohlegegner*innen von Ende Gelände kritisieren, dass das Gesetz, welches am Freitag verabschiedet werden soll kein Kohleausstiegs, sondern viel mehr ein Kohle-Einstiegsgesetz ist. Bis 2038 sollen deutsche Kohlekraftwerke am Netz bleiben, wodurch der Ausbau erneuerbaren Energien zu Lasten des Klimas blockiert wird. Die großen Kohlekonzerne RWE und LEAG sollen insgesamt 4,35 Milliarden Euro Steuergelder als „Entschädigung“ bekommen, während diese gleichzeitig weiter Dörfer abbaggern, Klima- und Umwelt zerstören. Am 27. September plant das Bündnis Ende Gelände weitere Aktionen rund um die Kohletagebaue und Kraftwerke im Rheinland. twitter.com/EGwuerzburg/st…

Ende Gelände Würzburg (@EGwuerzburg):
Nächsten Freitag will die Bundesregierung mit dem #KohleEINstiegsgesetz den Klimaschutz endgültig begraben. Deswegen waren wir heute in #Würzburg mit Bikes gegen Bagger unterwegs.

@Ende__Gelaende @schwarzlichtwue @F4F_wuerzburg